Kann man ein auto von Privat ohne Kaufvertrag wieder zurückgeben?

5 Antworten

Es komm auf den Schaden an.

In bestimmten Fällen muß der Verkäufer auch ungefragt einen Unfallschaden offenbaren.

Tut er das nicht, kann er einen Mangel arglistig verschwiegen haben. Dies würde zur Anfechtung wegen arglistiger Täuschung (=Rückabwicklung des Kaufvertrages) berechtigen.

Siehe BGH v. 10.10.2007 - VIII ZR 330/06:

20 Der Revision ist darin beizupflichten, dass zur Abgrenzung zwischen einem "Bagatellschaden" und einem Sachmangel im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Offenbarungspflicht von Schäden und Unfällen beim Gebrauchtwagenkauf zurückgegriffen werden kann. Danach muss der Verkäufer eines Gebrauchtwagens einen Schaden oder Unfall, der ihm bekannt ist oder mit dessen Vorhandensein er rechnet, grundsätzlich auch ungefragt dem Käufer mitteilen, wenn er sich nicht dem Vorwurf arglistigen Verschweigens aussetzen will, es sei denn, der Schaden oder Unfall war so geringfügig, dass er bei vernünftiger Betrachtungsweise den Kaufentschluss nicht beeinflussen kann. Die Grenze für nicht mitteilungspflichtige "Bagatellschäden" ist bei Personenkraftwagen sehr eng zu ziehen. Als "Bagatellschäden" hat der Senat bei Personenkraftwagen nur ganz geringfügige, äußere (Lack-)Schäden anerkannt, nicht dagegen andere (Blech-) Schäden, auch wenn sie keine weitergehenden Folgen hatten und der Reparaturaufwand nur gering (in einem Falle aus dem Jahre 1961 332,55 DM) war (Senatsurteile vom 3. Dezember 1986 - VIII ZR 345/85, WM 1987, 137, unter II 2 b und vom 3. März 1982 - VIII ZR 78/81, WM 1982, 511, unter II 2 a und b, jeweils m.w.N.; vgl. Senatsurteil vom 20. März 1967 - VIII ZR 288/64, NJW 1967, 1222). Ob das Fahrzeug nach dem Unfall fachgerecht repariert worden ist, ist nicht von Bedeutung (vgl. Senatsurteil vom 22. Juni 1983 - VIII ZR 92/82, WM 1983, 934, unter II 2). Alleine die Tatsache, dass das Fahrzeug bei einem Unfall einen erheblichen Schaden erlitten hat, stellt einen Sachmangel im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB dar. Auch beim Kauf eines gebrauchten Kraftfahrzeugs kann der Käufer, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, erwarten, dass das Fahrzeug keinen Unfall erlitten hat, bei dem es zu mehr als "Bagatellschäden" gekommen ist.

Urteil im Original: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=e8d1125dff12483dc37c0a9c04bd2381&nr=41933&pos=0&anz=3

Naja, das mit den Roststellen und dem abplatzendem Lack kann man deinem Bruder anlasten, denn das hätte auffallen müssen. Ggbf kann man aus dem Kaufpreis auch schließen, dass der Wagen nihct einwandfrei ist, kommt auf den Preis und den Wagen natürlich an.

Wenn dein Bruder nachgefragt hat, ob der Wagen unfallfrei ist und der Verkäufer hat ihn hierüber belogen, liegt eine arglistige Täuschung vor und somit ein Betrug. Eine Anzeige bei der Polizei wäre hieraus die logische Konsequenz. Allerdings bekommt ihr das Geld hierdurch auch nicht mehr zurück, das geht nur auf dem zivilen Rechtsweg.

Ihr könnt natürlich versuchen, den Verkäufer mit der Anzeige zu drohen und dadurch zum Rücktritt bewegen. Allerdings gibt es beim Privatverkauf keine Gewährleistungsansprüche gem. dem BGB. Aber der Betrug bleibt bestehen.

Das blöde ist, er hat ja nicht gefragt ob es unfallfrei ist .... LEIDER

@sergon

das muss er auch nicht immer, siehe oben.

sind wir machtlos dagegen????

Klassischer Irrtum! IHR HABT EINEN KAUFVERTRAG GESCHLOSSEN. Nämlich einen mündlichen, und der gilt auch.

Wenn der Verkäufer nicht bestimmte Eigenschaften zugesagt hat und es dafür Zeugen gibt, habt ihr schlechte Karten.

Abgesehen davon: Rost und abplatzenden Lack erkennt jeder Halbaffe bei der Besichtigung des Autos. Man muss nur richtig hinsehen.

Ja ihr seit leider machtlos dagegen- Ist dasselbe wie bei eBay- als privater Verkäufer muss man die Ware nicht zurücknehmen, auch wenn sie kaputt ist, als gewerblicher Verkäufer dagegen schon. Ich hoffe ihr habt aus der Situation gelernt und kauft in Zukunft keine Autos mehr bei Privatleuten. Oder aber ihr sucht euch ein Autohaus was das Auto von den Privatleuten abkauft, und ihr kauft es wieder vom Autohaus, dann habt ihr über das Autohaus Garantie, so hat das ganze ein Arbeitskollege von mir gemacht.

Schmarrn!!!!!!!!!!!!!!! Laut geltendem EU-Recht gilt im Internet auch bei Privatverkäufen das Fernabsatzgesetz, es sei denn, beide Vertragsparteien haben darauf verzichtet.

Warum meinst du wohl, dass mittlerweile bei allen Privatverkäufen bei Ebay der Ausschluss angekündigt wird?

@stinkbaer79

Man muss ja nicht gleich ausfallend werden-

  1. eine andere Tonart bitte!
  2. Ebay war ja auch nur als Beispiel genannt! Ich kann die Ware statt bei eBay zu verscherbeln auch in der Tageszeitung inserieren, Das Prinzip ist dasselbe, wenn das Teil kaputt geht muss ich es NICHT zurück nehmen! Du hast schon recht mit dem Ausschluss. Die meisten schliessen ja die Garantieansprüche von vornerein aus ,man kann sich damit einverstanden ( und somit ebenfalls darauf verzichten dass das Fernabsatzgesetz Anwendung findet) erklären und bieten- oder es bleiben lassen. Da ich aber sehr hart für mein Geld arbeiten muss und ebenfalls wie viele anderen nichts zu verschenken habe ist letzteres für mich die Option.
@ElektrikerMax

Alles Schm... Halbwissen hier; sowohl vom Stinki als auch von Dir, Max - so leid es mir auch tut.

Fernabsatzrecht - welches übrigens mittlerweile bereits seit 2002 Einzug ins BGB direkt gefunden hat - gilt NUR gegenüber Unternehmern als Verkäufer. Privatpersonen müssen kein Widerrufsrecht einräumen.

Garantie muss nicht mal ein Händler geben. Garantien sind freiwillige Sonderleistungen, die vom Gesetz her nicht vorgeschrieben sind.

Was ein Händler/Unternehmer im Gegensatz zum Privatverkäufer nicht ausschließen kann, ist die gesetzliche Gewährleistung für Mängel, die bereits bei der Übergabe und Übereignung vorliegen. Und selbst Privatpersonen stehen doof da, wenn sie einen vorgefertigten Gewährleistungsausschlusstext verwenden, da umfassende Haftungsausschlüsse dem AGB-Recht unterliegen und dann meistens rechtswidrig und somit nichtig sind.

Prost!

gibts denn zu dem Auto irgenweine Anzeige (Werbung) wenn ja und der Ehemalige besitzder hat den "Vertrag2 nicht eingehalten kann man das wieder zurück geben aber es wird schwer wenn du keine Zeugen hast und nichts beweisen kannst

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