kann ich einen Strafantrag auch noch nach 9 Monaten stellen?

4 Antworten

Hallo outback86,

für die fahrlässige Körperverletzung gelten bezüglich der Antragsfrist folgende drei Gesetze:


§ 77b StGB - Antragsfrist 

(1) Eine Tat, die nur auf Antrag verfolgbar ist, wird nicht verfolgt, wenn der Antragsberechtigte es unterläßt, den Antrag bis zum Ablauf einer Frist von drei Monaten zu stellen. Fällt das Ende der Frist auf einen Sonntag, einen allgemeinen Feiertag oder einen Sonnabend, so endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktages. 

(2) Die Frist beginnt mit Ablauf des Tages, an dem der Berechtigte von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangt. Hängt die Verfolgbarkeit der Tat auch von einer Entscheidung über die Nichtigkeit oder Auflösung einer Ehe ab, so beginnt die Frist nicht vor Ablauf des Tages, an dem der Berechtigte von der Rechtskraft der Entscheidung Kenntnis erlangt. Für den Antrag des gesetzlichen Vertreters und des Sorgeberechtigten kommt es auf dessen Kenntnis an. 

(3) Sind mehrere antragsberechtigt oder mehrere an der Tat beteiligt, so läuft die Frist für und gegen jeden gesondert.

(4) Ist durch Tod des Verletzten das Antragsrecht auf Angehörige übergegangen, so endet die Frist frühestens drei Monate und spätestens sechs Monate nach dem Tode des Verletzten. 

(5) Der Lauf der Frist ruht, wenn ein Antrag auf Durchführung eines Sühneversuchs gemäß § 380 der Strafprozeßordnung bei der Vergleichsbehörde eingeht, bis zur Ausstellung der Bescheinigung nach § 380 Abs. 1 Satz 3 der Strafprozeßordnung.


§ 229 StGB - Fahrlässige Körperverletzung

Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 230 StGB - Strafantrag

(1) Die vorsätzliche Körperverletzung nach § 223 und die fahrlässige Körperverletzung nach § 229 werden nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält. Stirbt die verletzte Person, so geht bei vorsätzlicher Körperverletzung das Antragsrecht nach § 77 Abs. 2 auf die Angehörigen über. 

(2) Ist die Tat gegen einen Amtsträger, einen für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einen Soldaten der Bundeswehr während der Ausübung seines Dienstes oder in Beziehung auf seinen Dienst begangen, so wird sie auch auf Antrag des Dienstvorgesetzten verfolgt. Dasselbe gilt für Träger von Ämtern der Kirchen und anderen Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechts.


Kurz gefast, vom Tag des Unfalles an hattest Du genau drei Monate Zeit den Strafantrag zu stellen. Da die Frist mittlerweile überschritten ist, besteht nun keine Möglichkeit mehr einen Strafantrag zu stellen.

Schöne Grüße
TheGrow

Solange es noch nicht Verjährt ist od die Scahe rechtkraftig Eingestellt wurd, kannst Du noch Anzeige erstatten und Strafantrag stellen.

Die werden bei Verkehrsdelikten aber meist eingestellt, es sei denn das Fehlverhalten ist gravierent

Schreibe einfach einem Brief an die Staatsanwaltschaft in Deiner Nahe.

" Sehr geehrte Damen und Herren.

Am ..... Datum um ....... Uhrzeit  hatte ich eine Unfall, dieser ereignete sich folgender Masen......

Ich erlitt folgende Verletzungen.......

Ich erstatte deshalb Anzeige und stelle einem Strafantrag.

Dann ermitteln die und stellen fest ob eine Straftat vorliegt od nicht.

Kosten kommen auf Dich nicht zu .

Aber meist wird sowas wegen Geringfügikeit eingestellt.

Solange es noch nicht Verjährt ist od die Scahe rechtkraftig Eingestellt wurd, kannst Du noch Anzeige erstatten und Strafantrag stellen.

Das ist so nicht richtig. Die Frist für die Stellung des Strafantrages hat nichts mit der Verjährungsfrist zu tun.

Für Antragsdelikte gilt, dass der Fragesteller vom Unfallzeitpunkt drei Monate Zeit hatte einen Strafantrag zu stellen. Er hat sich zwar gegenüber der Polizei geäußert, dass er es sich vorenthält einen Strafantrag zu stellen, aber dieser Vorbehalt setzt nicht die Frist von drei Monaten außer Kraft.

Jetzt 9 Monate nach den Unfall hat der Fragesteller keine Möglichkeit mehr den entsprechenden Strafantrag zu stellen.

@TheGrow

Ja aber er kann noch eine normale Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung stellen wird aber dann wahrscheinlich mit eine Hinweis auf eine Privatklage eingestellt. Aber das stellen eines Strafantrag , bzw. erstatten eine Anzeige ist unabhängig von Zivilrechtlichen Schadenersatzansprüchen wie Schmerzensgeld , Schadenersatz.

Hier hilft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht. Bei niedrigen Einkommen kann man sich eine sog Beratungshilfeschein vom Amtsgericht holen und ein Fachanwalt für Verkehrsrecht aufsuchen.

naja, ich hatte ja in meiner aussage schriftlich formuliert, dass ich strafantrag stelle, wenn der unfallverursacher die schuld nicht zugibt. da der strafantrag an keine form gebunden ist und die schuld nicht zugegeben wurde ist meiner ansicht nach klar zu erkennen gewesen, dass ich in diesem fall die verfolgung der fahrlässigen kv anstrebe.

das strafverfahren ist bereits seit oktober eingestellt und es wurde lediglich die ordnungswidrigkeit angeklagt. von der einstellung des verfahrens hatte ich aber auch erst bei der owi-verhandlung gehört. ich wurde vorher darüber nicht in kenntnis gesetzt! für mich ist das daher nicht so klar...

Du bist ja lustig. Warum sollte die Körperverletzung denn vor Gericht verhandelt werden, wenn niemand Strafantrag gestellt hat...? Warum sollte also ein Verfahrensfehler vorliegen? Und warum sollte Dir die Polizei irgendwas dazu sagen, ob jemand eine Schuld zugibt? Die Polizei ist Ermittlungsbehörde, nicht Auskunftei, nicht Strafverfolgungsbehörde und erst recht nicht das Gericht.

Rein sachlich kannst Du auch jetzt noch Strafantrag stellen.

Rein sachlich kannst Du auch jetzt noch Strafantrag stellen.

Rein sachlich gesehen kann er eben keinen Strafantrag mehr stellen, denn der § 77b StGB sagt eindeutig, dass der Antrag bis spätestens drei Monate nach dem Unfall des Fragestellers gestellt hätte werden müssen.

Da die Dreimonatsfrist nun (erheblich/deutlich) überschritten ist, besteht nun keine Möglichkeit mehr den Strafantrag zu stellen

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