Kann ich eine titulierte Amtsurkunde auf Unterhalt anfechten, wenn ein neues Kind erwartet wird?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Momentan ist Dein Partner nur seinem ersten Kind unterhaltspflichtig.
Ab der Geburt Eures gemeinsamen Kindes wird er dann für ein weiteres Kind unterhaltspflichtig.

Hat der Mann nach Zahlung dieser Kindesunterhalte dann noch ausreichend Einkommen übrig, so wäre er auch Dir unterhaltspflichtig.
Reicht sein Einkommen allerdings nicht aus, würdest Du ggf. leer ausgehen, denn die Unterhalte für die minderjährigen Kinder hätten immer Vorrang vor allen anderen.
Dabei spielt es auch keine Rolle, aus welcher Beziehung die Kinder abstammen, ob sie "ehelich" oder "unehelich" sind....
Ihre Unterhalt unterscheiden sich in der Höhe nur nach dem Alter der Kinder (ältere Kinder haben einen höheren Anspruch...).

Das, was dem Mann für seinen eigenen Lebensunterhalt verbleiben muss, ist der "Selbstbehalt".
Gegenüber den minderjährigen Kindern liegt dieser derzeit bei 1000 Euro, Dir gegenüber bei 1100 Euro.

Nur, wenn der Mann durch die Zahlung der Kindesunterhalte weniger als 1000 Euro von seinem ("unterhaltsrelevanten") Netto übrig hätte, könnte er ggf. einen bestehenden Unterhaltstitel "abändern" lassen - sonst nicht.
(Das dürfte nach Deiner Schilderung hier also eher nicht der Fall sein....)

Andererseits steigt die Zahl der Unterhaltsberechtigten auf 4 Personen

?? Unterhaltsberechtigt sind dann vorrangig zwei Personen - seine beiden leiblichen Kinder. Du hättest als dritte Person nur einen Unterhaltsanspruch an ihn, wenn nach Versorgung der Kinder noch mehr als 1100 Euro vorhanden wären.
Für sich selbst hat der Mann ja seinen Selbstbehalt....

alle unehelichen und auch ehelichen Kinder sind vor dem Gesetz gleich gestellt. Da ihr nicht verheiratet seid, zählt nur der Unterhaltsbedarf deines Kindes, nicht aber deiner. Ein Vorrang eines Neugeborenen gegenüber eines älteren Kindes ist, den Unterhalt betreffend, mit nichts zu begründen. Das Jugendamt kann in bestimmten Fällen auch Tipps und Hinweise geben, Unterhaltsleistungen betreffend.

Danke für die Information. Jugendamt wollte ich eigentlich meiden. Wenn ich denen mein Anliegen schildere, werden sie mir sowieso keine guten Hoffnung machen. Und würden mir sowieso zu einen Anwalt raten. Das ist deren Masche, da sie ja in dem Fall die Unterhaltsberechtigten auf der die Urkunde titulierte ist gesetzlich vertreten und für sie sprechen.

Achso, Unterhalt steht der Kindesmutter zu, den sogenannten Betreuungsunterhalt. Bis zum 3. Lebensjahr, dazu zählt natürlich auch die Elternzeit. Betreuungsunterhalt gibt es auch, wenn man nicht verheiratet ist. Aber das ist ja nicht meine eigentliche Frage gewesen. Mich interessiert, ob es sich überhaupt lohnt die Amtsurkunde anzufechten, obwohl ich weiß, dass sich der Unterhalt in den nächsten Jahren sich nicht ändern wird. Im Höchstform erst, wenn sein Sohn in die Altersstufe ab dem 12. Lebensjahr fällt. Und davon sind wir noch weit weg.

@kitkat1984

Es würde sich "nicht lohnen" - oder besser gesagt, die Urkunde würde ohnehin erst "abgeändert" werden, wenn er weniger als 1000 Euro übrig behalten würde.

Du zählst dabei ja nicht mit, denn Du hättest ja eh erst einen Anspruch, nachdem die Kinder versorgt wären....

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