Kann ich die Person Anzeigen von der ich Falschgeld erhalten habe?

5 Antworten

Klar kannst / SOLLTEST Du das tun, wenn Du zumindest glaubhaft darstellen kannst, die Blüten wirklich absolut sicher nur von dieser Person bekommen haben zu können. Der Haken an der Sache ist allerdings die Beweislage hinsichtlich der Fragen, ob diese Person das Falschgeld wissentlich weitergegeben hat und / oder überhaupt selbst erkennen hätte müssen, dass es sich um Blüten handelt. Sowas KANN das Verfahren durchaus beeinflussen.

Wusste die Person, dass es Falschgeld ist? Wenn ja könntest du das theoretisch, brauchst aber Beweise. Wenn die Person öfters mit Falschgeld, kannst du der Polizei einen Tipp geben. Dein Geld kriegst du in keinem Fall erstattet, also werde das Falschgeld lieber schnell wieder los.

also werde das Falschgeld lieber schnell wieder los

Na ob der Tipp so gut ist weiß ich nicht.

Wenn Du ihn dazu rätst, das Geld schnell unter die Leute zu bringen, kann ihn das selber ein Strafverfahren einhandeln.

Ich würde eher dazu raten, den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen und versuchen mir das Geld von der Person die mir das Falschgeld angedreht hat wieder zu holen. Ich weiß zwar das die Chancen denkbar schlecht sind, dass er an sein Geld kommt, aber besser schlechte Chancen legal an sein Geld zu kommen als gute Chancen an sein Geld zu kommen, aber dafür ein Strafverfahren zu riskieren, weil man das Falschgeld weitergibt.

Hallo Krysia1995,

die Person die Dir das Geld gegeben hat, könnte einen wenn nicht sogar beide der nachfolgenden Straftatbestände erfüllt haben:


§ 146 StGB - Geldfälschung 

(1) Mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr wird bestraft, wer 

  1. Geld in der Absicht nachmacht, daß es als echt in Verkehr gebracht oder daß ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde, oder Geld in dieser Absicht so verfälscht, daß der Anschein eines höheren Wertes hervorgerufen wird, 
  2. falsches Geld in dieser Absicht sich verschafft oder feilhält oder
  3. falsches Geld, das er unter den Voraussetzungen der Nummer 1 oder 2 nachgemacht, verfälscht oder sich verschafft hat, als echt in Verkehr bringt. 

(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Geldfälschung verbunden hat, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren. 

(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen


§ 147 StGB - Inverkehrbringen von Falschgeld 

(1) Wer, abgesehen von den Fällen des § 146, falsches Geld als echt in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) Der Versuch ist strafbar


Dementsprechend könntest Du zur Polizei gehen und die Person anzeigen.

Das Falschgeld was Du erhalten hast, wird dann nach folgender Rechtsgrundlage von der Polizei sichergestellt / beschlagnahmt:


§ 94 StPO - (Beweisgegenstände) 

(1) Gegenstände, die als Beweismittel für die Untersuchung von Bedeutung sein können, sind in Verwahrung zu nehmen oder in anderer Weise sicherzustellen.

(2) Befinden sich die Gegenstände in dem Gewahrsam einer Person und werden sie nicht freiwillig herausgegeben, so bedarf es der Beschlagnahme.

3) Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Führerscheine, die der Einziehung unterliegen.


Das Geld bist Du los und leider Gottes, steht Dir in dem Fall noch nicht einmal Ersatz von der Polizei zu. Aber auf der anderen Seite darfst Du das Geld sowieso nicht ausgeben oder weitergeben, dann würdest Du Dich ja selber strafbar machen.

Du kannst aber natürlich versuchen von der Person das Dir zustehende echte Geld zu bekommen. Das wäre dann aber Zivilrecht und der Versuch das Geld zurück zu bekommen, würde Dich erstmal Geld kosten. Nur wenn Du das Geld einklagst und den Prozess gewinnst, muss der Verlierer des Prozesses auch alle Verfahrenskosten tragen.

Schöne Grüße
TheGrow

Nette Antwort. Allerdings bin ich der Auffassung, dass die Sicherstellung/Beschlagnahme nach § 94 StPO eher nicht anzuwenden ist. Sh. § 150 Abs. 2 StGB, daher wäre in solchen Fällen  der § 111b StPO die richtige Vorschrift.

@furbo

Danke für den Hinweis. Deine Antwort ist natürlich völlig korrekt. Wobei ich in dem Fall trotzdem das Geld nach der von mir genannten Rechtsgrundlage sicherstellen oder beschlagnahmen würde, denn erst einmal ist das Falschgeld für mich ein Beweisgegenstand.

Die Einziehung nach der von Dir genannten Rechtsgrundlage kann ein Richter immer noch nach Abschluss der Gerichtsverfahrens anordnen.

Aber im Endeffekt spielt es  für den Fragesteller auch keine große Rolle, nach welcher Rechtsgrundlage ihm das Falschgeld auf gut deutsch weggenommen wird, das Ergebnis ist für ihn das Gleiche. Das Falschgeld wird ihm abgenommen :-)

Aber auf jeden Fall gabs von mir für Deinen Hinweis einen Daumen hoch.

@TheGrow

Danke für den erhobenen Daumen :-).

Ich bin in Sachen Sicherstellung ein gebranntes Kind. Da kann - insbesondere bei Sicherstellungen nach 94 - einiges in's Auge gehen.

Besser ist m.E. immer die Sicherstellung nach 111b ff StPO, da sie sehr klare Rechtsverhältnisse schafft und sicherer ist als die nach § 94 (allerdings nur bei Verfalls- und Einziehungsgegenständen anwendbar - beachte, dass es bei Beziehungsgegenständen einer besonderen Einziehungsregel bedarf - wie in dem geschilderten Fall der 150 StGB).

Der §  94 beinhaltet kein relatives Veräußerungsverbot (§ 136 BGB) so wie der § 111c StPO; was in der Praxis häufig zu heftigen Problemen führen kann. Allerdings wäre die Veräußerung sichergestellten Falschgeldes m.E. ein eigenständiger Straftatbestand, so dass die Gefahr einer Veräußerung kaum besteht. Handelt es sich aber nur um inkriminiertes Geld, das nach 94 sichergestellt wurde, stände einer Veräußerung wenig im Weg = der Staat ist zwar noch körperlich in Besitz des sichergestellten Geldes/der sichergestellten Sache, es gehört aber nun einer anderen Person, die ihrerseits Ansprüche geltend machen kann (im Endeffekt ist die Kohle weg...).

Hoffe, meine Ausführungen sind nicht zu sehr theoretisch, obwohl sie Erfahrungen aus der Praxis wiedergeben.

Das solltest du sogar machen. Du darfst das Geld nicht weitergeben, damit machst du dich strafbar!!! Die Person somit auch, weil sie dir das Falschgeld angedreht hat. Du hast einen Verlust. Du bekommst das Geld nicht ersetzt. MfG

Jaa kannst du

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