Kann ich den Unterhalt kürzen?

5 Antworten

Wenn es einen Titel über den Unterhalt gibt, so müsstest du diesen erst abändern lassen, um ggf. weniger Unterhalt zahlen zu dürfen. Bis zur Einleitung der Abänderung muss der bisher titulierte Unterhalt in gleicher Höhe weitergezahlt werden.

(Sollte es keinen Unterhaltstitel geben, würde eine Absprache mit der Kindsmutter ausreichen, da sie keine Grundlage hätte, Unterhalt in bestimmter Höhe einzuklagen...)

 Laut den Berechnern im Internet bezahle ich jetzt schon zu viel? 

Bei einem "unterhaltsrelevanten Einkommen bis 1500 Euro stehen einem Kind zwischen 6 und 11 Jahren nach "Düsseldorfer Tabelle" derzeit 284 Euro zu, ab 1501 Euro wären es 303 Euro. (http://www.finanztip.de/duesseldorfer-tabelle/)

Ich habe eine Altersvorsorge in welche ich 100€ im Monat einzahle, Wohnriester mit 120€ und einen Kredit mit 99€. Miete liegt zur Zeit bei 500€, 

Beiträge zur eigenen Altersvorsorge können angerechnet werden auf das Netto, so dass sich das "unterhaltsrelevante Einkommen" verringert. Fahrtkosten werden als "berufsbedingte Ausgaben" berücksichtigt und dafür ca. 5% vom Netto veranschlagt (max. 150 Euro).

Die Miete spielt keine Rolle, für Wohnkosten ist im "Selbstbehalt" ein Pauschalbetrag enthalten. 

Kredite o.ä. werden nicht berücksichtigt.

Des Weiteren planen meine Partnerin und ich ein Kind, sowie zu Heiraten. Hat dies Auswirkungen?

Das Einkommen der Ehefrau würde nicht mit angerechnet, sie ist dem Kind ja nicht unterhaltspflichtig.

Weiteren leiblichen Kindern wärst du ebenfalls unterhaltspflichtig, dies könnte sich auf den Unterhalt für das erste Kind ggf. auswirken...

Selbständig kannst du den Unterhalt nicht kürzen. Du kannst nur vor dem Familiengericht eine Änderungsklage erheben. Dort musst du dann deine neuen Verhältnisse offen legen.

Der Unterhalt errechnet sich aus deinem tatsächlichen Einkommen. Dass du Beiträge für Vorsorge aufwendest, ist dein Problem. Das musst du dir auch leisten können.

Sonst könnten sich Unterhaltspflichtige ja einfach arm rechnen, indem sie einen Haufen Schulden machen.

Nach der aktuell gültigen Düsseldorfer Tabelle liegt der Mindestunterhalt für ein 6-jähriges Kind bei 284,- Euro. Du zahlst also nicht zu viel, sondern leider jetzt schon zu wenig.

Diesen Mindestunterhalt musst Du zahlen, egal ob Du deinen Job kündigst, heiratest oder ein weiteres Kind bekommst. Nur, falls Du nachweisen könntest, dass Du bei aller Anstrengung nicht genug verdienen kannst, um diesen Unterhalt zu zahlen, auch nicht durch einen Nebenjob, und dass es nicht möglich ist, die Kreditrate zu verringern, müsstest Du weniger zahlen. Das ist fast unmöglich nachzuweisen.

In Deinem Fall kommt zweierlei hinzu: Erstens hast Du selber ohne Not die Stelle gekündigt. Wenn Du das tust, kannst Du dich nicht hinterher darauf berufen, nicht genug zu verdienen um den vollen Kindesunterhalt zu zahlen. zweitens bezahlst Du zu viel für Deine zusätzliche Altersvorsorge. Rechtlich darfst Du insgesamt bis zu 4% Deines Bruttoeinkommens als zusätzliche Altersvorsorge ausgeben, Du liegst aber mit Sicherheit über diesem Betrag.

Den mindest unterhalt muss du trotzdem bezahlen. Du hast eine gesteigerte erwerbsobliegenheit. Auch Heirat ändert nichts dran. Ehefrau zählt erst nach den kindern. Auch wenn ihr noch eins bekommt muss du versuchen fur jedes kind den mindest unterhalt zubezahlen Deine Frau kommt zu letzt. Am besten sie hat ne Arbeit denn eh sie Geld sieht müsstest du sehr viel verdienen das es für alle langt. Und Kredit zählt nicht in der Berechnung mit.

Den Kindenunterhalt kann man nur kürzen wenn man unverschuldet weniger verdient. Wie bei Krankheit / Berufunfähigkeit - das kann nur ein Fachanwalt für Familienrecht ausrechnen. Dir bleiben die gesetztlichen mindestbeträge was darüber hinaus geht wird zum Unterhalt eingerechnet also derzeit 1080€ netto.

MIt 277€ zahlst du zuwenig

bei einem einkommen 1501 - 1900€ wäre 395 zu zahlen

Selbst bei einem Einkommen unter 1500€ würde deine zahlunsgverpflichtung noch 376€ betragen

Sei  informiert das zu wenig Unterhalt nicht einfach unter den Tisch fällt. kommt die Mutter auf die Idee das mal nachzuprüfen hast du alles nachzuzahklen bis auf den letzten cent.da verjährt erstmal nix - soweit mir bekannt erst mit erreichen des 21 Lebensjahres des kindes  könnte die Forderung verjähren und bis dahin kann sich schnell ein 4-5 stelliger Betrag ansammeln.

Ich wäre da ganz vorsichtig und würde meine Zahlungsverpflichtung sofort neu berechnen lassen.

Ich meinte natürlich 377€

beim Unterhalt muss aber noch das haelftige Kindergeld abgezogen werden, dann ist man erst auf dem Zahlbetrag. Trotzdem zahlt der FS zu wenig und bei dem Versuch, das nach unten korrigieren zu lassen, koennte er auch raufgesetzt werden, dem stimme ich zu.

Nachforderungen sind aber nicht moeglich, nur fuer sie Zukunft kann mehr gefordert werden. Rueckwirkende Forderungen sind nicht moeglich und selbst wenn man einen Titel hat, dann verwirkt man inzwischen seinen Anspruch, wenn man ihn nicht regelmaessig einfordert bzw. pfaendet (nach einem Jahr).

@petrapetra64
Nachforderungen sind aber nicht moeglich, nur fuer sie Zukunft kann mehr gefordert werden. Rueckwirkende Forderungen sind nicht moeglich und selbst wenn man einen Titel hat, dann verwirkt man inzwischen seinen Anspruch, wenn man ihn nicht regelmaessig einfordert bzw. pfaendet (nach einem Jahr).

Das ist falsch!

Bei der Verjährung des Unterhalts ist zu unterscheiden, um welche Art des Unterhalt es sich handelt, da auch verschiedene Verjährungsfristen gelten. Der Anspruch auf Kindesunterhalt von minderjährigen Kindern gegenüber ihren unterhaltspflichtigen Eltern/ Elternteilen verjährt zunächst einmal nicht. Erst mit Eintritt der Volljährigkeit, also am Tag des 18. Geburtstags, beginnt die dreijährige Verjährungsfrist zu laufen und endet mit Ablauf des 21. Geburtstags.

siehe z.B.: http://www.unterhalt.net/unterhaltsrecht/verjaehrung.html

Rückstände nur forderbar wenn man aller zwei jahre den Unterhalt berechnen lassen hat . hat man dies nicht getan hat man stillschweigend die zahlende Summe akzeptiert. Max nu 1 jahr rückwirkend. Man kann ja jahre lang nix verändern und dann weil man sich streitet z.b. plötzlich den ex in Schulden stürzen. sowas givt es nicht. wenn man eone bestimmte Summe zahlt ist das so lamge ok bis die kindsmutter ihren unterhaltsanspruch neu berechnem lassen tut. lg

@claudialeitert

Du irrst, es obliegt dem Unterhalspflichtigen sich über die Höhe des Unterhalts sich regelmäßig zu informieren und den Unterhalt entsprechen anzupassen. Und die Forderungen verjähren erst s.o. oder mal danach googeln.

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