Kann ich den Kauf für Infrarot-/Marmorheizungen Rückgänig machen?

5 Antworten

Ich halt die Chancen für sehr schlecht. Dazu müssten die Stromkosten schon eine im Kaufvertrag zugesicherte Eigenschaft gewesen sein. Dass Verbrauchsrechnungen vom optimalen Fall ausgehen, dürfte jedem klar sein. Es sind nur grobe Richtwerte. Dass mit Strom heizen fast so teuer ist wie Geldscheine in einem Ofen zu verbrennen, ist auch kein Geheimnis.

26000kWh sind eine Menge. Das entspricht 4,6 Tonnen Kohle oder 2600 Liter Heizöl. So ein Verbrauch wäre nur bei einem vollkommen ungedämmten Haus dieser Größe realistisch. Mein Haus ist etwa so groß, ein wenig gedämmt, ich heize mit Kohle und komme mit 2 Tonnen davon bequem über den Winter. Ich beheize aber auch nicht alle Räume, sondern gehe vernünftig mit der Heizenergie um.

An deinen hohen Heizkosten ist die Heizung nicht Schuld, denn Elektroheizungen arbeiten prinzipbedingt mit nahezu 100% Wirkungsgrad.

Häufige Ursachen für hohe Heizkosten sind neben fehlender oder unzureichender Dämmung:

Das Beheizen ungenutzter oder wenig genutzter Räume
Heizen bei offenem Fenster
Raumtemperaturen über 20°C

Legt man die Ergebnisse der TU Kaiserslautern zugrunde (aus den Jahren 2008/2009), dann zeigt sich, dass pro Quadratmeter Wohnfläche für das Heizen mit einer Infrarotheizung etwa 15,14 Euro/m² (71,21 kWh/m2 * 0,2126 €/kWh) anfallen. Heizen mit Gas kostet hingegen nur 10,24 Euro/m² (187,85 kWh/m2 * 0,0545 €/kWh). Heizen mit Gas ist also günstiger. Zwar verbraucht die Gasheizung mehr Kilowattstunden pro Quadratmeter, diese sind jedoch auch deutlich günstiger. Nimmt man aktuellere Durchschnittspreise für die Energieträger an (Gas 7,2 Cent/kWh, Strom 28 Cent/kWh), so zeigt sich, dass der Kostenvorteil mittlerweile sogar noch stärker zugunsten von Gas ausfällt.

Hinzu kommt noch, dass die Bereitstellung von warmem Trinkwasser zum Duschen etc. in dieser Studie ausgeblendet wurde. Eine Gasheizung übernimmt das gleich mit und dabei relativ günstig. Wer nur mit Infrarotheizungen heizt, benötigt auch elektrisch erwärmtes Trinkwasser. Pro Person sind das im Jahr etwa 1.000 kWh extra, die so mit teurem Strom erzeugt werden müssen.

https://www.energieheld.de/heizung/elektroheizung/infrarotheizung/test

V o r der Anschaffung einmal im Netz umgesehen und auf die kritischen Stimmen gehört, dann wäre Dir viel Ärger erspart geblieben.

Jetzt kann eigentlich nur noch ein Anwalt, der sich auf Verbraucherrecht spezialisiert hat, helfen. Vorher mal informieren, ob es die Anbieterfirma überhaupt nocht gibt. Viele mußten Insolvenz anmelden.

Woher ich das weiß:Recherche

Kurzes Nachdenken ergibt: Heizen mit Strom ? Wer kommt denn auf eine solche Idee ?

Kurzes Googeln ergibt:

Infrarotheizungen funktionieren nach einem vollkommen anderen Prinzip als herkömmliche Konvektionsheizungen. Ihre Strahlungswärme erwärmt nicht die Raumluft, sondern die Wände, Decken, Möbel und Körper direkt. Vergleichbar mit einem Sonnenbad empfindet der menschliche Organismus diese Tiefenwärme als besonders angenehm. Selbst positive gesundheitliche Auswirkungen werden der Strahlungswärme nachgesagt. Im Kreuzfeuer der Kritik stehen Infrarotheizungen, da sie mit Strom funktionieren. Aus Strom Wärme zu generieren ist aufgrund der immer steigenden Strompreise besonders teuer und aufgrund des hohen Kohlendioxidausstoßes wenig klimafreundlich. Während die Anbieter mit tollen Rechenbeispielen aufzeigen, dass sich Infrarotheizungen wirtschaftlich darstellen lassen, warnen Gegner vor hohen Stromrechnungen.

https://www.heizsparer.de/heizung/heizungssysteme/elektroheizung/inftrarotheizung

Also Techniker kann ich nur hinzufügen: der Wirkungsgrad von Stromheizungen ist immer 100% .. die Verluste treten im Kraftwerk und auf den Leitungen auf. Darum muss Strom auch immer viel teurer sein als andere Brennstoffe (pro KWh). Früher gabs mal Nachtspeicheröfen, verbunden mit Sonderpreisen, weil die Energieversporger nachts zuviel Strom produziert haben. Da dieser Kostenvorteil mittlerweile nicht mehr besteht, sind diese Anlage auch völlig unwirtschaftlich geworden.

Zur Frage: ich glaube kaum, dass man eine Fehlberatung einklagen kann .. dann könnte der Hersteller ja wohl ALLE PRODUKTE die mit Strom heizen, zurücknehmen. Würde jedenfall ein sehr kompliziertes Beweisverfahren, z.B. im Prospekt eindeutige Falschdarstellungen nachzuweisen.

Woher ich das weiß:Recherche

Wärmestrom hat nach wie vor einen Kostenvorteil. Verbrauchsstrom kostet aktuell im Schnitt gut 22 ct netto kW/hTendenz steigend, während Wärmestrom bei gut 15 ct netto kW/h bei gleichbleibender Tendenz liegt

Es ist ganz klar, dass so eine "Marmor-Heizung" mit elektrischem Strom betrieben wird, was entsprechend teuer ist.

Im Nachhinein kann man da nicht mehr viel machen.

Ein Kachelofen sendet auch Wärmestrahlung aus und verursacht dabei weniger Energiekosten als ein Marmor-Heizkörper.

Es liegt im Ermessen eines Wohnungsbesitzers, die passende Heizung einzubauen, die nicht allzuhohe Kosten verursacht. Man sollte nicht anderen Leuten die Schuld geben, wenn man selber "unpassende" Sachen einkauft.

Mir hat man falsche Zahlen im Verbrauch genannt. Wenn es bei den Angaben geblieben wäre wurde ich nicht nachfragen ob es Möglichkeiten gibt.

@dezember73

Wenn es zu einem Rechtsstreit kommt, indem du einen Anwalt damit beauftragst, dann wird der Verkäufer dieser Heizung argumentieren, du hättest eben zu viel Energie verbraucht, weil du die Fenster zum Lüften geöffnet hast. Und das liegt in deinem Ermessen, das ist nicht in seiner Verantwortung.

Eine Heizung + Isolierung des Hauses + Lüftung durch die Fenster - das ist immer ein Gesamtkonzept.

Meine Familie braucht auch zu viel Energie beim Heizen: Wir haben eine Erdgas-Heizung. Meine Frau besteht auf mindestens 22 °C in der Wohung, das ist "realsierbar", aber es kostet ;)

Das kommt auf deinen Vertrag an. Steht das Senf und du hast Ketchup, dann verlange erst einmal eine Nachbesserung. Erst danach kannst du vom Kaufvertrag zurücktreten.

Eine Solaranlage ist bei einer Stromheizung eher ein Tropfen aus den heißen Stein

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