Kann ich bei einer Mahnung mit fester Vertragsstrafe zusätzlich eine Mahngebühr einfließen lassen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So eine Vertragsstrafe wird dir vor Gericht grundsätzlich um die Ohren gehauen. Das geht zwischen Privatleuten nicht.

Wie HansderVater schreibt, darfst du maximal beispielsweise 1,50€ für eine Mahnung verlangen. Und wenn du 20 Mahnungen schreibst, haut dir das ein Richter auch um die Ohren.

Vermutlich wird das, was du da mit dem anderen Vereinbart hast, als ganz normaler Zins ausgelegt. Also ab dem Zeitpunkt, wo du die Rate anmahnst, 5% per Jahr. Du kannst das hier nachrechnen: www.basiszins.de/zinsrechner und dort einen statischen Zinssatz von 5% eintragen.

Das hört sich fast so an, als wäre mein privater Darlehensvertrag damit nicht rechtskräftig. Denn wir haben angegeben, dass das Darlehen unverzinslich ist, aber für den Fall, dass nicht gezahlt wird die genannte Vertragsstrafe von 5€ draufgepackt wird. Wie soll ich das jetzt händeln? Soll ich in der Mahnung schreiben, dass ich von den 5€ absehe (evtl. mit Begründung) und nur die 1,50€ aufschlagen oder wie kann ich das machen?

Der jährliche Zinssatz beläuft sich auf ein paar Cent.. Kann ich auch davon absehen.

@ichimma

Entscheide dich mal, ob im Vertrag nun 5% steht oder 5€.

Der jährliche Zinssatz beläuft sich auf ein paar Cent.. Kann ich auch davon absehen.

Natürlich kannst du davon absehen. Das ist ja deine Entscheidung, auf den 5€ zu bestehen oder entsprechend günstigere Mahnungen zu verschicken.

Ob du die 5€ durchbekommst, kann ich dir nicht endgültig sagen. Ich vermute nicht. Aber wenn der Gegenüber sich nicht wehrt...

@mepeisen

Sorry, die 5% stehen *nicht* im Vertrag, sondern nur die Vertragsstrafe von 5€. Das mit den 5% habe ich irgendwo gelesen, dass diese gesetzlich als Verzugsgebühr erhoben werden können. Vielleicht habe ich mich auch fehlinformiert. Die Vertragsstrafe tritt dann in Kraft, wenn der Schuldner die monatliche Rate (à 50€ == 5% des Gesamttilgungsbetrages) nicht bis spätestens 10 Tage nach Ende des Monats begleicht (sprich die Rate Oktober kann bis 10.11. beglichen werden).
Mir ging es nur darum, ob ich die o.g. 5% nun extra aufschlagen kann und inzwischen hat sich mir die Frage der Rechtskräftigkeit meiner 5€ Vertragsstrafe noch dazu aufgetan. ...

@ichimma

Ab Datum der Mahnung befindet sich der gegenüber endgültig im Verzug. Hier könnte sogar schon ohne Mahnung der Verzug ausgelöst sein (die Ausnahme-Regelung lautet: Bei im Vertrag eindeutig kalendarisch bestimmten Fälligkeiten). Ab Verzug kann der sogenannte Verzugszins durchaus gefordert werden. Das sind aufs Jahr derzeit 4,12%, wenn ich nicht irre (5% über dem derzeit negativen Basiszins). Allerdings nur auf diese 50€ gerechnet. Das wären also nicht mal ein Cent pro Tag.

@mepeisen

Also lasse ich die Verzugszinsen einfach entfallen, sowie die Strafgebühr, mahne einfach nur ab, setze die Mahnkosten (Brief etc., 1,50€) an und wenn er weiterhin nicht zahlt, zeige ich ihn an?

@ichimma

Wieso anzeigen? Die Polizei hilft dir nicht. Wenn er weiterhin nicht zahlt, beantragst du beispielsweise einen gerichtlichen Mahnbescheid. Das geht auch online. Wenn er dem nicht widerspricht, kannst du einen Vollstreckungsbescheid beantragen und aus diesem dann einen Gerichtsvollzieher bei ihm pfänden lassen.

mahngebühren bis zur höhe der tatsächlichen kosten sind ok also papier umschlag und porto bis max €1,50

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