kann ich als mutter den unterhaltsvorschuss umgehen?

3 Antworten

Ein "Umgehen" des Unterhaltsvorschusses ist nicht möglich, das Jobcenter wird dich auffordern, diesen zu beantragen und tust du's nicht, kürzen sie dir deine ALG-2-Leistungen um den entsprechenden Betrag. Wenn du also nicht irgendwann einen UVG-Bescheid vorlegen kannst, gibt's weniger Kohle vom Amt, so einfach ist das. Die bestehen da drauf, weil ALG 2 und UVG aus unterschiedlichen Haushalten gezahlt werden (Bund bzw. Land).

Das Sorgerecht ersetzt keinen Unterhalt, und eine Festlegug der Betreuungszeiten ändert noch nichts an der Höhe des zu zahlenden Barunterhaltes (und damit des Unterhaltsvorschusses). Diese Höhe ändert sich erst, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil anstelle des Bargeldes Unterhalt als Sachleistung bietet während einer solchen Zeit einer Betreuung.

Beispielsweise durch Essen. Das wäre eine solche Sachleistung. Füttert also der Kindsvater ein Kind einen halben Monat lang durch, dann muss er entsprechend weniger Bar-Unterhalt leisten - bzw. häuft entsprechend weniger Bar-Schulden an (auch beim Unterhaltsvorschuss-Träger).

Dass die Kindsmutter für diese Zeit, in der der Vater füttert, anteilig weniger ALG II bzw. Sozialgeld erhält für das Kind - und der Kindsvater entsprechend mehr, falls er ALG II bekommt -, ist der krönenden Witz an diesem Versuch, den Staat um die Ecke zu behumpsen.

Aber der zentrale Grund, warum der Staat es nicht mag, dass auf Unterhaltsvorschuss verzichtet wird, damit man mehr ALG II erhält: Der Staat würde sich das Geld gerne wieder zurückholen von dem Elternteil, das Kindesunterhalt zahlen müsste, es aber nicht tut - falls der später mal schwerreich wird, ist das ja auch sehr verständlich!

"Der andere Elternteil kann zum Regress herangezogen werden, wenn er in unterhaltsrechtlich vorwerfbarer Weise seine Unterhaltspflichten verletzt." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Unterhaltsvorschuss

Das klappt aber offensichtlich nicht oft, wie es dort weiter heißt: "Durchschnittlich wurden in den Jahren 2005 bis 2010 beim Regress 17 bis 20 Prozent von den Unterhaltsschuldnern in Deutschland laut Aussage der Bundesregierung zurückgeholt."

Insofern muss der derzeit klamme Kindsvater auch nicht allzu große Angst haben, dass neben seinen Schulden bei Karstadt und Konsorten auch noch die beim Staat viel verändern an seiner Situation.

Gruß aus Berlin, Gerd

Erstmal ist das das Jobcenter und nicht die Jobbörse...Und sie erfährt es weil sie dich auffordert den Unterhaltsvorschuss zu beantragen wenn der Vater nicht zahlen will oder kann. So wird ja dein bzw. der Bedarf deines Kindes verringert. Und was die anderweitigen Geldquellen angeht hoffe ich, dass damit nicht Schwarzarbeit gemeint ist! Und wenn doch wirst du hoffentlich erwischt und musst ordentlich Strafe wegen Sozialbetruges und Schwarzarbeit zahlen!

nein, keine schwarzarbeit - alles völlig harmlos. ich möchte das amt nicht betrügen, sondern nur einen weg finden, das ohne unterhaltsvorschuss zu regeln. das amt oder der staat würde dadurch keinen schaden erleiden, ebenso wie das kind. irgentwelche betrügereien sind nicht mein ding, dafür bin ich zu friedliebend.

@himmelhoch

Den UHV wirst du nicht umgehen können. Wenn du den Antrag nicht von dir aus stellst hat das Jobcenter die Möglichkeit ihn für dich zu stellen und dann den Mindestunterhalt anzurechnen. Dadurch hast du dann weniger Geld als vorher, auch wenn du noch keinen UHV ausgezahlt bekommst. Und sie haben die Möglichkeit dich mit § 66 SGB X zur Mitwirkung aufzufordern den Bescheid vom UHV einzureichen. Wenn du den nicht einreichst werden sie die Leistung sicher nach ein Paar Wochen komplett entziehen.

@himmelhoch

Aber gut dass du keine krummen Dinger am Laufen hast ;-)

Was möchtest Du wissen?