Kann ein Vermieter Schadenersatzanspruch erheben wegen einer nicht genommen Wohnung?

11 Antworten

Ein Vertrag setzt übereinstimmende Willenserklärungen durch Angebot und Annahme voraus.

Ohne Details wie Mietbeginn, Miethöhe, Betriebskosten, Kaution, Treppenhausreinigungspflicht usw. magelt es dem; das bekundete grds. Interesse verpflichtet die Parteien nicht zu weiteren Verhandlungen, die jederzeit abgebrochen werden durften.

Da antwortet man zugangssicher, etwa per Einwurfeinschreiben:

"...   wir bestätigen den Erhalt Ihres Schreibens von [Datum], in dem sie 1000 EUR Schadensersatz beanspruchen.

Diese Forderung weisen wir als unberechtigt vollumfänglich zurück.

Einem behauptetem Anspruch aus Vorvertrag, der  gem. §§ 280 I, 311 I BGB zum Ersatz des entstandenen Schadens wegen Verletzung einer Nebenpflicht berechtigt, mangelt es schlicht, da es keinerlei substantiierte Aussagen, nicht einmal ein Angebot über Mietbeginn, Miethöhe, Betriebskosten, Energiepass usw. gab.

Ebensowenig greift gem. § 311 II Nr.1 BGB ein Schuldverhältnis mit Rücksichtnahmepflichten aus § 241 II BGB ohne verhandelbares Angebot, lediglich durch Vereinbarung, die Aufnahme von weiteren Vertragsverhandlungen am Folgetag wieder aufzunehmen zu wollen.

Mit unverzüglicher Terminabsage sind die Verhandlungen über einen denkbaren Mietvertragsschluss aber unschädlich beendet worden.

Einer Klage sehen wir daher gelassen entgegen.

Die ladungsfähige Abschrift der Zeugin [Name] lautet: [Anschrift]

[Unterschriften]"

G imager761

... die Antworten einiger hier irritieren mich doch sehr. Im Mietrecht gilt doch auch das gesprochene Wort, so jedenfalls der BGH, und wenn zugesagt wurde, so ja die Frage, gibt es eben auch einen (noch mündlichen) Vertrag. Da dieser bisher nicht gekündigt wurde, hat ein Vermieter auch keinen Anspruch auf Ersatz eines Schadens, denn diesen gibt es ja gar nicht. Er hat Anspruch auf die vereinbarte Miete und diesen ab Übergabe. Viel Glück.

Eine grundsätzliche Bereitschaft ist noch kein Vertrag. Der Vermieter hätte doch noch ein wenig warten müssen.

Ganz davon abgesehen hat er jetzt doch mehr als 3 Monate Zeit, die Wohnung anderweitig zu vermieten, er wird doch wohl keine Fristlose ausgesprochen haben.

Da hat der V. aber tief in die Trickkiste gegriffen. Es gab lediglich Interessenbekundung. Mit welchem Grund will denn der V. die jetzige Mieterin gekündigt haben? Neuvermietung ist kein zulässiger Grund. Die KF betrüge außerdem mindestens 3 Monate oder bei langer Mietzeit bis zu neun Monate. Die Forderung ist unrechtmäßig und nicht zu bezahlen. Am Besten hier schweigen und nicht reagieren. Ich glaube kaum, dass der Raffzahn klagen wird, er weiß genau, dass er verlieren würde.

Meine Schwester war auch dabei bei der Besichtigung. Sie meinte am Ende der Besichtigung, dass meine Eltern die Wohnung nehmen würden und dann am nächsten Tag sich nochmal treffen würden, um Details zu besprechen.

Dann ist kein Mietvertrag zustande gekommen.

Wäre man sich in Details einig gewesen, wäre die Lage anders.

Nun haben Sie aber einen Brief bekommen vom Vermieter, in dem er 1000 Euro (ca. zwei Monatsmieten) Schadenersatz verlangt, da er schon der Mieterin, die momentan dort noch lebt, gekündigt hat, da meine Eltern ja Interesse gezeigt hatten

Sich Nachmieter suchen und dann den Mietern kündigen das ist schon sehr ungewöhnlich.

Das sieht einfach nach Abzocke aus.

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