Kann ein Kreditinstitut von einem Arbeitgeber Informationen einholen, bzw. ist es so üblich?

8 Antworten

die kreditinstitute erkundigen sich definitiv NICHT beim arbeitgeber. bei einer kreditvergabe benötigt das kreditinstitut einige persönliche angaben vom kreditnehmer (z.b. familienstand, datum: wohnhaft seit; anzahl der eig. kinder etc. ausserdem angabe seit wann du bei dem jetzigen arbeitgeber bist oder evtl noch in der probezeit). diese angaben fließen dann in das sogenannte scoringsystem ein. dieses ergebnis legt den kreditzins fest.

In der Regel wollen die Banken die letzten 3 Abrechnungen sehen. Sie können darüberhinaus auch Informationen bei Deinem Arbeitgeber einholen. Wenn alles Raten pktl. bezahlt werden, besteht nach normalem Ermessen kein Grund, sich beim Arbeitgeber über Dich zu informieren. Sollte das so passiert sein, würde ich bei der Bank einfach mal nach dem Grund fragen.

Hallo shaze,

gerne kann ich dir aus meiner Praxis berichten: Es gibt durchaus Gründe, in denen eine Bank eine sog. "Arbeitgeberrückfrage" durchführt.

Entweder

a) weil diese stichprobenartig im Falle eines automatisierten Kreditvergabesystems durch die EDV angefragt wird oder

b) etwas an dem Kreditfall so außergewöhnlich ist (z.B. Höhe der Gehaltsangabe, Zweifel an Echtheit der Gehaltsabrechnungen, Höhe des Kreditbetrages, allgemein bekannte finanziell schlechte Lage des Unternehmens, unbekannter Arbeitgeber, etc.) das sich eine Arbeitgeberrückfrage aus Sicherheitsgründen für die Bank gebietet.

Nun zu der Frage: Was ist eine Arbeitgeberrückfrage und was passiert hierbei: Üblicherweise erfolgt eine einfache Arbeitgeberrückfrage verdeckt, d.h. die Bank ruft als Frau Müller an und fragt nach dem Mitarbeiter Herrn [Bankkundennamen]. Hiermit lässt zumindest schon mal feststellen, dass der Mitarbeiter X immernoch in ungekündigter Stellung beim Unternehmen beschäftigt ist.

In ganz seltenen Fällen und im absoluten Ausnahmefall wird verdeckt nach der Personalabteilung des Unternehmens gefragt und dort dann - etwas offener - nach dem Mitarbeiter und / oder Gehaltsdaten gefragt; dies zumeist nur in Fällen in denen ein versuchter Betrug mehr als offensichtlich ist (z.B. Überdeckungsspuren auf der Gehaltsabrechnung, ungewöhnliche Kopierstreifen, etc.)

Üblicherweise genügt aber schon die verdeckte Frage nach einer Vermittlung zum Bankkunden und somit die Prüfung, ob die Person noch beim Unternehmen tätig ist. Insoweit keine Sache vor der man sich als "normaler Bankkunde" fürchten müsste.

Quelle: Berufserfahrung

Grüße, MacGyver

Ich war sehr überrascht, als meine personalabteilung mich anrief und mir sagte, dass die commerzbank anfrug, ob ich tatsächlich im unternehmen arbeite. denken die, ich habe die gehaltsnachweise selbst gemalt?! der datenschutz verbietet es meiner personalabteilung hier eine auskunft zu geben - und so wünsche ich das auch! zudem finde ich das verhalten der bank sehr dreist. ich habe daraufhin meine geschäftsbeziehungen mit der commerzbank beendet!

Nein, aber einen Gehaltsnachweis (letzte 3 Monate z.B.) und Arbeitsvertrag wollen sie natürlich immer sehen.
Was geht es Deinen Arbeitgeber an, dass Du einen Kredit aufnehmen willst?!

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