Kann die deutsche Staatsbürgerschaft in diesem Falle entfernt werden?

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Grundsaetzlich ja. Geregelt ist dies im StAG § 25 Abs. 1 folgendermassen:

"Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag oder auf den Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte. Der Verlust nach Satz 1 tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union, der Schweiz oder eines Staates erwirbt, mit dem die Bundesrepublik Deutschland einen völkerrechtlichen Vertrag nach § 12 Abs. 3 abgeschlossen hat."

Es wird also Bezug auf StAG § 19 genommen:

"(1) Die Entlassung einer Person, die unter elterlicher Sorge oder unter Vormundschaft steht, kann nur von dem gesetzlichen Vertreter und nur mit Genehmigung des deutschen Familiengerichts beantragt werden.

(2) Die Genehmigung des Familiengerichts ist nicht erforderlich, wenn der Vater oder die Mutter die Entlassung für sich und zugleich kraft elterlicher Sorge für ein Kind beantragt und dem Antragsteller die Sorge für die Person dieses Kindes zusteht."

Danke für deine Mühe, sogar mit Gesetzestext!

@verreisterNutzer

Es erscheint allerdings fraglich, ob der syrische Vater und auch dessen Kind bei der Einbuergerung ueberhaupt die syrische Staatsangehoerigkeit aufgeben mussten. Syrien entlaesst in aller Regel niemanden aus der Staatsangehoerigkeit. Darum steht Syrien auch auf der Liste der Staaten, deren Staatsangehoerige auch ohne Aufgabe der Staatsangehoerigkeit eingebuergert werden koennen.

Wurde die syrische Staatsangehoerigkeit aber nie aufgegeben, kann sie auch nicht neu erworben werden. Sie ist dann ja nach wie vor vorhanden. Ohne Erhalt einer auslaendischen Staatsangehoerigkeit auf Antrag kann die deutsche Staatsangehoerigkeit dann natuerlich auch nicht nach StAG § 25 verloren gehen.

Dann sollte die Mutter dafür sorgen, dass das Kind eben NICHT die syrische Staatsangehörigkeit bekommt. Das wäre nämlich schon ein Anzeichen dafür, dass der Vater vorhaben könnte, sich mit dem Kind abzusetzen

Hätte ich mir in diesem Falle auch gedacht! Und was wenn es beantragt wurde, was könnte das Kind noch dagegen machen (falls es volljährig wurde und noch wegen der französischen Staatsbürgerschaft Freizügigkeit in Deutschland genießen kann?)

Wie DerCaveman schon geschrieben hat, würden der Vater und der Sohn dadurch die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren.

Da es sich hier aber um die Staatsangehoerigkeit Syriens handelt, duerften Vater und Sohn damals unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit eingebuergert worden sein und somit ihre syrischen Staatsangehoerigkeiten behalten haben. Dann koennen diese aber gar nicht neu beantragt werden (sie sind ja nach wie vor vorhanden) und somit kann auch kein Verlust der deutschen Staatsangehoerigkeiten nach StAG § 25 erfolgen.

@DerCaveman

Stimmt. Auch wenn FS das nicht vermerkt hat, sor erscheint es mir als logisch.

Nö.!!

interessant. Theoretisch gesehen hat der Vater in diesem Falle eine Ausländische Staatsbürgerschaft beantragt und somit ist der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit vorprogrammiert.

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