Kann die Arbeitsagentur den ausbezahlten Urlaub vom ALG I abziehen?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Widerspruch einlegen!!! Am Besten selber verfassen ("hiermit lege ich gegen den Bescheid vom ...Widerspruch ein" genügt) und per EINSCHREIBEN an die Widerspruchstelle des AA senden. Kannst auch beim Amtsgericht einen Beratungsgutschein zur Prüfung des Bescheides beantragen. Bescheid mitnehmen. Der Gutschein dient zur Vorlage bei einem (Sozial-)Anwalt, der Dich gegen eine Gebühr von 10€ berät bzw. diesen Bescheid prüft. Viel Glück!

Hallo mops09, Das werde ich erst mal machen, mehr als schiefgehen kann's ja nicht. Danke!

@micka1966

Leider muss man sich immer wehren - auch wenn es einem erst Mal unsinnig vorkommt. Das AA-System ist NICHT logisch - obwohl es ein Amt ist. Wenn noch was ist, melde Dich einfach. Drück Dir die Daumen!!! LG

nein der urlaub wird nicht mit dem arbeitslosengeld verrechnet (ich stehe gerade auf kündigung und mein RE meinte, ich solle meine sonderleistungen in from von resturlaub als als abfindung auszahlen lassen). aber wenn man eine abfindung erhält, wird diese vom arbeitslosengeld abgezogen - das amt meint das man sich somit auf eine küdigung geinigt hat. nur die gesetzliche abfindung wird nicht angerechnet - 1 jahr anstellung = ein halbes monatsgehalt. sollte man mehr bekommen, wird es angerechnet.

Quelle:

http://blankenburg-frank.de/arbeitsrecht/urlaubsabgeltung-fuhrt-zum-ruhen-des-arbeitslosengeldes/

Urlaubsabgeltung führt zum Ruhen des Arbeitslosengeldes!

  1. März 2012 | RA Dr. Weidenthaler

Wenn das Arbeitverhältnis beendet ist und der Arbeitnehmer nicht alle Urlaubsansprüche während des Arbeitsverhältnisses in natura einbringen konnte, müssen die nicht genommenen Urlaubstage gem. § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz finanziell abgegolten werden, was in der Regel mit der letzen Gehaltsabrechnung geschieht.

Vielen Arbeitnehmern ist aber nicht bewußt, dass eine Urlaubsabgeltung gem. § 143 II SGB III dazu führt, dass für die Zeit des abgegoltenen Urlaubs der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht, d.h. der Arbeitnehmer erhält kein Arbeitslosengeld. Wenn also z.B. noch 20 Tage Urlaub abzugelten sind, erhält der Arbeitslose für 20 Tage kein Arbeitslosengeld. Ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht nach § 5 Abs.1 Nr. 2 SGB V aber während dieser Zeit auch kein Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung, d.h. der Arbeitslose muss sich gegebenenfalls freiwillig gesetzlich versichern um den Krankenversicherungsschutz nicht zu verlieren.

Um sozialrechtliche Nachteile zu vermeiden sollte daher der Arbeitnehmer versuchen, seine bestehenden Urlaubsansprüche noch während der Kündigungsfrist in natura einzubringen, um eine Urlaubsabgeltung zu vermeiden, sofern eine Arbeitslosigkeit droht.

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