Kann der Fiskus oder Nachlassgläubiger den Erben nach 10 Jahren noch belangen, wenn das Nachlassgericht "vergessen hat", das Testament zu eröffnen?

3 Antworten

Ihr Vater sollte zum Nachlassgericht gehen, dort seine Ausschlagungserklärung abgeben (m.E. ist das gebührenfrei) und sich damit aller weiteren Sorgen entschlagen. Im Hinblick auf das katastrophale Versagen des Nachlassgerichts durch Test.Eröffnung 17 Jahre nach dem Erbfall (!!!) müsste dort ohnehin ein "schlechtes Gewissen" bestehen, so dass man alles unternehmen wird, ihren Vater gut zu behandeln.  Was wäre das für ein "gefundenes Fressen" für die Presse, wenn ihr Vater diese Fehlleistung offenbaren würde  Das sollte er notfalls erkennen lassen.

  1. Nein. Als rechtsnachfolgender Erbe ist man selbst verpflichtet, sich einen Überblick über den Nachlass zu verschaffen und sollte im Zweifel Antrag auf Nachlassverwaltung stellen oder form- und fristgerecht Erbe ausschlagen, um einer Haftung aus eigenem Vermögen zu entgehen.
  2. Ja. Womit wir wieder bei Antrag auf Nachlassverwaltung oder Ausschlagung wären, denn als Nichtfamilienangehöriger träfe einen keine Bestattungskostentragungspflicht. Eine Forderungsverjährung darüber träte erst drei Jahre nach Kenntnis eurer Erbenstellung ein.

G imager761


Erst einmal vielen Dank für deine Antwort. :-)

zu 1. So viel die Theorie, das ist mir schon bewusst. Aber wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit praktisch gesehen, dass das Verzeichnis tatsächlich falsch ist?

Immerhin dachte der Staat zum Zeitpunkt des Erbfalls vor knapp 17 Jahren, dass es keine Erben gibt und hat daher ja selbst das Verzeichnis erstellt und den Nachlass verwaltet. Die werden sich ja wohl umfänglich informiert und recherchiert haben, ob es noch Geld zu holen gibt oder nicht? Oder?

2. Die Erben haben doch die Kostentragungspflicht (Paragraph 1968 BGB "Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“) ...oder meinst du jetzt im Falle nach der Ausschlagung? Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du also aber auf jeden Fall, er wäre einfach auf der sicheren Seite, wenn er ausschlägt, ja?

@AnBCx

zu 1: Zu den neuen Verbindlichleiten zählen die Forderungen des Sozialhilfeträgers über die Bestattungskosten und des Vermieters über Mietforderungen einschl. Räumungskosten und Renovierung. Wie viele sonstige Nachlassgläubiger nunmer ihre Schuldscheine oder Vermächtnisse in Geld fordern, die ehemals mangels Masse abgewiesen wurden, ist völlig unklar. Mit Auffinden des Testamentes ist euch automatisch und nach 6 Wochen unwiderruflich Erbe angefallen.

zu 2.: Genau, nur Erben haften für Nachlassforderungen. Und eine beim Nachlassgericht persönlich zu Protokoll gegebene Ausschlagung kostet bei einem nicht werthaltigen, gar überschuldeten Nachlass gerade mal den Gegenwert einer Pizza Calzone mit großer Cola - wer da etwas riskiert in der Hoffnung auf Nachlasserlös, muss wissen, was er macht.

Dein Vater kann das Erbe ausschlagen. Somit ist er aus dem schneider

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