kann das JC das ganze guthaben einfordern von der Betriebskostenabrechnung obwohl ich die monatlichen mehrkosten vom regelsatz zahle?

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Wenn dir das Jobcenter 2017 auch nur die angemessenen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) gezahlt hat, weil deine KDU - nicht angemessen war bzw.ist und du den Differenzbetrag aus deiner Regelleistung oder Einkommen selber zugezahlt hast, dann kannst du deinen zugezahlten Anteil zunächst von einem Guthaben abziehen !

Man muss hier nämlich zwei Sachen unterscheiden, bekommt man weniger für seine KDU - weil man ein dementsprechendes eigenes Einkommen hat, oder bekommt man weniger weil die KDU - nicht angemessen ist und nur die angemessene KDU - vom Jobcenter berücksichtigt wird und man dann aus der Regelleistung / Einkommen selber zuzahlt.

Im ersten Fall dürfte das Jobcenter ein Guthaben nämlich auf die laufende KDU - anrechnen, man würde ja auch hier dann einen Teil der KDU - selber zahlen, aber ja nur aus dem Grund, weil das anrechenbare Einkommen außer der Regelleistung für den Lebensunterhalt auch noch einen Teil der KDU - abdecken würde und das ist ein großer und wichtiger Unterschied.

Sollte also der zweite Fall auf dich zutreffen, dann lege fristgerecht einen schriftlichen Widerspruch ein und erkläre darin deine Sicht der Dinge, zähle also auf was du 2017 vom Jobcenter für Neben - und Heizkosten bekommen hast und was du selber aus deiner Regelleistung zugezahlt hast.

Danke dir für deinen Stern !

Die gesetzliche Regelung in SGB II § 22 lautet: "(3) Rückzahlungen und Guthaben, die dem Bedarf für Unterkunft und Heizung zuzuordnen sind, mindern die Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach dem Monat der Rückzahlung oder der Gutschrift;"

Habe ich vertragliche Aufwendungen von 100,- (das lässt sich einfacher rechnen) für Unterkunft und Heizung im August, und bekomme 40,- im Juli zurück (bar oder als Guthaben), dann habe ich für das Jobcenter im August nur noch 60,- Aufwendungen für Unterkunft und Heizung.

(Und kriege ich um Juli 150,- zurück, dann habe ich im August gar keine Aufwendungen, und im September 50,-, und im Oktober wieder 100,- wie sonst auch!)

Aber zurück zu unserem Rechenbeispiel: Wenn ich im August 60,- Aufwendungen für Unterkunft und Heizung habe, dann kann im August dies passieren:

Fall A: Das Jobcenter übernimmt bis Juli meine vollen Kosten für Unterkunft und Heizung. Dann übernimmt es im August nur noch 60,-. Logisch.

Fall B: Das Jobcenter übernimmt bis Juli nicht die vollen Kosten für Unterkunft und Heizung, weil sie höher sind als angemessen.

B 1: Das Jobcenter übernimmt bis Juli beispielsweise nur 80,- von meinen 100,- Kosten. Diese Kosten sinken aber wegen der Rückzahlung auf 60,-. Also übernimmt das Jobcenter die vollen 60,-. Und zahlt entsprechen 20,- weniger ALG II im August.

B 2: Das Jobcenter übernimmt bis Juli beispielsweise nur 50,- von meinen 100,- Kosten. Von den Kosten im August übernimmt es nun ebenfalls nur 50,-. Es ändert sich also gar nichts an der Höhe des ALG II.

Andere Fälle gibt es nicht.

Falls ich nicht das volle ALG II erhalten, weil ich Einkommen habe, ändert sich überhaupt nichts an meiner Rechnung von A bis B 2!

Ausnahme: Ich erhalte so wenig aufstockendes ALG II, dass es weniger ist als meine anerkannten Kosten für Unterkunft und Heizung.

Gruß aus Berlin, Gerd

Entscheidend für eine Anrechnung eines Guthabens / Gutschrift aus einer BK - Abrechnung ist, ob das Jobcenter die tatsächliche KDU - bei seiner Berechnung des Bedarfs berücksichtigt oder nur die angemessene KDU - und man den Differenzbetrag dann aus seiner Regelleistung / Freibetrag auf Einkommen selber zuzahlt oder nicht !

Wenn ich für 2017 eine BK - Abrechnung mit angenommen einem Guthaben von 300 € bekomme, dass Jobcenter mir aber von meinen tatsächlichen Neben / Heizkosten von 100 € nur 70 € anerkannt und gezahlt hätte, ich also monatlich 30 € aus meiner Regelleistung selber zugezahlt hätte, dann wäre dieses Guthaben meine und dürfte nicht als Einkommen mindernd auf meine KDU - angerechnet werden.

Denn ich hätte dann in 2017 aus meiner Regelleistung selber 360 € zugezahlt.

@isomatte

Richtig ist dies: "Rückzahlungen, die sich auf die Kosten für [...] nicht anerkannte Aufwendungen für Unterkunft und Heizung beziehen, bleiben außer Betracht." SGB II § 22 Absaz 3 Satz 1 Teilsatz 2.

Dies greift aber nur, wenn die Kosten für Unterkunft oder Heizung als nicht angemessen eingestuft und deshalb nicht anerkannt und deshalb nicht voll übernommen worden sich vom Jobcenter.

Dies greift nicht, wenn aufgund von Einkommen oder aufgrund von Sanktionen ein Teil der Kosten für Unterkunft oder Heizung vom Leistungsempfänger selbst übernommen worden sind.

Gruß aus Berlin, Gerd

@GerdausBerlin

Ist doch meine Rede, etwas anderes habe ich auch nicht behauptet und wenn ich den FS - ler richtig verstanden habe, dann trifft genau dies auf ihn zu !

Wie ist deine Ausnahme denn gemeint ?

Wenn ich weniger Aufstockung bekomme, als ich für meine anerkannten / angemessenen KDU - zahlen muss, dann würde ein Guthaben / Gutschrift die höher als die monatliche Aufstockung ist wie einmaliges Einkommen behandelt und in der Regel mit 10 % der maßgeblichen Regelleistung auf die laufende Aufstockung der KDU - angerechnet.

Also fals es jemanden interessiert ich habe Widerspruch eingelegt , mit der Begründung das ich den Rest der Monatlichen Heizkosten aus meinem Regelsatz gezahlt habe . Dem wurde zu gesprochen und ich habe meine Gutschrift von meiner Betriebskosten Abrechnung vom Jobcenter überwiesen bekommen.
DANKE Isomatte !!

Frag doch einfach in dem Laden nach, auf welcher gesetzlichen Grundlage sie mehr fordern, als sie gezahlt haben. Sollen die sich doch den Kopf zerbrechen!

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