Kann das Finanzamt bei einer Steuerprüfung/Außenprüfung die erneute Vorlage von Belegen verlangen, die es schon gesehen hat?

2 Antworten

Also, natürlich hat das Finanzamt das Recht Einblick in die Originale zu nehmen.

Ausserdem müsstest Du ja auch selbst in der Lage sein solche Dinge nachzuvollziehen, falls schon vorher das Finanzamt Nachfragen hat.

Daher wäre mein Vorschlag die Belege nicht einfach zu addieren, sondern in einer Exceltabelle zu erfassen. Dann kannst Du es ablegen, nach welchem System auch immer.

Hallo Experte, danke für die Antwort. Diese Erfassung wollte ich mir eigentlich ersparen, aber wenn das FA auch Belege erneut ansehen darf, kommen wir wohl nicht umhin.

Es gibt Aufbewahrungspflichten für Belege, die einzuhalten sind. Welche davon für dich gelten, hängt von deiner Situation ab. Wenn du einen Betrieb hast, also gewerblich oder selbständig tätig bist,  musst du alle betrieblichen Belege 10 Jahre aufbewahren.

Als Privatmensch musst du Rechnungen, die in Zusammenhang mit einem Grundstück stehen, also vor Allem Handwerkerrechnungen, 2 Jahre aufbewahren. Wahrscheinlich bewahrst du die aber sowieso länger auf, damit du weißt, wer was an deinem Haus gemacht hat.

Alle anderen Belege, die du für deine Steuererklärung verwendet hast solltest du aufbewahren, falls dein Steuerbescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangen ist. Dann kann das Finanzamt den Fall nämlich erneut aufrollen. Aufbewahren solltest du auch Belege, auf die sich eine eventuell Vorläufigkeit des Bescheids bezieht, falls da noch einmal eine Änderung eintritt.

Als Privatmensch ohne gewerbliche oder selbständige Einkünfte, der auch kein Einkommensmillionär oder Großgrundbesitzer  mit vielen Vermietungsobjekten ist, muss das Finanzamt schon ganz besondere Gründe haben, um bei dir eine Außenprüfung durchzuführen.

Aus Gründen des persönlichen Überblicks empfiehlt es sich aber ohnehin, alle steuerlich relevanten Belege in einer Excel-Tabelle zu erfassen und irgendwo zu sammeln.

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