Kann Arbeitslosengeld gepfändet werden?

3 Antworten

Da du ja, wie du sagst, einen Pfändungsschutz von 1400 Euro hast, kann von deinem ALG auch nichts gepfändet werden. Das Arbeitsamt musst du darüber nicht informieren. Das interessiert die auch nicht.

Das hab ich mir ja auch gedacht, aber jetzt kam im Bekanntenkreis das Thema auf und man meinte, dass das Arbeitsamt ja überhaupt nicht wisse, welche Einkünfte unsere Familie noch hat- woher auch, hat ja noch nie einer nach gefragt. Also würden die mich doch bei einer Pfändung als Einzelperson sehen und da liegt die Pfändungsgrenze doch bei 1058 Euro.

Arbeitslosengeld ist, sofern über den Pfändungsfreigrenzen, grundsätzlich pfändbar.

Es stellt sich auch die Frage, was ihr sonst so an Vermögenswerten habt. Auch diese sind grundsätzlich pfändbar, sofern sie nicht zum nicht pfändbaren Grundbedarf gehören.

Auch wenn die Pfändung aufgrund zu geringen Einkommens und fehlender Vermögenswerte augenblicklich nicht möglich ist, wird der Gerichtstitel/Vollstreckungsbescheid 30 Jahre lang gültig sein. In dieser Zeit fallen weitere Kosten durch Zinsen und erfolglose Vollstreckungsmaßnahmen an.

Für mich stellt sich die Frage, wie hoch denn tatsächlich die Schulden und der zu pfändende Betrag ist und ob dieser nicht doch durch eine Ratenzahlung beglichen werden könnte. Damit wärt ihr die Schulden und den Gerichtsvollzieher erst mal los und hättet Ruhe an der Front.

Wenn es also irgend möglich ist, würde ich euch empfehlen, die Schulden zu begleichen. Tut ihr das nicht, geratet ihr immer weiter in die Schuldenfalle, aus der ihr euch dann irgendwann gar nicht mehr oder nur noch durch eine Privatinsolvenz befreien könnt.

Der Betrag ist tatsächlich nicht so hoch 5000 Euro, aber der Gläubiger (Inkassobüro) will mindestens 100 Euro pro Monat und das geht halt nicht, werde auch vorausichtlich in diesem jahr nicht mehr arbeiten können, sonst hätte ich ja kein Problem, aber Aufgrund der Aussteuerung bei der Krankenkasse ist das Geld halt sehr kanpp und wenn man über einen so langen zeitraum krank ist, gerät man leicht in eine solche Situtation. Zwischen Krankengeld und jetzt Arbeitslosengeld liegt schon ein Unterschied von 25%-

@Zaubermaus99

Die Sache sieht wirklich böse aus. Unter 100 € pro Monat wird das Inkassobüro bestimmt nicht gehen. Das wäre schon eine Rückzahlung über 4 Jahre, Zinsen und sonstige Kosten noch aussenvor.

Es wäre vielleicht das Beste, wenn ihr euch mit einer Schuldnerberatung in Verbindung setzen würdet.

@Interesierter

inkasso unternehmen braucht man in der regel gar nichts bezahlen, die haben meistens nicht mal einen titel und statistisch gesehen sind 98% aller inkasso forderungen rechtswiderig

@bald5tassen

Das ist ein folgenschwerer Irrtum! Aus der Fragestellung entnehme ich, dass die Forderung wohl zurecht besteht. Wenn ein Inkassobüro eine berechtigte Forderung eintreibt, wird es diesen Leuten nicht schwer fallen, einen vollstreckbaren Titel zu besorgen, sofern er nicht schon vorliegt.

@Interesierter

Also die haben schon einen Titel und können somit auch vollstrecken- aber meine Frage war ja wie das beim Arbeitsamt gesehen wird bzw. wie ich dort gesehen werden- als Einzelperson oder als Alleinverdiener für 2 Personen.

@bald5tassen

Ah ja, jetzt verstehe ich...

@Zaubermaus99

Bei ALG I wirst du als Person gesehen, bei ALG II werdet ihr als Bedarfsgemeinschaft gesehen. Dies kommt daher, da ALG I eine Versicherungsleistung ist, während ALG II eine Sozialleistung darstellt.

@Interesierter

Was kann ich denn dagegen tun? Deshalb war ja meine Frage auch, ob ich das Arbeitsamt informieren soll, denn wenn erst mal gepfändet ist, hab ich schlechte karten, es muss doch auch so etwas wie Pfändungsschutz geben, da ich nach nachweislich :) verheiratet bin und mein Mann zur Zeit noch keine rente bekommt.

Meine Bekannte meinte, das ich dann eine Vollstreckungsgegenklage anstreben müßte.

@Zaubermaus99

Das Problem an der Vollstreckungsgegenklage dürfte sein, dass sie wenig Aussicht auf Erfolg hat. Deiner Fragestellung entnehme ich, dass die Forderung berechtigt ist. Die Vollstreckungsgegenklage, im Rechtsdeutsch auch Vollstreckungsabwehrklage zielt darauf ab, die Rechtmässigkeit der Forderung anzuzweifeln. Die Klage wendet sich gegen die Forderung, nicht gegen die Pfändung derselben.

Um diese Klage einzureichen, braucht ihr einen Anwalt. Dieser kostet Geld. Weiter müsstet ihr die Gerichtskosten vorschiessen und die gegnerischen Anwaltskosten müsstet ihr bei der zu erwartenden Abweisung der Klage obendrauf auch noch bezahlen.

Die Pfändung des ALG oberhalb der Pfändungsfreigrenzen ist rechtlich gesehen nicht zu beanstanden und wohl kaum zu verhindern, falls dieser Schritt vom Inkassobüro gegangen wird.

auch sozialleistungen sind pfändbar, aber da du ja ein p-konto hast kommen die gläubiger nicht an dein geld ran.

Das ist schon richtig, mit dem P-Konto- da kommt keiner dran, aber was ist wenn ein Pfändungsbeschluss beim Arbeitsamt eingeht, woher sollen die wissen, das es unser einziges Einkommen ist. Genau da liegt ja mein Problem

@Zaubermaus99

sowas habe ich bisher noch nicht gehört das sowas möglich ist. wenn das so einfach wäre, dann hätten meine gläubiger das auch schon längst gemacht und würden mir nicht immer und immer wieder mit einer konto pfändung drohen.

@bald5tassen

Das ist möglich, aber nicht üblich, da die Sätze des Arbeitsamtes meist die pfändungsfreien Grundbeträge nicht übersteigen und die Pfändung daher fruchtlos bleibt. Eine Kontenpfändung ist da sehr viel aussichtsreicher.

@Interesierter

Als Einzelperson würde der pfändungfreie Betrag bei 1058 euro liegen und ich erhalte 1208,Euro Bei der Berechnung 2 Personen verläuft die Pfändung fruchtlos, dass ist mir schon klar. Unklar aber immer noch, welche Berechnung macht das Arbeitsamt bei Pfändung.

Was möchtest Du wissen?