Kalkulatorische Zinsen in der Kosten und Leistungsrechnung?

1 Antwort

Als Unternehmer und Investor will ich doch mein eingesetztes Kapital verzinst haben. Außerdem könnte ich das Geld ja anderweitig einsetzen und dafür eine Rendite erhalten. Insofern werden sowohl für Fremd- als Eigenkapital kalkulatorische Zinsen berechnet.

Ja dann macht es schon Sinn wenn ich noch Forderungen offen habe, von wo ich noch Zinsen bekomme. Aber da würde ich ja die Zinsen auf die Forderungen berechnen und nicht auf das Eigenkapital. Ausserdem dachte ich haben Zinsen nichts mit dem Kerngeschäft zu tun, weshalb ich auch nicht ganz verstehe warum dies in der KLR aufgeführt wird.

@Jaenelle92

Man kann vieles kalkulieren, sofern der Markt den kalkulierten Preis bezahlt. Wenn es preislich eng zu geht, zählen nur noch die Kosten.

@Jaenelle92

Bei offenen Forderungen sind die kalkulatorischen Zinsen bereits inkludiert. Die werden bei einem Kunden Auftrag direkt dazu addiert. Eigenkapital habe ich auf dem Konto ( Passiv-Seite). Hierbei betrachtet man das gesamte Geschäft. Der Gewinn / Eigenkapital gibt dessen Rendite an. Im Idealfall über dem kalkulierten Zins.

@mrlilienweg

trotzdem muss ich bei jedem Auftrag meine Kosten und Gewinn einkalkulieren, ggf. die Kosten reduzieren ( internes Rechnungswesen). Sonst leg ich irgendwann drauf...

@Jaenelle92

So ich bin nochmals über die Bücher. Und ihr habt meine Frage alle Missverstanden.

Man nimmt kalkulatorische Zinsen für Eigen und Fremdkapital aber nicht für das gesamte Gesamtkapital! Man schaut auf die Aktive Seite der Bilanz und schaut sich an welche Kostenpunkte für das Kerngeschäft relevant sind. Dem steht natürlich Kapital gegenüber. Und NUR auf das Kapital rechnen wir dann die Kalkulatorischen Zinsen drauf.

@Jaenelle92

aha. und wovon hängt es ab, ob die Kostenpunkte ( sind damit die einzelnen Bilanzposten gemeint ? ) für das Kerngeschäft relevant sind ? Ich habe mal gelernt, dass alle Posten zu berücksichtigen sind die im betrieblichen Ablauf entstehen. Also auch z.B. Kosten die in einem nebensächlichen Geschäftsfeld entstehen.   Was versteht man unter  gesamten Gesamtkapital ?

@osito80

Nehmen wir an du bist zum Beispiel Bauleiter. Wenn du neue Möbel fürs Büro kaufst, hat das ja keinen Einfluss darauf, wie gut oder schlecht du als Bauleiter warst. Darum fliesst sowas zum Beispiel nicht in die Kosten und Leistungsrechnung. In der KLR geht es wirklich nur ums eingemachte. Wie gut bin ich als Bauleiter im Vergleich zur Konkurenz?

Du meinst vielleicht die Gewinn und Verlustrechnung. Dort werden wirklich alle Bilanzposten berücksichtigt.

Das Gesamte Kapital setzt sich zusammen aus allem was irgentwie Wert hat in deiner Firma, zuzüglich dem Geld was dir Kunden noch nicht bezahlt haben du aber noch bekommts abzüglich deiner Schulden und Krediten.

@Jaenelle92

Die Verrechnung von Kosten hängt doch nicht von der Laune des Bauleiters ab ?  Wer zahlt denn die neu angeschafften Möbel ? Der Kunde oder der Bauleiter, wenn die Konkurrenz besser ist ?

Wenn ich etwas produziere oder verkaufe, habe ich Kosten. Für all das was ich dafür anschaffe. Wenn ich die nicht mit rein rechne , brauch ich einen Bauleiter der einen Geldscheisser hat. Als Bauleiter würd ich sofort kündigen. Ich zahl doch nicht was der Chef anschafft...

Die GuV ist die externe Verrechnung der Umsatzerlöse und Erträge mit den Kosten und Aufwendungen die ich habe. Und hat nix mit der internen Kostenrechnung zu tun.

Welchen Beruf lernst du ?

@osito80

Ich glaube du hast mich missverstanden. Ich habe nichts von der Laune des Bauleiters gesagt. Das war ein Beispiel für eine Berufssparte. Es gibt verschiedene Arten wie man Kosten verrechnet für verschiedene Zwecke. Eine GuV ist wie du gesagt hast für die externe Kostenrechnung. Die Kosten und Leistungsrechnung ist eine rein theoretische Sache eben um sich vergleichbar zu machen. So steht es in meinem BWL Skript. Ich mache gerade meinen Meister.

Ich glaube auch dass das Thema sehr viel mit Theorie und wenig mit Praxis zu tun hat. 

@Jaenelle92

Der Wikipedia Link beschreibt nur allgemein was die KLR ist. Nicht konkret die Antwort auf deine Frage.  Im Gegensatz zur VWL, die in der Tat sehr theoretisch ist und unterschiedliche Lehrmeinungen kennt , ist die BWL aus der Praxis entstanden und konkret. Um dem Thema näher zu kommen empfehle ich sich Mal mit den Grundbegriffen wie Was ist Aufwand was sind Kosten evt zu beschäftigen...

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