Jemand Erfahrung mit Pferde OP-Versicherung?

5 Antworten

Habt ihr eine Pferde OP Versicherung ?

Nein ich habe kein Pferd. Aber meine Katze hat eine solche Versicherung.

Ist auch nicht der Kernpunkt meines Geschäfts (Personenabsicherung, biometrische Risiken, private und betr. Vorsorge). Dafür hab ich einen Kollegen in der Kanzlei der sich hiermit wunderbar auskennt.

Frage 1. bedeutet dies das ziemlich alle Tierarztrechnungen übernommen werden oder nur die paar Sachen was dort aufgelistet sind.

Was genau übernommen wird und das nicht entnimmst du bitte den Versicherungsbedingungen, die dir mit dem Angebot ausgehändigt werden müssen.

Eine OP-Versicherung bezahlt nur für einen operativen Eingriff, nicht für eine medikamentöse Behandlung oder eine Untersuchung (Nachsorge einer OP wäre erfasst). Dafür wäre eine Tierkrankenvollversicherung nötig, die entsprechend mehr kostet.

Frage 2. was bedeutet 2-Facher Satz ?

Abrechnungshöchstsatz gem. GOT (Gebührenordnung für Tierärzte), den die Versicherung übernimmt.

Rechnet der Vet höher ab, musst du die Mehrkosten aus eigener Tasche zahlen. Das wäre aber regelmäßig nur bei einem absoluten Spezialisten der Fall nicht bei tierärztlicher Regelleistung.

und wie lange dauert das?

Das kommt meist darauf an auf welchem Weg Rechnungen eingereicht werden (du gehst prinzipiell in Vorkasse).

Wenn der Versicherer hierfür z.B. eine App anbietet und es sich nicht um besonders komplexe Abrechnungsvorgänge handelt, geht das i.d.R. binnen 48 Stunden (Bankarbeitstage).

habt ihr Erfahrungen mit der OP Versicherung, zahlt die im Fall der Fälle dann auch ?

Sie zahlt, was versichert ist, wie jede andere Versicherung auch. Der Nachweis, dass der Versicherungsfall eingetreten ist, obliegt dem Versicherungsnehmer.

Gegenfrage: Du scheinst dich nicht auszukennen, dennoch wählst du aus deinem Unwissen heraus einfach mal die Allianz als Riskoträger, obwohl hier noch ein paar andere Anbieter in Frage kämen. Vielleicht doch mal auf die Idee gekommen einen Versicherungsmakler zu fragen (Check24 explizit ausgenommen)? Immerhin muss für den Gaul ja auch eine Tierhalter-Haftpflicht bestehen, hat die jemand vermittelt, betreut den Vertrag jemand? Der wäre mein erster Ansprechpartner...

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Luxustiere dürfen bis dreifach abgerechnet werden, ein Pferd zählt dazu

@Quaeror

Dann bestünde hier gar Unterdeckung wenn nur bis 2,0 GOT geleistet wird.

@Quaeror

Pferde sind doch keine luxustiere.. Außer sie laufen Grand Prix

Frage 1: Nein, natürlich nicht. Dann wäre es ja nicht nur eine OP-Versicherung, sondern eine Krankenversicherung.

Frage 2: Wurde ja bereits beantwortet. TA dürfen bis zum 3-fachen Satz abrechen, Versicherung übernimmt aber NUR bis zum 2-fachen Satz, Differenz ist von dir zu bezahlen.

Frage 3: Versicherung dürfte nur die direkt mit der OP in Zusammenhang stehenden Kosten übernehmen. Details stehen im Vertrag.

Frage 4: Ich hatte bislang keine Probleme mit der Versicherung, natürlich muss man in Vorleistung gehen und sollte das Pferd in der Klinik stehen und ohne OP wieder heimkommen (können), muss man die Klinik- und Behandlungskosten natürlich selber tragen. Hab so einen Fall erlebt, wo Pferd wegen einer Augen-OP vom TA in die Klinik beordert wurde, weil aber nicht gleich tags darauf wegen eines Notfalls der Eingriff vorgenommen wurde und die Beschwerden sich aber dann so verbesserten, dass der Eingriff doch nicht notwendig war, musste ich die Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlen.

Schau DU dir den entsprechenden Versicherungsvertrag selber an und verlass dich nicht auf die Aussagen anderer. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich kenne die Bedingungen der Allianz nicht und auch nicht die aktuellen der Uelzener, sondern nur die von der Zeit, zu der ich mein erstes Pferd gekauft habe.

2-facher Satz ist eine Möglichkeit, schwierige Fälle höher abzurechnen. Da können medizinische Gründe dafür sprechen, etwas, das quasi besonders knifflig ist, etwas, was einen höheren Zeitaufwand nötig macht, als er bei dieser Untersuchung/Behandlung normal wäre oder auch besondere Umstände wie Notdienst. Es kann vom 1-fachen Satz bis zum 3-fachen stufenlos eingestuft werden. So kann etwas in einer sehr spezialisierten und dafür entsprechend ausgestatteten Klinik auch unter Umständen dreimal so viel kosten wie bei einem Tierarzt, der da nicht so spezialisiert ist.

Die OP-Versicherung, wie ich sie weiß, übernimmt nur die Kosten bei Behandlungen in Vollnarkose und da ist es oft so, dass ein Diagnosetag voraus und dann 3 bis 5 Nachversorgungstage übernommen werden. Aufgrund des bei Pferden nicht niedrigen Narkoserisikos vermeidet man die Vollnarkose, wannimmer es geht. Behandelt also möglichst viel im Stehen und dementsprechend kann man nicht besonders viel abrechnen. Ideal ist ja doch, keine einzige Vollnarkose je Pferdeleben. Es gibt aber auch Tarife, wo die Vollnarkose nicht sein muss, doch kosten die auch nicht wenig, da ist es oft sinnvoller, sich das Geld einfach selbst zur Seite zu legen und das dann zu nehmen.

Eine Krankengeschichte eines Pferdes von mir, OP-versichert, hat schonmal eine fünfstellige Summe gekostet mit mehreren Wochen Klinikaufenthalt. Von der Versicherung hab ich keinen Cent bekommen - weil wir ihm die Vollnarkose ersparen konnten.

oder nur die paar Sachen was dort aufgelistet sind.

nur die Sachen, die im Leistungskatalog stehen. Seufz..

Ich habe eine OP Versicherung. Leider habe ich damals vor 14 Jahren nur die einfachste, billigste Variante genommen. Das war ein Fehler.

Jedenfalls bekam mein 19 j. Pferd im Oktober einen Herpes im Auge. Nein, nicht den Herpes, der Pferde tötet, aber er war schlimm genug. Er hätte das Auge zerstört. Die Haus-TÄ konnte meiner Stute nicht helfen, da die Medikamente nicht anschlugen. Also kam der Augenspezialist aus Hochmoor angefahren. 145 km einfache Fahrt. Immerhin aber kam er. Es gibt nur sehr wenige Spezialisten in Deutschland für Augen und ich wüsste niemanden, der sonst herauskommt.
Er beorderte das Pferd nach eingehender Untersuchung nach HOchmoor in die Klinik zur Operation. Das Geschwür, das auf der Hornhaut entstanden war, musste operativ rausgeschnitten werden. Abrasio Cornea nennt man das. Diese OP steht auch in dem Leistungskatalog der Versicherung. Ich übergab in der Klinik alle Daten der Versicherung, damit die das dann mit der Versicherung erledigten.

Mein Pferd wurde operiert, mit Erfolg. Der Entlasstermin stand auch schon an, aber dann entzündete sich das Auge doch noch sehr schwer. Mein Pferd kam auf die Intensivstation, wurde mit Medikamenten per Dauerkatheter etc.. behandelt.

Trotzdem stand das Auge zweimal auf dem Terminkalender für die Entnahme des Auges. Der Spezialist hat aber nicht aufgegeben und dem Pferd einen Flap auf das Auge genäht. Dazu musste er ein Hautstück des Augenlides über das Auge legen und festnähen. Es sah gruselig aus. Dann endlich nach sechs Wochen intensivster Behandlung konnte ich das Pferd mit nach Hause nehmen, aber noch zweimal war der Arzt da, um das Auge zu kontrollieren.

Für Laien, wenn man nicht daran gewöhnt ist, sieht es immer noch gruselig aus, da ein Drittel davon immer noch blutrot ist, wie eine zerdrückte Himbeere - aber das geht weg. Meine Stute wird immer noch mit Augensalbe behandelt - und wir haben jetzt April. Irgendwann wird das Auge wohl wieder ganz braun sein. Blind ist meine Stute jedenfalls nicht auf dem Auge.

Tja, die Versicherung: die notwendige Flap-OP steht nicht im Leistungskatalog, die musste ich dann mit allen Folgekosten selbst bezahlen. Ca 3000 Euro. Die erste Herpes-OP, die Cornea Abrasio hat die Versicherung übernommen.

Aber da ich ja nur die billige Variante hatte, bezahlt die Versicherung nur eine Untersuchung vor der OP und eine Untersuchung nach der OP. Und nur eine Woche stationärer Unterbringung. Mein Pferd stand aber sechs Wochen in Hochmoor.

Gut 5000 Euro sind also an mir hängen geblieben. Trotzdem werde ich die Versicherung weiter behalten, denn meine Stute wird jetzt 20 - und man weiß ja nie Wenn ich es aber noch mal zu tun hätte, würde ich die teure Variante nehmen. Billig heißt eben nicht immer preiswert.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Natürlich nur Tierarztrechnungen im Rahmen einer Operation.

Es gibt eine Gebührenordnung für Tierärzte. Diese wird bis zum doppelten Satz anerkannt.

Wenn den Antrag wahrheitsgemäß gestellt wurde, und die Prämien immer pünktlich gezahlt werden, leistet der Versicherer auch.

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