Ist für einen Anbau an meine Garage eine Bauerlaubnis erforderlich?

10 Antworten

Hey,

wichtig wäre zu wissen in welchen Bundesland du wohnst. Es gibt für jedes Bundesland verschiedene Bauordnungen. Dort steht drin, für was du eine Baugenehmigung brauchst und für was nicht. Sog. Genehmigungspflichtigkeit. In der Regel ist alles genehmigungspflichtig, was eine bauliche Anlage ist. Das ist in § 2 Abs. 1 BauO jeder BauO aller Länder geregelt. Deine Garage ist auf jeden Fall eine bauliche Anlage. Fest mit dem Erboden verbunden wird sie sein bzw. so schwer, dass du sie nicht mal eben wegtragen kannst :D

In manchen Fällen können Garagen genehmigungsfrei sein. Dann müsste deine Garage im Gebiet eines Bebauungsplan liegen. Das weiß widerum die untere Bauaufsichtsbehörde deiner Stadt.

Wegen den Grundstücksgrenzen!! Garagen haben in der Regel die Sonderregelung, dass sie bis zur Grundstücksgrenze gebaut werden dürfen ! In NRW ist das z.B. in § 6 Abs. 11 BauO NRW geregelt. Die offene Seite darf nicht zum Nachbarn zeigen. Wie gesagt, kommt auf die Regelung in deinem Bundesland an.

In der Regel darf die Garage nicht höher sein als 3 Meter und an der Grundstückgrenze nicht mehr als 9 Meter sein. Sollte die Garage an zwei Grundstücksgrenzen sein, darf dürfen die Längen nicht 15 Meter überschreiten.

Aber wie gesagt, das ist für NRW, die Regelungen dafür sind aber inhaltlich meist in ganz Deutschland gleich.

Also kurzm: Ich meine nach deiner Beschreibung, dass du eine Baugenhemigung brauchst, sofern keine Ausnahme wegen einem Bebauungsplan vorliegt. Wenn die Maße passen, ist das Ding aber auch genehmigungsfähig. Bevor du jetzt zur Stadt rennst, kannst du auch einen Sachverständigen holen, der die Garage bewertet ob sie genehmigungsfähig ist. Abreißen darf die Stadt erst Verlangen, wenn sie nicht genehmigungsfähig ist. Sie werden dich dann aber wohl auffordern eine Baugenehmigung zu beantragen und zu zahlen. Nachträglich kostet das übrigens rund 3 mal soviel.

Dadurch, dass davor ein Schuppen vorher stand und jetzt eine Garage besteht kein Bestandsschutz. Der braucht ohnehin, dass die bauliche Anlage davor wenigstens einmal genehmigt war. Da Schuppen komplett weg und Garage komplett neu, ist das aber eh egal. Da besteht kein Bestandsschutz.

Hallo, ich Wohne in Baden Würtemberg.

Nur nochmal zum Verständnis, ich habe keine Garage gebaut sondern an meine Garage einen Anbau gemacht. Quasi das Dach verlängert und auf eine Mauer aufgelegt. Es dient nur als Unterstellmöglichkeit. Der Anbau ist 4 Meter lang und so breit. wie die Garage (ca. 5 Meter). Ich würde jetzt wie schon von einige empfohlen nichts machen. Wenn der Nachbar sich nicht beschwert (wovon ich jetzt mal ausgehe) denke ich nicht das sich daran jemand stören wird. so lange es nur eine kleine Strafe gibt und ich es nicht wieder abreißen muss wenn es auffällt gehe ich das Risiko ein. Was meinen sie?

@Misomaniac

Ob's eine Garage oder ein Abstellplatz ist, ist egal. Es kommt jetzt nur noch auf die Gesamtlänge an. Die eine Seite sollte keine 9 Meter überschreiten. Sofern Garage und Anbau ein "Gebäude" ist, ist es egal, sofern es als eine Einheit wirkt. Durch den Anbau geh ich mal davon aus, dass es wie ein Gebäude aussieht und deshalb auch so behandelt wird.

Für Sie müsste § 6 Abs. 1 Nr. 2 BauO BW gelten. Ist wohl wie in NRW. Also 3 Meter hoch, max 9 Meter lang und wenn es an zwei Grundstücksgrenzen angrenzt, die angrenzenden Flächen nicht mehr als 15 meter zusammen. Also der fehlende Abstand zur Grundstücksgrenze des Nachbarn ist in solchen Fällen egal.

Ich würde jetzt auch erst einmal nichts machen. Wo kein Kläger, da kein Richter.

Strafe gibts dafür übrigens nicht, soweit ich weiß. Da leg ich mich aber nicht fest. Wüsste aber nicht was da bestraft werden soll. Wenn dann kommt die Bauaufsichtsbehörde und erlässt eine Abrissverfügung und verpflichtet Sie, den nicht genhemigungsfähigen Teil abzureißen. Sollte es dazu kommen, sollte man dann doch mal zum Rechtsanwalt. Die können das besser schreiben :D

@Super2k

Was würden sie mir empfehlen nun zu tun? Gar nichts so lange sich niemand beschwert? Ich denke es könnte nur der eine Nachbar sein der ja aber auch nicht da Wohnt sondern das Haus vermietet. Der macht mir so den Eindruck als ob es ihn nicht juckt.

@Misomaniac

Dachte das Thema wäre schon durch. Würde erst einmal nichts machen. Wie gesagt, wenn sich irgendwann mal jemand beschwert, dann muss halt eine Baugenehmigung nachträglich beantragt werden. Die sollten Sie wohl auch bekommen :)

kannst bei deiner stadt oder kommune erfragen was in der satzung steht und ist unterschiedlich geregelt

Wenn ich davon ausgehe, dass dein Bauwerk höher als 2m ist, ist es genehmigungspflichtig (§50 Abs.1, Anhang 1.a). Auch schon deshalb, da Du in die Statik der Bestandsgarage eingegriffen hast. Weiterhin gehe ich davon aus, dass die Garage nicht nur 5m lang ist und Du jetzt die maximal zulässige Grenzbebauung von 9m überschreitest. Garage und Anbau lösen daher Abstandflächen aus, die unzulässigerweise auf dem Nachbargrundstück liegen. Wenn überhaupt eine Genehmigungsfähigkeit erreicht werden kann, nur mit Nachbarzustimmung oder sogar mit Baulasteintragung.

Weiterhin ist zu prüfen, ob dein Grundstück im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes liegt und wenn ja, ob es dessen Festsetzungen entspricht.

Solltest Du nicht mehr schlafen können, da Du täglich den Besuch des Bauamtes befürchtest, nimm ein bischen Geld in die Hand und lass dich von einem Architekten oder bauvorlageberechtigtem Bauingenieur beraten.

Das kann nicht so verbindlich beantwortet werden.

Ortssatzungen sind sehr unterschiedlich.

Wenn es zur Straßenansicht hin verändert wurde,die Baufluchten verändert wurden,ist es genehmigungspflichtig.

Entgegen Baurecht oder Ortssatzungen kann man selten im Nachhinein die Genehmigung erteilt bekommen.

Geht es um Gestaltungen,Farbe,Material,Höhen ,so kann eine Geldauflage das im Nachhinein ausnahmsweise regeln.

Wenn es sich dabei um einen Innenhof handelt,der Nachbar,mit der Grenzbebauung einverstanden ist,oder zumindestens keinen Einspruch einlegt,könnte es ok sein.

Ich vermute,Du würdest aber nicht fragen.Du hast vermutlich die 3 Meter Abstandgrenze verletzt?

Also der Anbau befindet sich im Innenhof, wie gesagt da war vorher schon was gestanden ich habe es jetzt nur richtig gemacht. Was ist die 3 Meter Abstandsgrenze?

@Misomaniac

Drei Meter zur Grundstücksgrenze müssen eingehalten werden,für jedes feststehende Bauwerk.Wenn ein Gebäude dort steht,was mit Bauplan und Baugenehmigung erstellt wurde,darf es nicht abgerissen und neugebaut werden.Wenn es abgerissen wird,gelten heutige Vorschriften.

@Rutscherlebnis

Also mein Anbau steht jetzt genau auf der grenze, ist allerdings nicht freistehend sondern an der Garage angebaut. Heißt das ist jetzt Grundsätlich nicht erlaubt?

@Misomaniac

Nein,ist nach heutigem Recht nicht erlaubt.Du könntest eine Ausnahmegenehmigung beantragen,aber natürlich vor dem Bauvorhaben;bzw.deren Umsetzung,im Einvernehmen mit dem Nachbarn,den brandschutzrechlichen Belangen,wenn Du ein wichtiges Interesse geltend machen kannst.Z.B.das Du keine Zuwegung zum Grundstück sonst hättest.Ich denke,Dir bleibt nichts,als abzuwarten,ob was vom Amt kommt.Den Nachbarn zu fragen,kann Ihn animieren,erst Recht was zu unternehmen.Schwierig.

@Rutscherlebnis

Bringt es mir auch nichts wenn die Mauer schon vorher stand? Ich habe sie zwar verlängert, aber im Prinzip stand sie ja schon da....

@Misomaniac

Warum theoretisieren wir? Hat sich jemand beim Bauamt beschwert? Wurde ein Bauschild vermisst,hat eine Behörde Kenntnis?  Wenn ja,wirst Du den originalen Zustand herstellen müssen.Wenn nein,darfst Du drauf hoffen,das es niemand bemerkt.

Was für ein beeindruckendes Sammelsurium von Halbwissen und Phantasie!

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