ist es verboten, zeilen auf "mein kampf" zu zitieren?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Besitzen darfst du dieses Buch (wenn es ein Erbstück ist zum Beispiel) und es gab daraus auch schon Lesungen, und zwar nicht von Nazi-Gruppen. Nur der Verkauf ist verboten.

Im Übrigen halte ich eine kontrollierte gemeinsame Analyse des Inhaltes in Gruppen sogar für gesellschaftlich wertvoll. Der Verfasser (dessen Name gemäß Wortfilter nicht wörtlich genannt werden darf) war ja nicht dumm, er war nur ein krankes A...loch. Wenn man die 90% antisemitischen oder ausländerfeindlichen Müll rausfiltert, stehen da sogar vereinzelt ganz intelligente Sachen drin.

also kann ich ohne bedenken diesn satz veröffentliche??

ich würd des halt reintun was ich nicht mag also in mein profil bei einer community: "jene Sorte von Menschen, deren einzige wirkliche Gesinnung die Gesinnungslosigkeit ist, gepaart mit frecher Aufdringlichkeit und einer oft schamlos entwickelten Kunst der Lüge"

@luxuryX1

Die Frage ist nur, in welche Ecke du dich da rückst, vor allem, wenn jemand rausfindet, wo das Zitat her ist oder du die Quelle angibst. Zumal sich evtl. eine gewisse ethnische Gruppe ziemlich auf den Schlips getreten fühlen könnte, denn ohne die Stelle zu kennen oder gelesen zu haben, ahne ich schon wer (im Original, nicht von dir) gemeint ist.

Achte bei solchen Zitaten, gerade wenn du sie in einem Community-Profil verwendest, immer auf Political Correctnes. Eine große Kaufhauskette hat sich mit dem Spruch "Jedem das Seine" in seiner Werbung auch mächtig auf die Nase gelegt. Bis zu dieser Werbekampagne und dem daruf folgenden (berechtigten!) Sturm der Entrüstung aus dem Zentralrat der Juden wusste ich auch nicht, dass dieser (vor der Nazi-Zeit übrigens sehr positiv gemeinte Spruch) an der Pforte des KZ Buchenwald angeschlagen stand - seither gehe ich aber mit diesem sonst so locker-flockig verwendeten Zitat vorsichtiger um, sonst kann der Kontext schon ziemlich makaber werden.

@volker79

Ich frag mich gerade, was ein KZ mit so einem Spruch zu tun hat... ich meine, der Spruch sagt ja eigentlich, dass jeder so sein darf, wie er will...

@CountDracula

Normal gebe ich dir recht. Nur war der Spruch dort wohl auf "Jeder bekommt das, was er verdient" gemünzt.

Typisch Nazis halt, ohne nachzudenken tolle Sprüche und Symbole kopieren und sie so in den Dreck ziehen.

Der historische Hintergrund ist halt da, und daher hat es zumindest etwas mit Anstand zu tun, mit solchen Zitaten zumindest sparsamer und vorsichtiger umzugehen.

Wenn du eine historisch saubere Alternative zu "jeder darf sein, wie er will" brauchst: Wir im Kölner Raum sagen "Jeder Jeck ist anders"

Nur der Verkauf ist verboten.

Nicht ganz: Nur die Herstellung und dementsprechend auch der Vetrieb von neuen Exemplaren ist nicht erlaubt, da das Urheberrecht das verbietet. Der Verkauf von alten Ausgaben ist erlaubt, hin und wieder findet das Buch auch den Weg in antiquarische Buchhandlungen.

Auch der Kauf und Verkauf und das auszugsweise Kopieren ist in Deutschland nicht verboten. Der Urheberrechtsinhaber (der Freistaat Bayern) hat sich lediglich entschlossen das Buch nicht drucken zu lassen. Deshalb bekommt man keine Exemplare im Buchhandel. Im Antiquariat kann man es kaufen.

Zitieren ist natürlich auch nicht verboten. Historiker machen das jeden Tag.

Man darf daraus zitieren wie aus jedem anderen Werk auch, wenn man es zu einem eigenen Inhalt hinzufügt (keine reine Zitatensammlung), also etwa zu einem Geschichtsaufsatz.

Das Buch ist nach meinem Wissen auch nicht strafrechtlich verboten, sondern wird nur aufgrund des Urheberrechts zurück gehalten - genau da aber gilt ja das Zitatrecht (ein Wissenschaftler dürfte in einem wissenschaftlichen Werk sogar das komplette Buch zitieren).

Strafrechtliche Konsequenzen dürften nur drohen, wenn der gesamte Kontext strafbar ist (Volksverhetzung §130 StGB, verfassungsfeindliche Propaganda/Symbole §86, 86a oder ähnliches), wo ich mal nicht von ausgehe.

Die ersten beiden Absätze unterschreibe ich anstandslos. Den dritten nicht ganz: Die Verwendung von Inhalten, die ansonsten nach §§ 86, 86a StGB verboten wären sind nicht strafbar, wenn ihre Verwendung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient. Dementsprechend können in derartigem Kontext auch volksverhetzende Inhalte straffrei wiedergegeben werden, z.B. wenn ich jetzt den Satz "Die Juden sind unser Unglück" zitiere um dies zu verdeutlichen.

Verboten nicht. Wenn Du aber unbedingt aus Mein Kampf zitieren willst, solltest Du halt auch mit leben können, dass das nicht jeder toll findet und auf der nächsten Party vielleicht nur noch Menschen mit recht eigenartigem Weltbild mit dir sprechen. Ist auch nicht verboten auf Partys auf den
Boden zu scheißen. Beliebt macht man sich damit trotzdem nicht....

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