Ist es riskant mein Auto zusammen mit dem Kennzeichen zu verkaufen?

5 Antworten

Wenn die Welt nicht uA mit Betrügern besiedelt wäre könnte man dies schon machen. Allerdings schon hier bei GF tauchen immer wieder Fragen auf was man nun machen könne weil man das Fahrzeug zwecks Überführung zugelassen verkauft hat und der Käufer es nun einfach nicht abmeldet. Ich gehe davon aus dass das Fahrzeug nicht abgemeldet gefahren werden soll.

Da das Fahrzeug am Tag der Abmeldung noch versichert und versteuert ist darf man damit unmittelbar nach der Abmeldung auch heimfahren. In wie fern dieser Käufer dies auch darf sollte mal direkt bei der Zulassungsstelle angefragt werden.

Fraglich wären weitere Umstände. Ist der Käufer in Deutschland wohnhaft, hat das Auto eine gültige HU, möchte der Käufer das Auto gleich im Anschluß auf sich zulassen?

Sollte es so sein würde ich empfehlen dass er sich bereits eine evb-Nummer seiner Versicherung besorgt und sich zusätzlich Eine für Kurzzeitkennzeichen ausstellen lässt. Die Kurzzeitkennzeichen kosten dann keine extra-Versicherung, glaube 13,-€ Gebühr und ca 30,-€ für die Schilder. Ihr könnt dann gemeinsam zur Zulassungsstelle, Du kannst das Auto da abmelden und er die Kurzzeitkennzeichen erhalten (seit 01.04. bekommt man die wieder auch auf Zulassungsbehörden ausserhalb seines Zulassungsbezirks, allerdings braucht man jetzt eine gültige HU).

"Mit Kennzeichen" bedeutet, dass er das Auto während es noch angemeldet und versichert ist, mit nimmt. Des Weiteren bedeutet das, dass der Käufer das Auto abmeldet oder ummeldet und dir die Kennzeichen zurück schickt. Richtig?

Dazu erzähle ich dir folgende (wahre) Geschichte:

Damals (das war 1999) habe ich meinen 6 Jahre alten Renault 19 an einen Autohändler verkauft (angemeldet und sogar vollkaskoversichert). In dem Kaufvertrag, den ich selbst aufgesetzt hatte, war eindeutig geregelt dass er das Auto "kauft wie gesehen" und was noch wichtiger ist: "Das Fahrzeug wird innerhalb von drei Tagen abmeldet". Der Typ ist dann sechs Wochen(!) lang mit Vollkaskoversicherung auf meine Kosten herum gefahren, ohne das Auto ab- oder umzumelden. Erst nachdem ich der Zulassungsbehörde den Verkauf (mit Kaufvertrag und Adresse des Käufers) angezeigt habe, wurde das Auto abgemeldet. Die Vollkaskoversicherung hat mich für die Zeit 258,- DM gekostet. Ich habe ihn ermahnt, den Betrag an mich zu bezahlen, aber er hat nicht reagiert. Ich hätte ihn anzeigen und auf Zahlung verklagen können, habe das aber doch nicht getan...

Also wenn du ein angemeldetes Auto verkaufen willst, bist du mit der Kaution schon mal auf der richtigen Seite. Aber du brauchst unbedingt einen unterschriebenen Kaufvertrag, damit du der Zulassungsbehörde notfalls den Verkauf beweisen kannst. Am besten lässt du dir noch eine Kopie vom Personalausweis des Käufers geben.

Ein Überführungskennzeichen kostet doch nur einen Gang zur Zulassungsstelle und das Material. Der Käufer soll sich eine eVB Nummer besorgen für Dauerkennzeichen und für Überführungskennzeichen von gleicher Gesellschaft. Dann kostet die Überführung versicherungstechnisch nichts. Er kommt mit Überführungskennzeichen, gibt dir den Kaufpreis, nimmt den Autoschlüssel, baut sein Ükennzeichen an und fährt nach Hause. Du bist alle Sorgen los.

Überläßt du dem Käufer auch deine Kennzeichen, dann kannst du Trödel haben wenn er das Fz nicht abmeldet oder einen Unfall baut. Mit dem Kennzeichen sind deine Daten hinterlegt, dein SFR, deine Anschrift.

Seit 01. April diesen Jahres geht dies nicht mehr einfach so. Um ein Kurzzeitkennzeichen zur Überführung erhalten zu können muss eine gültige HU nachgewiesen werden. Seit dem können aber Kurzzeitkennzeichen wieder an jeder beliebigen Zulassungsstelle erhalten werden, der potenzielle Käufer kann sie also auch bei der Zulassungsstelle holen wo auch der Fragesteller sein Fahrzeug abmeldet.

Versicherungstechnisch geht die Kfz-Haftpflichtversicherung mit der Übergabe des Fahrzeuges und der vollständigen Bezahlung des Kaufpreises aufgrund des damit erfolgenden Eigentumsübergangs automatisch auf den Käufer über.

Aber man ist erst mal weiter als Halter eingetragen, kann bei einem Unfall in einen etwaigen Prozess hineingezogen und mindestens formal als Halter beklagt werden.

Man kann der Versicherung und Zulassungsstelle mitteilen, dass man das Auto verkauft hat, und ist ab dem Moment einigermaßen aus dem Schneider, während der schlumpige Käufer sich womöglich richtig strafbar macht, wenn er weiter rumfährt (Fahren ohne gültiges Kennzeichen.)

Allerdings hat man die entsprechende Rennerei am Hals.

Mindestens Führerschein zeigen lassen und das Übergabe-Datum in den Kaufvertrag schreiben.

Die Idee mit der Kaution ist nicht Schlecht, aber sehr aufwendig. 100% Sicherheit bringt das auch nicht. Las den sich lieber Kurzzeitkennzeichen holen und Gut. Ich hatte den Ärger mit den Kennzeichen selber schon und dann hatte der Typ noch mit meiner Versicherung einen Unfall. Von Daher käme da für Mich nicht mehr in Frage.

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