Ist es richtig, daß bei einer Scheidung die Ehefrau den Zugewinn des verschuldeten Hauses verlangen kann?

9 Antworten

Falls die Frau Miteigentümerin ist, kann sich insoweit nichts verlangen, aber ihr gehört dann eben jetzt schon das halbe Haus. Die Trennung und eine Scheidung ändert nichts an diesem Miteigentum.

Gehört das Haus allein dem Ehemann, so steht ihr ein Anspruch auf Zugewinnausgleich gegen den Ehemann zu. Hatte der Ehemann zu beginn der Ehe kein Vermögen, jetzt aber ein Haus im Wert von 200.000,- Euro, das mit noch 120.000,- Euro belastet ist, so hat er einen Zugewinn von 80.000,- Euro erzielt, wovon er - wenn die Ehefrau nicht ihrerseits irgendeinen Zugewinn erzielt hat, mit dem man verrechnen müsste - 40.000,- Euro an sie ausgleichen muss.

In einer Zugewinngemeinshaft gehört auch das, was in der Ehe gekauft wurde, dem, er es gekauft hat.

Steht sie mit im Kaufvertrag? Dann steht ihr natürlich die Hälfte des Wertes des Hauses zu, inklusive der Schulden. Sie kann ihren Anteil überschreiben, dann ist ihr, logischerweise auch die Hälfte an Wert auszuzahlen (sie verkauft quasi an den Ex-Mann). Umgekehrt genauso.

Steht sie nicht im Kaufvertrag, hat nie irgendetwas gezahlt und das ist nachweisbar, dann steht ihr lediglich die Hälfte des Zugewinns aus, sprich der Wertsteigerung des Hauses und mit dem noch darauf lastenden Schulden hat sie, meines Erachtens, nichts zu tun, da könnte ich mich aber auch irren.

So oder so: In den meisten Fällen endet soetwas im Verkauf des Hauses, da oftmals sonst nicht ausgezahlt werden kann.



Er hat das Haus alleine getilgt, daß die Frau nichts verdient hat.


Das wiederum glaube ich so nicht - wird aber immer wieder sehr gern von s.g. Alleinverdienern behauptet, weil die anderen Tätigkeiten einer Frau, im Nachhinein nix wert sind. Klingt ja auch so richtig schön nach Opfer und die böse Frau saugt ihn jetzt aus :-/

Hat die Frau denn wirklich den ganzen Tag im Bett gelegen und gar nichts zum gemeinsamen Zusammenleben beigetragen?

Sieht es nicht vielleicht eher so aus, dass sich das Paar zu Beginn der Ehe oder einige Zeit später, aus welchen Gründen auch immer - Kinder etc., darauf geeinigt hat, dass sie zu Hause bleibt und sich um Haus und Hof kümmert = gemeinsame Entscheidung!

Und ja, die Frau hat ein Anrecht auf die Hälfte des Zugewinns. Egal wer, wie oder wodurch ein gemeinsames Sparschwein in der Ehe gefüttert wurde, bei einer Trennung wird hälftig geteilt, was in der Ehe gemeinsam erwirtschaftet wurde! Das nennt sich Zugewinn.


Da die Zugewinnsberechnung komplex ist, sich über die Gesamtheit der Ehe bezieht, Anfangs- und Endvermögen zu berücksichtigen sind und auch gar nicht klar ist, wer im Grundbuch als Eigentümer der Immobilie steht: Unbeantwortbar.

Das stimmt so nicht. Der Eigentümer ist für den Zugewinn nicht relevant. Der Zugewinn ergibt sich aus dem Gesamtvermögen am Ende der Ehe abzüglich des Gesamtvernögens zu Beginn der Ehe. Dabei werden Erbschaften vernachässigt. Vom Zugewinn gehören jedem 50%. Das ist grundsätzlich nicht komplex.

@AalFred2

Ach, der Eigentümer ist nicht relevant?

  1. Nur der Gatte steht im Grundbuch, auszugleichender Zugewinn 40.000€
  2. Beide stehen im Grundbuch, auszugleichender Zugewinn 0€

Ist m.E. schon ein Unterschied :-)

@iQMastermind69

Dafür hat man dann einen Anteil am Haus im entsprechenden Wert. Nahezu gehupft wie gesprungen.

@AalFred2

Das ist zwar auch richtig, aber in der Folge für den Mann wesentlich angenehmer, dauert es doch wesentlich länger und ist auch komplexer, bis man zur Teilungsversteigerung kommt.

Der Wertgewinn des Hauses interessiert nicht.

Der Zugewinn in dem Zusammenhang ist die gemilderte Schuldenlast.

Verlangen kann Sie nur, dass man ihr den Zugewinn auszahlt. Wie das bewerkstelligt wird, kann ihr egal sein.

Sie kann allerdings aus dem Urteil über den Zugewinn vollstrecken und das Haus in die Zwangsversteigerung treiben.

Wieso ist der Wertgewinn des Hauses uninteressant?

Wenn das Haus heute 50.000€ mehr Wert ist als zuvor dann gehört ihr doch 25.000€ oder? Kann sie sich den nicht auszahlen lassen?

@christl10

Nö, außer sie ist bereit die Kosten für einen Gutachter aufzubringen, denn kein Gericht wir einen pauschalen Hauswert schätzen. Und das Gutachten wird so aussehen, dass eventuell der Bodenwert etwas gestiegen ist, aber das Haus auf Grund des Alters an Wert verloren hat. Ich kenne Niemanden, der sich auf das Spiel eingelassen hat.

In den mir bekannten Fällen ging es immer nur um den Darlehenstand.

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