Ist es problematisch als Technikerin Kinder zu bekommen?

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Keine Ahnung wie das in Deutschland ist – aber in Österreich ist diese Frage bei Bewerbungsgesprächen sogar verboten. Das hindert die Firmen aber nicht diese zu stellen (oft dann mit dem Zusatz: Sie müssen die Frage natürlich nicht beantworten. Nur wenn ich sie nicht beantworte, habe ich sie indirekt ja auch beantwortet)

 

Egal bei welchem Job – keine Firma möchte eine Frau einstellen, die zugibt, in den nächsten Jahren schwanger werden zu wollen und die dann somit sicher ein paar Jahre ausfällt und evt dann nur noch als Teilzeitkraft zur Verfügung steht. Ich habe in solchen Fällen immer denen ins Gesicht gelogen z.b. dass ich gerade erst mal mit meinem Studium fertig geworden bin und ich erst mal Karriere machen will. Kinder passen derzeit daher einfach nicht in meine Lebensplanung rein.

 

Und nein du musst dich nicht entscheiden – schau dass du deinen Traumjob, zur Not mit einer Lüge bezüglich der Kinderplanung , bekommst. Wie es dann ist wenn du schwanger bist wirst du eh sehen. Es heißt ja auch nicht zwangsläufig dass die Frau Teilzeit arbeiten muss. In Familien wo der Mann weniger verdient als die Frau machen es viele dass er nur noch Teilzeit arbeitet.

Abgesehen davon: Als Teilzeitkraft musst du sowieso schauen, ob du dann noch bei der Firma bleiben möchtest. Die dürfen dich zwar nicht kündigen aber sie dürfen dir die bescheuertsten ermüdeten Aufgaben geben. Bei einer Bekannten war es extrem. Sie war nicht kündbar und somit hat die Firma versucht sie loszuwerden. Die war Chemikerin und durfte als Teilzeitkraft die Firmeninterne Post von einem Ort in der Firma zum nächsten bringen. So ein Chemikonzern ist aber groß und so dürfte sie bei Wind und Regen mit einem Fahrrad von einem Gebäude zum nächsten Fahren.

Natürlich ist das nicht überall so – gibt genügend Fälle wo die Frau die selbe Arbeit nachher machen konnte wie vorher auch – halt nur mit weniger Stunden.

 

Ob sich 2 Vollzeitstellen mit Kind ausgehen ist aber so ne Sache. Da hängt es stark davon ab wo du wohnst . im ländlichen Bereich ist bei uns die Kinderbetreuung teilweise noch sehr schlecht organisiert. Ne Kollegin kann z.b. Freitags gar nicht arbeiten da hier der Kindergarten sogar komplett geschlossen hat. Mein Kindergarten hat im Sommer 5 Wochen geschlossen und ich muss mir hier Urlaub nehmen + eine teure externe Betreuung bezahlen. In der nächsten größeren Stadt hat der Kindergarten aber den kompletten Sommer offen.

bei Paaren wo beide Vollzeit arbeiten springt meistens auch Oma und Opa Regelmäßig ein um auszuhelfen. Da sind die Kinder oft 1-2 Nachmittage einfach bei den Großeltern. (Ansonsten wären die Kinder ja oft von 6-7 Uhr in der Früh bis 17 Uhr am Abend im Kindergarten)

Oder man baut sich eine Mutter-Hilfs-Gemeinschaft auf. Wenn es mal länger wird dann hole ich nicht nur meine Tochter vom Kindergarten ab sondern auch eine Freundin von ihr. Die Kinder sind happy da sie miteinander spielen dürfen und die Mutter kann am Meeting am späten Nachmittag noch ohne Probleme teilnehmen.

 

Arbeiten mit Kind ist immer eine organisatorische Meisterleistung 😉 – aber es schaffen so ziemlich alle Eltern. Da werdet ihr es auch schaffen.

 

Danke für deine ermutigenden Worte. Ich kann irgendwie gar nicht glauben, dass es Firmen gibt, die Teilzeitkräfte rausekeln wollen. So ein Konzern ist dann ganz und gar nicht seriös und professionell!

@Serera99

da geht man dann meistens eher freiwillig

das Problem ist einfach dass man woanders für die selben Stunden oft deutlich

weniger verdient Sie müssen mir zb. das selbe Gehalt zahlen wie früher - nur auf die weniger Stunden runter gerechnet. Habe ich z.b. (willkürliche Zahl natürlich 😉 ) bei 40h vorher 2.400 € verdient, dann müssen sie mir wenn ich 20h arbeite dann 1.200 € zahlen. Würde ich bei anderen Firma 20h arbeiten ist da der Lohn dann ca. 800-900€. – für die selben Stundenanzahl.

Ich habe daher auch die ersten 2-3 Jahre mal meine Arbeit nur wegen dem Geld wirklich durchgedrückt. Meine Firma hat mich da eingesetzt wo Not an Mann war – und natürlich war das eine Arbeit die keiner Machen wollte und daher übrig geblieben ist. Gott sei Dank wurde ein neues Team aus dem Boden gestampft und da ich früher das schon gemacht hatte wurde ich dann in eine andere Abteilung versetzt. Nun habe ich wieder eine Arbeit die mich geistig nicht total unterfordert 😉

@dancefloor55

Bei meinen beiden allerersten Arbeitsstellen war ich das Mädchen für alles, trotz Vollzeitjob. Also ja, ich weiss wie es ist bei 7 Grad strömenden Regen draussen mit dem Fahrrad zu fahren. Deshalb mache ich ja jetzt den Techniker, in der Hoffnung mal nicht der Depp vom Dienst zu sein.

Muss ich mich wirklich zwischen meinem Traumjob oder Kindern entscheiden?

Nein, musst Du nicht.

Wie Du selbst weißt und viele User geschrieben haben, ist die Frage nach der Familienplanung nicht zulässig.

In der Praxis zeigt sich aber sehr oft, dass das im Bewerbungsgespräch ignoriert wird. Deshalb gibt es hier, genau so wie die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft, chronischen Krankheiten (solange sie den AN nicht hindern, den Job vertragsgemäß auszuüben), Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, Betriebsratstätigkeiten usw., das "Recht zur Lüge".

Während der Schwangerschaft und Elternzeit hast Du, sollte es soweit sein, sowieso einen besonderen Kündigungsschutz und wenn Du nicht gerade in einem Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften beschäftigt bist, kann der AG Dich auch nach der Elternzeit nicht grundlos kündigen.

Also: Zunächst einmal ist es gar nicht erlaubt so eine Frage in einem Vorstellungsgespräch zu fragen. Und es ist auch wirklich unverschämt, dass die sowas gefragt haben. Wenn man sowas in einem Vorstellungsgespräch gefragt wird, dann darf man im Übrigen auch lügen. Oder man darf auch die Antwort verweigern. (Wobei das ja eher keinen guten Eindruck hinterlässt). Denn sowas darf bei der Einstellung keine Rolle spielen.

Natürlich ist es für ein Unternehmen ungünstig, wenn eine Führungskraft ein Kind bekommt und plötzlich ausfällt. Aber das ist eben so. Damit muss ein Unternehmen umgehen können.

Ich würde mir auch stark überlegen, ob ich in so einer Firma überhaupt arbeiten will. Das scheint nämlich ein ganz schön altmodischer Schuppen zu sein.

In der heutigen Zeit ist es zum Glück häufig so, dass auch Männer (zumindest ein paar Monate) in Elternzeit gehen. Deshalb wird es für die Unternehmen zunehmend egal ob sie eine Frau oder einen Mann einstellen.

Und im Übrigen: Auch Technikerinnen dürfen Kinder bekommen. Das ist kein Problem. Du musst dir nur einen guten Arbeitgeber suchen.

Ich bin da auch nie ehrlich und sage vielleicht mal. Aber die Rekuter rechnen automatisch damit, ab einen gewissen Alter, dass du Kinder haben willst. Daher werden Frauen, dann in der Technik oft aussortiert bei der Bewerbung, ist aber zum Glück nicht in allen Unternehmen so.

Bei meiner jetzigen Arbeit, wurde ich bei der Bewerbung auch nicht gefragt ob ich Kinder will oder habe, hat aber eher damit zu tun, dass sich alles sehr gut mit dem Arbeitszeiten regeln lässt und man daher sehr flexibel ist.

Nicht sich den Kopfdarüber zerbrechen, auch als Frau und Mutter kann man in der Technik sehr gut arbeiten, egal ob am Band oder als Führungskraft.

Eine Freundin von mir ist Managerin in der oberen Ebene bei IBM. Sie hat zwei Kinder und als sie kleine waren in Teilzeit gearbeitet.

Ja, es ist für einen Führungsjob gut, wenn man Vollzeit arbeitet und keine Baby-Pausen einlegt. Das Arbeitsleben einer Frau aber nur auf das Mutter-Sein zu reduzieren, ist dumm. Eine Frau kann auch gerade durch ihre Erfahrungen als Mutter besonders belastbar sein und effiziente Lösungen für die Führung eines Betriebes finden. Eine Frau, die 2 mal für ein halbes Jahr ausfällt und ab und zu Kind-Kranken-Tage hat, kann deutlich besser sein als ein übermotivierter Mann, der sich in 16 Stunden Tagen in einen Burnout manövriert und danach unkündbar vor sich hindümpelt.

Man kann Traumjob und Kinder schaffen. Das ist nicht einfach, aber das Leben ist generell nicht einfach.

Es gibt die Möglichkeit, dass dein Mann in der Zeit freiberuflich und zu Hause arbeitet, so lange die Kinder klein sind. Das ist eine Erfahrung, die das Leben bereichert. Ich fand das umwerfend spannend.

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