Ist es gerecht, das man nach Kirchensteuer zahlt bzw. der Staat sich das Recht nimmt die...

5 Antworten

Soll ich jetzt mal dagegen argumentieren: wenn du keine Kirchensteuer zahlst und dann kein Pfarrer, sondern ein "Weltlicher" deine Grabrede hält, heißt das dann, dass du weniger in den Himmel kommst? Es wird dir ja nicht der Eintritt in den Himmel verwehrt - so du denn dran glaubst - sondern nur eine "Dienstleistung". Und leider müssen auch wir von Kirchens von etwas leben und Gottes Liebe alleine macht auch uns nicht satt. So sind wir darauf angewiesen, dass wir ein Gehalt bekommen. Und das fällt nun mal nicht vom Himmel, sondern wird durch die Mitglieder unserer Kirchen "erwirtschaftet". Jammer also nicht: egal, ob du bei der Kirche Mitglied bist oder nicht, Gott liebt dich so oder so.

"Das würde dann nämlich heißen, dass doch nicht alle Menschen gleich sind vor Gott, nur wenn diese dafür bezahlen.": So ist es!

Die Kirche hat schon immer Kohle machen wollen, man erinnere sich nur an die sogenannten "Freibriefe"...

ich zahle nicht und brauche keinen pfaffen bei irgendwas

und wenn du mal einen Exorzisten brauchst um einen Demonen (beim wem auch immer) auszutreiben?

Wer in einem Verein (Sportverein, Schützenverein, Briefmarkensammelverein, Kirche, Schützenverein) Mitglied ist muss dort meist einen Mitgliedsbeitrag zahlen.

Wer nicht Mitglied des Vereins ist, wird in der Regel von dem Verein "benachteiligt". Das ist völlig normal. Warum sollte mir der Schützenverein irgendetwas bieten, wo ich ihn doch ablehne?

Ein Skandal ist allerdings, dass die Mitgliedsbeiträge bestimmter Religionsvereine vom Staat eingezogen werden. Der Staat sollte sich neutral verhalten und diesen Gruppen nicht noch eine Autorität verleihen, einen Status geben, die sie nie verdient haben.

Wer einen Club der Gläubigen aufmacht sollte selber sehen, wie er seine Mitgliedsbeiträge eintreibt.

Durch die Enteignung der Kirche in Deutschland mit dem Reichsdeputationshauptschluss (1803) verlor sie ihre materielle Grundlage. Sämtliches kirchliches Eigentum erhielt der Staat. Doch er entschädigte die Kirche keineswegs dafür, sondern es wurde eine Kirchensteuer eingeführt, die von den Angehörigen der Religion zu leisten war. Mit diesem Geld wird eine Menge geleistet. Neben der nötigen Verwaltung fließt der Großteil des Geldes in Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Hilfsprojekte für ärmere Länder, Finanzierung der Angestellten. Würde man die Kirchensteuer über Nacht abschaffen wäre das eine soziale Katastrophe für Deutschland.

Warum steht Kirchenrecht so oft über Zivilrecht? Wird es in Deutschland jemals eine echte Trennung von Kirche und Staat geben?

Hi, es geht z.B. um solche Dinge:

Ich habe von einem Fall gelesen, wo die Mutter das Kind gegen den Willen des Vaters hat taufen lassen. Der Vater hatte Missbrauchs Erlebnisse mit der Kirche, daher wollte er keinesfalls das seine Tochter getauft wird.

Ein Gericht hat allerdings entschieden, das es sich da "nicht einmischt" weil es da um Kirchenrechte ginge, wo sich der Staat nicht einmischt. (Nach dem Motto: Die machen das schon -_-)

Kirchenrechtlich war alles in Ordnung, stellte Richter Moll beim Prozess im vergangenen Jahr fest. Möglicherweise war die Taufe ein Verstoß gegen Zivilrecht, aber deshalb könne ein staatliches Gericht nicht die Taufe annullieren. Der Rechtsverstoß müsste schon gravierend sein, damit der Staat in innerkirchliches Recht eingreift. „Hier ist einiges schiefgelaufen, auch zu Ihren Lasten, aber die Taufe kriegen Sie nicht mehr los“, beschied Richter Moll dem Kläger. Die Eltern könnten sich freilich einigen und das Mädchen wieder aus der Kirche austreten lassen. (https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Taufe-laesst-sich-nicht-rueckgaengig-machen-id18552091.html)

Will ein Elternteil sein Kind unter 14 aus der Kirche nehmen, dann müssen beide einverstanden sein, oder der Elternteil muss das alleinige Sorgerecht haben, und dies auch nachweisen. (Es gibt wohl auch die Möglichkeit nur für Teilbereiche, wie z.B. Religion das alleinige Sorgerecht zu bekommen, was aber sehr selten gewährt wird)

Wie war das noch gleich mit Trennung von Staat und Kirche? Doch nur eine leere Floskel? Wenn die Kirchen Rechtsverstöße ohne Ende begehen können, so lange diese nicht allzu "gravierend" sind? (s. auch kirchliches Arbeitsrecht!)

Stellt sich auch die Frage, ab wann etwas "allzu gravierend" ist, auch im Bezug auf die zahlreichen Missbräuche innerhalb der Kirche. Ist es bereits "allzu gravierend" wenn ein Pfarrer ein Kind anzüglich anfasst, oder erst wenn er Sex mit ihm hat?

Also, zurück zum Kern der Frage: Warum wird Kirchenrecht so oft höher gewertet als Zivilrecht? Ich finde das extrem gefährlich. Wollen wir hier etwa eines Tages einen Staat mit Gottesurteilen haben? Quasi IS auf Christlich, wo statt mit Waffen vor Gericht gekämpft wird?

LG

Deamonia

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