Ist die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft heute noch zu empfehlen?

4 Antworten

Die Gewerkschaft vertritt ihre Mitglieder juristisch, aber nicht zu deren Wohle. Sie handelt deren wohlverstandenen Interessen zuwider.

Zum einen bewirkt die ständige Wiederkehr von Lohnerhöhungen aus derzeit ca. 67.000 ins Tarifregister eingetragenen gültigen Tarifverträgen Preiserhöhungen in allen Wirtschaftsbereichen, und damit eine permanente Geldentwertung aller laufenden Einkommen wie der Ersparnisse, die in der Rentenversicherung und auf privaten Konten angesammelt werden..

Zum anderen folgen jeder Tariferhöhung Entlassungen und das Outsourcen deutscher Produktion ins kostengünstigere Ausland. Also Arbeitsplatzverluste, die es ohne die von den Gewerkschaften durchgesetzten Arbeitskostensteigerungen/Lohnerhöhungen nicht gäbe. Und das alle 18 Monate wieder. 18 Monate ist die Durchschnittslaufzeit deutscher Vergütungstarifverträge.

Diese Nachteile werden durch den Nominallohnvorteil, den eine gewerkschaftlich "durchgesetzte" Lohnerhöhung einigen der Arbeitnehmern bietet, niemals aufgewogen.

Die inflationäre Entwertung der Zahlungen, von denen man lebt, trifft jeden besonders hart im Ruhestand, wenn nämlich diese Zahlungen aus den bei der gesetzlichen Rentenversicherung angesammelten eigenen Ersparnissen und nicht vom Arbeitgeber stammen - gegen den man mit dem Ziel der Steigerung der laufenden Zahlung hatte streiken können.

Gegen die eigenen Ersparnisse und ihre Entwertung kann man nicht streiken, auch nicht gegen die Rentenversicherung, die sie verwaltet.

Wer die arbeitskampfbedingte Arbeitsplatz- und Geldvernichtung vermeiden möchte, wird eine Gewerkschaft nicht durch seine Mitgliedschaft unterstützen wollen können.

Das gilt zum Glück bereits für die Mehrheit aller Arbeitnehmer. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad der Arbeitnehmerschaft beträgt derzeit nur 14 %. D. h. sechs Siebtel der Arbeitnehmer halten die Beteiligung an Arbeitskämpfen und die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft nicht für sinnvoll.

Die ersten Tarifverträge wurden von den Arbeitgebern gefordert.

muss jeder für sich selber entscheiden. ich persönlich bin in der ver.di jugend aktiv und bis jetzt hatte ich nur vorteile davon!

Diese Frage muß jeder selbst entscheiden,einen Vorteil gibt es nicht,wenn man von günstigen Angeboten wie Ferienhaus,Versicherung,Sterbekasse und noch so verschiedenen Angeboten absieht.Früher war es allerdings so,daß man bei Eintritt durh den Vertrauensmann schon eine Beitrittserklärung hingelegt bekam.Ablehnung war fatal,jedenfalls in manchen Betrieben.Ein muß war es niemals.War man aber dabei,dann fühlte man sich mit der Arbeitergemeinschaft solidarisch.Gewerkschaftsmitglieder sagten immer,wir handeln für Euch Nichtmitglieder die Tarife aus.Wir bezahlen dafür und Ihr Schmarotzer profitiert.

Es "lohnt" sich nicht.

In Abhängigkeit von der Branche ist es aber (leider) manchmal nur schwer zu umgehen - bei VW etwa sind fast 100% der Mitarbeiter in der Gewerkschaft und da hat man dann als Nichtmitglied schon mal Nachteile, obwohl das offiziell natürlich nicht sein dürfte.

Aber bei VW gibt es ja auch andere Dinge, die nicht sein dürften.

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