Ist der nachfolgende Mustertext für eine Mietbürgschaft sinnvoll formuliert

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Ich würde auf jeden Fall eine betragsmäßige Begrenzung auf einen Höchstbetrag von 3 Monatsmieten (ohne Nebenkostenvorauszahlung) in der Bürgschaft festlegen. Eine solche Begrenzung ist auch zulässig, da eine vom Mieter zu leistenden Sicherheit vom Gesetz ohnehin auf diesen Höchstbetrag begrenzt ist (§ 551 Abs.1 BGB), und ferner eine Vereinbarung zum Nachteil des Mieters unwirksam ist (§551 Abs.4 BGB).

Der Betrag i.H.v. 3 Monatsgrundmieten ist ohnehin in der Kaution verankert und vom Vermieter für begründbare Forderungen zugreifbar. Er bedarf mithin keiner gesonderten Erwähnung. Eine Anführung dieser Begrenzung könnte damit eher verwirrend, als beruhigend auf den Vermieter wirken. Und auf den will man ja zunächst möglichst entspannt zugehen.

@Gianna6

Wenn die Höhe der Bürgschaftsschuld in der Bürgschaftsurkunde nicht begrenzt ist, so würde der Bürge für alle berechtigten Forderungen aus dem Mietverhältnis mit seinem persönlichen Vermögen haften. § 551 Abs.1 BGB besagt lediglich, dass der Vermieter vom Mieter nur eine Sicherheitsleistung bis zur Höhe dieser 3 MM verlangen kann.
Übergibt nun der Mieter aber freiwillig der Vermieter eine Bürgschaftsurkunde, die der Höhe nach nicht begrenzt ist, so hat der Vermieter eine Bürgschaftsurkunde in der Hand, die für ihn als eine betragmäßig unbeschränkte Sicherheit anzusehen ist.
Die Bürgschaftsurkunde ist eine selbständige Vertragsurkunde, die vom eigentlichen Mietvertrag formell unabhängig ist.

... für sämtliche begründete Verpflichtungen, so weit würde ich zumindest noch einschränken; damit sind dann nicht alle beliebigen gemeint, sondern nur die tatsächlich auch begründbaren. Damit kann man auf späteren Forderungsvortrag immer noch achlich entgegenen und eingrenzen. Schnell wird aus solchen schriftlichen Erklärungen nämlich ein Freibrief für die Durchsetzung von Begehrlichkeiten.

Ich würde eine betragliche Begrenzung aufnehmen und eine Beweispflicht des Vermieters. Des weiteren solltet ihr aufnehmen, wann die Bürgschaft erlischt. Mit Rückgabe der Originalbürgschaft? mit Abnahme der Wohnung? Gilt die Bürgschaft auch für die Kaution und die Nebenkosten? Muss die Zahlschuld erst bewiesen werden durch den Vermieter oder kann er immer auf den Bürgen zugehen und die Zahlung verlangen?

Ich würde noch reinschreiben, wann der Aufall eingetreten ist. z.B. "Der Ausfall ist eingetreten, wenn die Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen erfolglos versucht wurde und die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners feststeht."

Erforderlich ist dieses nicht unbedingt, da bei einer Ausfallbürgschaft dem Bürgen ohnehin gesetzliche die Einrede der Vorausklage zusteht (§ 771 BGB), die nur in ganz extremen Fällen ausgeschlossen ist (siehe hierzu § 773 BGB).

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