Ist das Testament des erstverstorbenen Elternteiles gültig?

5 Antworten

das testament deines vaters ist im allgemeinen natürlich wirksam: es geht darum zu verfügen, wer in welchem nach dem tod über das vermögen des verstorbenes verfügen soll. wenn dein vater also stirbt, wird sein vermögen entsprechend seines testaments und des gesetzes aufgeteilt. ob seine frau vor ihm oder danach stirbt, spielt keine rolle.

deine mutter kann nicht über das erbe ihres mannes verfügen, bevor er tot ist und dann auch nur in dem umfang, wie es an sie vererbt wird. oft ist es so, dass die frau die hälfte erbt und der rest unter den kindern aufgeteilt wird. also könnte sie anschliessend diese hälfte und was davor schon ihr gehört hat, vererben. was die kinder vorher vom vater geerbt haben, bleibt ihnen.

du solltest dich aber wegen pflichtteil erkundigen, ob der nicht größer ist als 12,5%.

Der Tod von Vater und Mutter sind zwei getrennte Erbfälle. Ehegatten haben in der Regel ( also wenn nicht explizit Gütergemeinschaft vereinbart wurde) getrennte Vermögen, die auch getrennt vererbt werden. Es gibt auch ggf. bei jeden der beiden Erbfälle entsprechende Pflichtteilsansprüche. Beim 2. Erbfall wären das bei 3 Kindern 1/6 also 16,66%. Beim 1. Erbfall entsprechend 8,33% wenn die Eltern verheiratet waren. Bezogen immer auf das Vermögen des Verstorbenen. Das zu diesen Zeitpunkt geerbte Vermögen zählt natürlich mit.

Meiner Meinung nach ist das Testament meines Vaters nicht mehr wirksam, da er zuerst verstorben ist.

Das Testament des Vaters ist in Bezug auf den 1. Erbfall wirksam. Über das Erbe seiner Frau, kann nur diese entscheiden. Es ist aber möglich, ein gemeinsames Testament zu machen, diese muß dann von beiden unterschrieben sein. Ein gemeinsames Testament würde dabei für beide Erbfälle Anwendung finden.

Meine Mutter und mein Vater hatten ein gemeinsames Girokonto. Darum geht es hier nur, anderer Nachlass spielt in diesem Fall keine Rolle. Es liegen 2 Testamente von 1995 vor. Mein Vater hat meine Mutter als Erbin eingesetzt und meine Mutter meinen Vater. Nun hat mein Vater im vorigen Jahr eine Ergänzung zum Testament gemacht, wo er uns Kinder prozentual benannt hat. Als mein Vater, 7 Monate vor meiner Mutter, starb ist das Girokonto auf meine Mutter umgeschrieben worden. Das Guthaben des Kontos wird nun, wenn alle Ausgaben abgegangen sind, geteilt. Aber wie?

@Medigitty

Es liegen 2 Testamente von 1995 vor. Mein Vater hat meine Mutter als Erbin eingesetzt und meine Mutter meinen Vater.

2 Testament sind kein gemeinschaftliches Testament. Somit gilt für den jeweiligen Erbfall immer das Testament des jeweiligen Erblassers.

Nun hat mein Vater im vorigen Jahr eine Ergänzung zum Testament gemacht, wo er uns Kinder prozentual benannt hat.

Dann bezieht sich das Testament auf den 1. Erbfall.

Grundsätlich verdrängen neuere Testamente die älteren.

Man beachte, das bei gemeinsamen Testamenten auch die Änderungen gemeinsam erfolgen müssen. Ein Ehegatte kann aber durch notariell Zustellung gegenüber den anderen Ehegatten das Testament aufheben.

Es gibt hier je nach Inhalt des Testaments mehrere Möglichkeiten:

Es ist möglich, das der Vater per Testament eine Vor- und Nacherbschaft festlegt hat. Bei der Nacherbschaft erben die Nacherben vom Erblasser nachdem vorher der Vorerbe das Vermögen inne hatte.In diesen Fall zählt das was die Mutter als Vorerbe hatte, nicht zum Nachlass der Mutter.

Es wäre aber genauso möglich, das in dem Testament nur Ersatzerben festgelegt worden sind, für den Fall, das die Mutter zuerst verstirbt.

Und zu guter letzt könne es sein, das das neue Testament das alte Testament einfach ersetzt. Sofern in dem Testament von Ergänzung die Rede ist, ist das natürlich nicht der Fall.

Was natürlich nicht geht, ist das über das Vermögen / den Nachlass eines Dritten ( der Ehefrau ) verfügt wird. Dies kann nur die Ehefrau. Entweder durch ein gemeinsames Testament, oder durch ein Einzeltestament.

Das Guthaben des Kontos wird nun, wenn alle Ausgaben abgegangen sind, geteilt. Aber wie?

Das kommt darauf an, handelt es sich beim Testament des Vaters um die Einsetzung von Ersatzerben, dann hätte das Testament des Vaters hier keine Auswirkungen und das Geld wäre zu gleichen Teilen zu verteilen.

Handelt es sich um eine Nacherbschaft, dann wäre entscheiden, was beim 1. Erbfall der Ehefrau gehöhrt hat und was in den Nachlass des Vaters fällt. Das was die Mutter nur als Vorerbe bekommen hat, wäre nach der Erbquote nach dem Testament des Vaters zu verteilen, der Nachlass der Mutter hingegen nach deren Testament bzw. der gesetzlichen Erbfolge. In bezug auf das gemeinsame Konto wird in der Regel von einen hälftigen Eigentum auszugehen sein. So das die Hälfte des Kontos zum Zeitpunkt des 1. Erbfalls abzugülich Nachlasskosten ( insb. Beerdigungskosten ) der Qutoen des Vaters zu verteilen. Der Rest wäre nach dem Testament der Mutter bzw. nach der gesetzlichen Erbfolge zu verteilen.

Warum du so wenig? Also, das Testament deiner Mutter bezieht sich auf deren Eigentum zum Zeitpunkt deiner Mutter . Wo ist das Problem. Es geht hier um die Reihenfolge des Eintritts des Todes der jeweiligen Person. Hätte dein Vater kein Testament gemacht, dann wäre es zu gleichen Teilen an euch Hinterbliebene (inkl. euerer Mutter) gegangen. Die Reihenfolge des Todeseintrittes der Personen ist sehr wichtig. Es geht da auch um Sekunden.

Meine Geschwister haben die Testamente gefunden.

Hier wäre zu klären, ob es sich um ein gemeinschaftliches Testament der Eheleute mit einer Neuverfügung der befreiten längstlebenden Mutter oder vielmehr um zwei Einzeltetamente handelt.

Meiner Meinung nach ist das Testament meines Vaters nicht mehr wirksam, da er zuerst verstorben ist. Oder?

Falsch, natürlich ist der in seinem Testament zum Ausdruck gebrachte Willen eures Vaters wirksam.

Zunächst wären hier die zwei Erbfälle klar voneinander zu unterscheiden.

Bei dem Nachlass des Vaters müssen aber Mindestansprüche seitens der gesetzlichen Erben durch die eingesetzten Kinder berücksichtigt werden: Am Nachlass eures Vaters (!) hatte eure Mutter, im Güterstand der Zugewinngemeinschaft verhairatet gewesen, einen Anspruch von 25% pauschaliertem Zugewinn und 12,5% Pflichtteil, der abzuziehen wäre.

Die verbleibenden 62,5% wären wie verfügt quotal zu verteilen, wobei du einen Pflichtteilsergänzungsanspruch von 4,16% hast, da deine verfügte Erbquote unter deiner Pflichtteilsquote liegt.

Falls eure Mutter diese Verfügung ihres Mannes kannte und ausdrücklich auf Zugewinn und Pflichtteil verzichtet hätte, bekämst du 16,66%, die Geschwister 35,35% bzw. 47,95% vom gesamten Reinnachlasses eures Vaters.

Den Nachlass eurer Mutter beerbt ihr nach deren Verfügung zusätzlich und erneut. Hier hätte jeder einen Mindestanspruch von 16,6% und eine dazu doppelte Erbquote.

G imager761

da solltest du einen fachmann aufsuchen, der sich die testamente ansieht.

grundsätzlich müssen die testamente beim ortsgericht vorgelegen, mit einer kopie gehst du zu einem anwalt.

als erstes gilt das testament deines vaters, ist das erbe dem entsprechend aufgeteilt tritt das testament deiner mutter im kraft, da sie nach ihm verstorben ist.

man kann da nicht das aussuchen, was besser ist

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