Inwiefern wäre Artikel 13 außerhalb der EU gültig?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

zu aller erst einmal solltest du wissen, dass diesbezüglich jede menge Bullsh!t verbreitet wird... (anders kann man das was da alles geschrieben wird kaum bezeichnen)

Zum Anderen:

Die EU hat bereits mit der DSGVO und anderen Gesetzen und Verordnungen Rechtsvorschriften erlassen, die auch andere Länder betreffen. Z.B. muss sich jedes Unternehmen weltweit wenn es in irgendeiner Forme Daten von EU-Bürgern erfasst oder an der Erfassung mitwirkt an die DSGVO halten oder jedes Unternehmen das Umsätze von EU Bürgern generiert in der EU Umsatzsteuer abführen.

Ebenso wird es vermutlich dann auch mit Artikel 13 sein: Firmen die in Geschäftsbeziehung zu Bürgern und Unternehmen in der EU stehen müssen sich an die Gesetze halten. Also auch wenn hier Verträge geschlossen werden oder auch wenn ein Firmensitz in der EU besteht und natürlich auch dann, wenn der Service von EU Bürgern genutzt wird sowie wenn von EU Bürgern Einnahmen generiert werden.

Das Urheberrecht verbietet es unerlaubt fremde Inhalte zu nutzen.

Da es bislang anders nicht funktioniert hat, Personen und Unternehmen dazu zu bringen sich an die bestehenden, geltenden Gesetze zu halten wird nun mit Artikel 13 den Unternehmen, (die ja auch Geld mit dem Betrieb von Webseiten und -Services verdienen!) auferlegt, dass sie sicherstellen müssen, dass der von ihnen zur Verfügung gestellte Service nicht dazu genutzt wird gegen das Urheberrecht zu verstoßen und unrechtmässig geschütztes Material zu verbreiten. Das haben dich die Unternehmen und Nutzer nach jahrelanger Praxis systematischer Rechtsverstöße im Endeffekt selbst zuzuschreiben.

Nun muss eben jedes Unternehmen, dessen Service in irgendeiner Form von EU Bürgern und Unternehmen genutzt wird, geschütztes Material von EU-Bürgern und Unternehmen beinhaltet, in Geschäftsbeziehung mit Bürgern und Unternehmen in der EU steht und/oder in der EU eine Niederlassung betreibt und/oder hier Einnahmen generiert sich an dieses Gesetz halten müssen.

Den "Firmensitz zu verlegen" bringt da gar nichts, ebensowenig IPs zu blocken, denn es können dann immer noch geschützes Material von EU-Bürgern oder Unternehmen unerlaubt hochgeladen werden und dies muss von den Unternehmen verhindert werden.

was bedeutet das nun für die praxis?

@derdumme23
was bedeutet das nun für die praxis?

Im Prinzip ändert sich nichts!

Man durfte ja auch bisher schon nicht gegen das Urheberrecht verstoßen (!) und auch bisher wurde dies schon teilweise von den Unternehmen verhindert oder später wieder gelöscht wenn es gemeldet wurde. Nun müssen die Unternehmen halt konsequenter und besser dagegen vorgehen, dass Inhalte nicht erst hochgeladen werden können.

Bisher konnte man halt entweder Inhalte, die nicht katalogisiert waren, hochladen oder durch Tricks verhindern dass sie rausgefiltert wurden, In Zukunft müssen die Unternehmen dies verhindern und die Unternehmen müssen mehr als bisher dafür einstehen dass man bei Ihnen nicht einfach so gegen das Urheberrecht verstoßen kann sonst können den Unternehmen Strafen drohen.

Vielen, vielen Dank für die ausführliche und höchst informative Antwort! :-)

Er gilt nur für die EU Punkt aus.

Ja, aber im Internet sind die geografischen Grenzen ja nicht so klar... Also zählt der Standort der User, der Server, oder wovon?

@hgstrm

Nein die Länder die in der EU sind nicht vom geographischen Sinne sondern vom Abkommen.

@Garftit2

Ja, aber gilt Artikel 13 dann z.B. auch für eine amerikanische Website mit Eu-Nutzern, oder für eine Plattform mit Sitz in der EU, auf der Nicht-EU-Nutzer potenziell urheberrechtsverletzende Inhalte hochladen? Kurz: Welcher Teil der Kette Rechteinhaber-User-Provider-Plattformstandort-Serverstandort muss aus der EU kommen?

@hgstrm

Nunja die Nutzer werden einfach verschwinden wenn die Website tendenziell "bedrohliche" Inhalte enthält.

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