Internetanbieterfrage für Kenner

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zunächst einmal vielen Dank für das Layout ohne Absätze,
mit Tränen in den Augen lese ich am liebsten...
;o)

Dann zum Thema:
Als Nachfolgerin der Post muss die Telekom den staatlichen Versorgungsauftrag erfüllen und Haushalte an das Telefonnetz anschließen und auch die Internetzugänge gewährleisten.
Dieser Versorgungsauftrag bezieht sich jedoch auf die physischen Anschlüsse, also die technische Einrichtung.

Die Telekom ist also zur Anschlussverlegung verpflichtet.
In manchen Regionen wäre ein Ausbau auf moderne Übertragungstechnik allerdings sehr teuer im Verhältnis zum erwartbaren wirtschaftlichen Nutzen, d.h. mit einem Ausbau würde nur eine relativ geringe Anzahl Anschlüsse angebunden oder aber das Telefonnetz ist dermaßen verschaltet, dass ein höherer Datendurchsatz nur mit erheblichen Ausbaumaßnahmen zu erreichen ist.
In solchen Gebieten beruft die Telekom sich auf eine fehlende Wirtschaftlichkeit des Ausbaus, woraufhin der betroffene Landkreis ihn öffentlich ausschreiben kann.
Der Betrieb, der die geringsten Ausbaukosten bei verlässlicher Datenübertragungsmenge garantiert, erhält den Zuschlag.

In Deinem Fall scheint es m.M.n. allerdings so zu stehen:
Der Ortsteil ist ja bereits angebunden, und das technische Maß aller Dinge ist nach wie vor die Geschwindigkeit eines ISDN-Modems. Selbst die 100 kb/s liegen noch darüber. Daher ist die Telekom nicht zu einem weiteren, möglichst zeitnahen Ausbau verpflichtet. Generell ist sie selbstverständlich zu einer Modernisierung verpflichtet, aber eben nicht vorrangig und so schnell wie möglich.
Das Problem ist nicht neu und hat erst zum wirtschaftlichen Erfolg von Unity in ländlichen Gebieten geführt.

Als Konsequenz scheinen die Stadtwerke nun einen eigenständigen Ausbau der "letzten Meile" zu planen, also der Strecke zwischen Hausanschluss und den Verteilerkästen der Telekom.
Vielleicht planen sie sogar eine längere Erdkabelstrecke und die Aufschaltung auf einen Hauptverteiler unter Umgehung des innerörtlichen Netzes, das wäre sehr elegant.
In diesem Moment wären die Stadtwerke zugleich der Anbieter, der dann seinerseits Kapazitäten bei der Telekom anmietet, den Datendurchsatz in die Verteilerkästen speist und die letzte Meile selbst betreibt.
Mit diesem Vorgehen setzt die Stadtverwaltung der Telekom die Pistole auf die Brust, denn die muss nun entscheiden, ob sie den Ausbau selber übernimmt oder ihn einem anderen Betreiber überlässt.
Übernimmt sie ihn selbst, hat sie anscheinend zwei Jahre Zeit dafür.
Übernehmen ihn die Stadtwerke, dürfen sie auch als Anbieter auftreten, müssen jedoch, soweit ich weiß, die Anschlüsse auch anderen Anbietern zugänglich machen, so wie es ja auch die Telekom tut:
Nur weil Du deinen Anbieter wechselst, wird ja nicht ein neues Kabel gelegt...
Letztendlich mieten sich alle Anbieter bei der Telekom ein, wenn sie die Daten über das Telefonnetz übertragen.

In jedem Fall scheinen sich die Stadtwerke ihrer Sache sehr sicher zu sein, wenn sie schon vor der Ausschreibung einen auf dicke Hose machen...

Danke für den formschönen Stern!

Also, die Leitungen gehören der Telekom . Diese werden an jeden verkauft der möchte. Ist nur eine Frage der Investition des Anbieters. Du schreibst das Unitymedia bei euch ist : warum wechselst du nicht einfach? Da kannst du du mittlerweile 200.000er Leitung haben...

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