Inkassounternehmen schreiben aufsetzen - wie?

5 Antworten

 Rücklastschriftgebühren (xxx) EUR10,00

Zu viel. Hierüber würde ich einen Nachweis verlangen. So viel kostete eine RL in der Regel nicht.

Inkassokosten (zu Ihren Lasten aufgrund Verzuges gem. § 286 BGB, 13, 14 RVG iVm Nr. 2300 VV RVG) EUR58,50

Ein Inkassounternehmen erbringt in 99% der Fälle keine Dienstleistung, für die ein RA eine 1,3 Gebühr abrechnen dürfte. Daraus folgt , dass auch die Auslagenpauschale zu hoch ist.

Maximal angemessen wäre hier ein Schrieben einfacher Art (2301 VV RV) für 15,- € zzgl. 3,- € Auslagen.

Verzugszinsen (5,00% über dem Basiszinssatz vom 2018-01-09 bis 2018-02-06) EUR0,11 

Die kannst du selbst nachrechnen.

Könnte man das so lassen oder sollte ich noch was ändern? Habt ihr Vorschläge?:)

Du solltest schon klar sagen, dass du den Gebühren widersprichst und einer Datenweitergabe an Schufa und Co. deine Zustimmung verweigerst vor gerichtlicher Klärung.

Die gesamte Aufstellung kannst du weglassen, die ist überflüssig. ich würde es so schreiben:

Ich habe heute morgen Ihre Email erhalten mit einer Zahlungsaufforderung von 104,76€. Die Hauptforderung und die Rücklastschriftgebühren (insgesamt 34,45€) habe ich an die in der Zahlungserinnerung vom 09.01.2018 genannte Bankverbindung überwiesen und betrachte daher Ihr Schreiben als erledigt.

Ob's klappt, steht auf einem anderen Blatt.

danke:)

espoir:

Eine längst fällige Forderung wurde von dir nicht bezahlt. Jetzt hat sich der Glä8biger eines Inkassounternehmens bedient.

Hast du als Schuldner, wie vorlietgend, außer der Hauptforderung Zinsen und Kosten zu entrichten, so wird die zur Tilgung der ganzen Schuld nicht ausreichende Leistung zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die Hauptfoderung angerechnet.***

Folge: Dein beabsichtigtes Schreiben kannst du dir ersparen. Stattdessen solltest du zur Vermeidung weiterer Kosten und Unanehmlichkeiten die gesamte Forderung sofort überweisen.

*** vergl. § 367 BGB

Jetzt hat sich der Glä8biger eines Inkassounternehmens bedient.

Das ist sein gutes Recht, aber auch sein Spaß, denn die Musik bezahlt wer sie bestellt.

Hast du als Schuldner, wie vorlietgend, außer der Hauptforderung Zinsen und Kosten zu entrichten, so wird die zur Tilgung der ganzen Schuld nicht ausreichende Leistung zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die Hauptfoderung angerechnet

Korrekt.

Allerdings zahlt der Fragesteller wohl direkt an den Gläubiger. Und da Inkassobüros im Massengeschäft für den Gläubiger kostenneutral arbeiten, gibt es keinerlei Inkassokosten auf die der Gläubiger die Zahlungseingänge anrechnen könnte. Er wird die Forderung auf Zinsen, RL-Kosten und Hauptforderung verrechnen, da diese auch genau darauf passt.

Allerdings empfiehlt es sich dem Gläubiger mitzuteilen, wie die Kosten zu verrechnen sind, damit Abs. 1 eben nicht greift und um auf Nummer Sicher zu gehen.

die gesamte Forderung sofort überweisen.

Es gibt keinen Grund Inkassokosten, welche gerichtlich quasi nicht durchsetzbar sind zu bezahlen und eine Fast-Nutzlos-Branche mit derartigen Zuwendungen am Leben zu halten.

Gläubiger, die eine berechtigte Forderung haben, leiten das gerichtliche Mahnverfahren ein und lassen kein Inkassobüro den Schuldner mit Belanglos-Briefen zumüllen...

@gustavolo : Wenn er zweckgebunden die Hauptforderung an den Gläubiger überweist hat das Inkassounternehmen schlechte karten das Geld "falsch" zu verrechnen

das muss so nicht funktionieren. denn durch deinen zahlungsverzug hast du anlass gegeben dass der gläubiger ein inkassounternehmen einschalten durfte, und hast die dadurch entstandenen auslagen und kosten zu tragen.

Nur entstehen dem Gläubiger zumeist keine Kosten. Ferner unterliegt dieser der Schadensminderungspflicht.

Eine klage expl wg vorgerichtl. inkassokosten ist allerdings extrem wenig wahrscheinlich.

Die Erfolgschancen vor Gericht sind zu gering

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