Inkassoschreiben im Auftrag von Telefonica rechtmäßig?

3 Antworten

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Ist das so rechtmäßig ohne irgendeine zuvorkommende Mahnung oder ähnliches?

Durch die Rücklastschrift wird der Verzug ausgelöst, da bedarf es keiner Mahnung.

Inkassokosten sind Gläubigerkosten. Da O2 aber im Massengeschäft unterwegs ist, ergo die Inkassobüros flatrate oder auf Erfolgsbasis arbeiten musst du die Inkassokosten nicht tragen.

Zahl O2 die Hauptforderung, Zinsen und die Rücklastschriftgebühr.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Soll ich dies nun aber direkt an O2 zahlen oder an das Inkassobüro?

@HawkeyPP

Liegt dir eine Abtretungserklärung nach § 410 BGB vor, die nachweist, dass das Inkassobüro nun Gläubiger ist?

Wenn nicht, Zahlung an O2.

Hauptforderung, Zinsen und die Rücklastschriftgebühr - aber nicht mehr. Keine Inkassokosten, keine Schreibauslage. Schreibe in den Überweisungsvermerk: nur auf Hauptforderung, Zinsen und die Rücklastschriftgebühr , denn sonst verrechnen sie es mit ihren Fantasie-Gebühren - und direkt an O2 zahlen

Wenn Du mit Telefonica einen Dienstleistungsvertrag samt Einzugsermächtigung bei Deiner Bank geschlossen hast, gerätst Du durch die fehlgeschlagene Abbuchung automatisch in Zahlungsverzug , und damit bedurfte es keiner gesonderten Mahnung.

Der Inkasso-Dienst darf neben der Hauptschuld aber nur die Bankgebühr für die fehlgeschlagene Abbuchung, Verzgszinsen und max. 2,50 Euro pro schriftlichem Mahnschreiben per Post verlangen. Nur bei absolutem Notwand können noch Kosten für Adressermittlung aufgeschlagen werden.

Sollte das Mahnschreiben von einem Anwalt aufgesetzt worden sein, dürfte dieser seine Tätigkeit auch nur nach dem Rechtsanwalts - Vergütungsgesetz in Rechnung stellen, wobei ich hier wegen einer einfachen Mahnung schon Zweifel der Angemessenheit im Bezug auf die Schaden - Minderungspflicht seitens des Inkassodienstes habe.

Mein zu zahlender Rechnungsbetrag zuzüglich Zinsen beträgt ca. 58 Euro und der Rest der Forderung setzt sich aus einer ,,Inkassovergütung'' zusammen die 57 Euro beträgt.

@HawkeyPP

Also so wie ich die Inkassovergütung interpretiere bedeutet analog 0,9, Die eigentliche Forderung +Zinsen mal 0,9. Aber ist das nicht zu hoch?

@HawkeyPP

Eine " Inkassovergütung " ist als Angabe intransparent und unzulässig . Fordere den Inkassodienst daher auf, diese " Inkassovergütung " erst mal unverzüglich in den einzelnen Kostenpunkten aufzuschlüsseln.

Es dürfen nur diejenigen Punkte mit auf die Forderung, die ich bereits in meiner Antwort aufschlüsselte. In Deinem Fall also höchstens :

- Hauptforderung

- Bankgebühr für die fehlgeschlagene Abbuchung ( ca. 3 Euro )

- Mahnkosten mit max. 2,50 Euro pro Brief

- Verzugszinsen ( das dürfte bei 58 Euro pro Monat höchstens < 1 Euro sein )

In Deinem Falle entfällt der Notwand einer Adressermittlung , da Telefonica Deine Kontaktdaten ja vermutlich bereits aus dem Vertrag haben wird.

- Anwaltshonorar darf nur berechnet werden, wenn die Mahnung tatsächlich auch von einem Anwalt aufgesetzt wurde. Dann darf gemäss RVG aber nicht mit einem Faktor 0,9 × Hauptforderung , sondern höchstens bis etwa 0,5 oder weniger für diesen einfachen Fall berechnet werden.

Das wären bei Gegenstandswerten bis zu 500 Euro aktuell dann 22,50 Euro bei Faktor 0,5 gemäss Tabelle.

https://www.juraforum.de/ratgeber/gebuehrenrecht-der-rechtsanwaelte/rvg-rechtsanwaltsgebuehren-tabelle-ab-01082013

@Parhalia2

Könnte ich den zu zahlenden Betrag(nur die Versicherungsgebühr)+Zinsen(nur 6 Cent)+Bankgebühr nicht direkt an den Gläubiger zahlen und darüber informieren, dass die im Inkassoschreiben genannten Beträge unzulässig sind? Ich hatte auch gerade gelesen, dass die 2,50 Mahngebühr erst ab der zweiten Mahnung gelten, stimmt das?

@HawkeyPP

Natürlich kannst und solltest Du versuchen, die Hauptforderung samt Zinsen, Bankgebühr für die Rücklastschrift und 2,50 Euro für die schriftliche Mahnung direkt an Telefonica zu überweisen .

Wenn das Inkasso dann immer noch keine Ruhe gibt, verweise auf deren Pflicht der Schadensminderung hinsichtlich unzulässiger Zusatzgebühren.

Die Mahnkosten gelten bereits für die erste Mahnung in schriftlicher Brief-Form, da die Kosten für Porto und Material mit postalischem Versand bereits tatsächlich entstanden.

Nur bei absolutem Notwand können noch Kosten für Adressermittlung aufgeschlagen werden.

Als Ergänzung: Das wäre allenfalls an der Supermarktkasse oder bei Umzug ohne dass man die Adresse mitteilt der Fall.

Hier dürfte die Adresse ansonsten ja bekannt gewesen sein.

@mepeisen

Die Bekanntheit der Adresse unterstellte ich " Telefonica " bereits, da es laut FS ja um eine einmalig erfolglose Einzugsermächtigung mangels einmalig unzureichender Kontendeckung geht.

Deswegen ( siehe Thread ) KEINE Gebühr für Adressermittlung gerechtfertigt.

Bitte lesen vor Einwand und Downvote ....

Geh vor wie von Kevin empfohlen : Hauptforderung plus gerundet 10 € zweckgebunden über weisen.

Im Überweisungsträger "nur xy Hauptforderung / 10 verzugskosten"

Rechne mental trotzdem mit bösen Briefen

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