Inkassobrief, keine Rechnung und Mahnungen erhalten

5 Antworten

Ich nehme an, dass es sich um EOS DID handelt. Folgende Hintergrundinfo: EOS DID ist eine 100% Tochter und gehört der Otto. Es wird hier zwar behauptet, dass ein Schaden entstanden wäre, das ist aber dreist gelogen. Stattdessen wird ein Reingewinn fabriziert und an Otto gegeben.

Ich würde nun wie folgt vorgehen:

  1. Direkt an Otto bezahlen. Den ursprünglichen Warenwert + 2,50€ Briefporto + Zinsen (siehe www.basiszins.de/zinsrechner). Im Verwendungszweck ergänzen "Nur HF + Zinsen + Briefporto".

  2. Dem Amtsgericht Hamburg eine Beschwerde schicken, dass EOS DID betrügt und dass das Gericht bitte prüfen möchte, ob es dem Inkasso die Lizenz entziehen darf. Warum? EOS DID behauptet, dass ein Schadensersatz zu zahlen wäre (Inkassogebühren), stattdessen aber gibt es einen Reingewinn an den Konzern zurück. Diese Lüge stellt streng genommen strafrechtlich relevanten Betrug dar. Die Beschwerde kostet nichts, aber das Amtsgericht Hamburg hat da gerade seine Augen drauf, was die Machenschaften der EOS DID in Zusammenhang mit Otto-Forderungen anbetrifft.

  3. Einschreiben ans Inkasso: "Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich habe nie Mahnungen erhalten oder eine Rechnung, bin ganz grundsätzlich nicht in Verzug. Ich habe ordnungsgemäß auf meine korrekte Adresse bestellt. Für Mahnungen oder Rechnungen, die aus purer Willkür an falsche Adressen verschickt werden, bin ich nicht verantwortlich. Ich stelle in Aussicht, einen Anwalt mit negativer Feststellungsklage zu beauftragen, wenn Sie mich weiterhin belästigen. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem gerichtlichen Mahnbescheid werde ich widersprechen. Ich habe das Aufsichtsgericht über verbotene Inkassoforderungen bei konzerninternem Inkasso informiert."

Nun bekam ich ein Schreiben von einem Inkassobüro mit der Aufforderung den offenen Rechnungsbetrag + 47 Mahngebühren!! + Inkassogebühren etc. binnen 10 Tage zu begleichen.

Gegenstandslos. Es lag kein Zahlungsverzug vor, weil keine Rechnung gestellt wurde.

Ebenfalls hätte ich auch auf 5 Mahnungen nicht reagiert, daher wurden die Forderungen an das Inkassobüro abgetreten.

Gleich drei Lügen in einem Satz.

  1. Muss der Gläubiger die Zustellung einer Mahnung beweisen.
  2. Ohne Rechnung, kein Zahlungsziel, ohne überschrittenes Zahlungsziel, kein Verzug, die Mahnungen wären also allesamt gegenstandslos
  3. Die Forderung wurde nicht abgetreten, sonst dürfte das Inkassobüro keine Gebühren erheben, weil es dann in eigener Sache handeln würde.
Wie verhalte ich mich jetzt??
  1. Verlange eine Originalrechnung von Otto.
  2. Bezahle diese (nur Hauptforderung).
  3. Schick dem Inkassobüro einen Widerspruch (Kopie des Zahlungsbelegs) untersage zusätzlich die Einmeldung an Auskunfteien (§ 28a BDSG).

Gut sowas kann durchaus mal passieren komisch das die vom VH nie nachgefragt haben wo die Zahlung bleibt. Schildere dem Inkassunternehmen die Sachlage und versuche dich mit ihnen vielleicht irgendwo in der Mitte zu treffen, Kommt da nichts bei rum, dann zahle das und lern draus. Inkassos arbeiten gerne so dass sie alte Schulden aufkaufen also mit dem VH kannst du nichts mehr vereinbaren (wegen des Kaufs der Schulden ist die Summe auch entsprechend gestiegen denn da liegt deren Gewinnspanne). Oder nichts dergleichen tun, überweisen und danach kehrt wieder Ruhe ein.

Glaubst Du ein Versandhaus ruft an und fragt nach der Bezahlung? Ein Inkassobüro kauft keine Schulden auf. Diese Arbeiten mit Unternehmen zusammen und bekommen die Aufträge zur Weiterbearbeitung.

@BerndStephanny

Es gibt verschiedene Formen des Inkasso. Forderungskauf ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Bei den meisten Unternehmen ist eine Ratenzahlungsvereinbarung möglich, informiere dich diesbezüglich.

@BerndStephanny

Aäähem hast du noch nie eine Rechnung erhalten, diese dann vergessen und später eine Zahlungserinnerung bekommen? Mein Stromanbieter z. B. geht so vor und bei einem Versandhaus sollte man annehmen das sie auch so verfahren. Hier ist aber wie scheint beides komplett vergessen worden und das ist schon sehr ungewöhnlich.

@dirksowieso

Die haben ja die Rechnung und die Mahnungen nicht vergessen, sondern einfach an eine falsche (alte) Adresse versendet, obwohl meine aktuelle Adresse bekannt ist.

@Katinka230714

Hallo Katinka der Kommentar zu meiner Antwort war nicht an dich gerichtet sondern an BerndStephanie. Es ist wie gesagt ungewöhnlich was dir passiert ist, zumal deine Sachen ja an die richtige Adresse gingen (kann intern beim Verssandhaus übersehen worden sein, denn das sind ja verschiedene Abteilungen) aber jetzt ist es nicht mehr zu ändern da das Versandhaus keinen Einfluss mehr darauf hat.

@dirksowieso
aber jetzt ist es nicht mehr zu ändern da das Versandhaus keinen Einfluss mehr darauf hat.

Doch, das hat es. Erstens gehört EOS zu Otto. Das ist eine 100%ige Tochter. zweitens wurde nichts aufgekauft, sonst dürften Inkassogebühren gar nicht gefordert werde. Das Versandhaus ist also nach wie vor Inhaber der Forderung und drittens darf ein Forderungsinhaber zu jeder Zeit bestimmen, was mit der Forderung geschieht.

Ob das Versandhaus derweil aber überhaupt zurückrudern will, das ist die Frage. Schließlich ist das ein Reingewinn, was hier an gebühren gefordert wird...

Hallo,

so wie ich gehört habe, brauch man keine Inkassogebühren zu bezahlen, da die einfach viel zu hoch sind und kein Gericht in Deutschland eine solch hohe Forderung akzeptiert, überweis das Geld einfach an das Versandhaus und das wars.

Das hast Du aber nur gehört. Bist Du Dir ganz sicher mit Deinem guten Rat, aufgrund von Gehörtem?

@BerndStephanny

Falsch gehört, Inkassogebühren sind gesetzlich geregelt.

@Lisilein555

Schreiben einfacher Art, 0,3 Gebühr, 16,20€. Das ist die Höchstgrenze, da dies die gleichwertige Tätigkeit eines Anwalts wäre. Ansonsten per Gesetz begrenzt auf die anteiligen Kosten für "100 Forderungen desselben Gläubigers im selben Monat.", was dann womöglich bei 3€ oder weniger liegt.

Mit Begründung, dass insbesondere große Konzerne wie Otto keine Hilfe beim Schreiben von Mahnbriefen brauchen, werden die Inkassogebühren sogar von vielen Gerichten mittlerweile komplett gestrichen.

Davon abgesehen gehört EOS DID zu 100% der Otto. Es entsteht also grundsätzlich keinerlei Schaden. Da Inkassogebühren aber nur auf Grundlage eines Schadensersatzes überhaupt erstattungsfähig sind, sind sie in diesem speziellen Fall ganz grundsätzlich nichtig.

Wenn du dich informierst, dann bitte richtig :-)

Hallo Sophia (schöner Name nebenbei gesagt) Das VH hat diese Schuldsumme ans Inkassounternehmen abgetreten, also selbst wenn sie zahlen wollte der Vorgang ist dort nicht mehr rückgängig zu machen bzw. eine entsprechende Zahlung würde nichts nützen da die gar nicht wissen wofür das Geld wäre da sie ja auch nie eine Rechnung bekam.

Und Schufaeintrag kann es geben wenn sich der Schuldner offenbart (also bekennen würde das er nicht zahlen kann) da käme ein GV vorbei und der würde alles vor Ort klären.

Bei Inkasssos ist das eher selten der Fall, weil sie das gerne hinauszögern um die Summe in die Höhe zu treiben. Heißt sie lassen eine Frist verstreichen und schreiben dann wieder wo steht die Forderung beläuft sich jetzt auf ... Summe

Irgendwann schreiben sie wieder und bieten dann eine Restchuldbefreiung an wenn man z. B. Summe xy bis dann und dann bezahlt und dann wird der Überschuß (alos die Restschuld) erlassen kann z. B. so aussehen: Schuldsumme aktuell 678.- gesamt und bei Zahlung von 550.- erlassen wir den Rest (also in dem Fall 128.-) klingt natürlich gut ist aber trotzdem blöd weil die Summe ja über Monate aufgebläht wurde d. h. so oder so machen die Inkassos dabei einen Gewinn.

@dirksowieso
Das VH hat diese Schuldsumme ans Inkassounternehmen abgetreten

Ne, hat es definitiv nicht. Das gehört alles zum gleichen Konzern und das "Inkassobüro" ist gerade direkt über den Schreibtisch die gleiche Abteilung.

Und Schufaeintrag kann es geben wenn sich der Schuldner offenbart (also bekennen würde das er nicht zahlen kann) da käme ein GV vorbei und der würde alles vor Ort klären.

Völlig falsch. Die Grundvoraussetzung, dass überhaupt ein GV vorbei kommt, ist ein erfolgreich erworbener Vollstreckungstitel. Zum Glück sind da viele Hürden davor gesetzt. Und erst dann kann man sich, wenn man nicht zahlen kann, "offenbaren" (=Vermögensverzeichnis beim GV abgeben).

Den Rest mit dem Verzögern u.ä. kann man allerdings so unterschreiben. Inkassobüros sind ganz allgemein Meister im Erfinden von Gebühren.

Erstmal hat der Mann von Otto recht. Durch den "Verkauf" der Forderung an ein Inkassobüro ist Otto nicht mehr zuständig und kann dazu nichts mehr sagen. Dein Ansprechpartner ist nun das Inkassobüro.

Jetzt kommt es drauf an was Du willst. Entweder Du möchtest keinen Stress und zahlst. Oder Du zahlst "nur" die offene Forderung und schaltest einen Anwalt ein. Dieser müsste dann nachweisen, dass die Schuld bei Otto liegt. Gelingt dies, muss Otto die Inkassogebühren übernehmen.

PS.: Ich kenne Deine finanzielle Situation nicht, aber ohne Rechtsschutzversicherung würde ich schnell zahlen.

Nicht komplett richtig. Es gibt verschiedene Formen des Inkasso. Forderungskauf ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Dem Argument mit der Rechtsschutzversicherung würde ich zustimmen. Bei den meisten Unternehmen ist eine Ratenzahlungsvereinbarung möglich, dies wäre auch eine Option. Gegen das Unternehmen zu klagen ist eine langwierige, kosten- und nervenaufreibende Angelegenheit und wird sich bei Erfolglosigkeit auch noch negativ auf deine Schufa auswirken.

@Lisilein555

Eine Ratenzahlung nach fünf Mahnungen?

Durch den "Verkauf" der Forderung

Hier wurde nichts verkauft. Ansonsten dürften Inkassogebühren nicht gefordert werden, da das Inkasso nach dem Verkauf fortan in eigener Sache unterwegs wäre. Wenn verkauft worden wäre und zeitgleich Inkassogebühren gefordert würde, wäre das streng genommen Betrug und strafbar.

schaltest einen Anwalt ein. Dieser müsste dann nachweisen, dass die Schuld bei Otto liegt. Gelingt dies, muss Otto die Inkassogebühren übernehmen.

Ein Anwalt ist überflüssig, solange es nicht vor Gericht geht. Auch muss der Anwalt nichts nachweisen. Ganz im Gegenteil: Das Versandhaus muss den Versand der Rechnung und Mahnung nachweisen. Das an die falsche Adresse zu verschicken, weil sie ihr System nicht im Griff haben, ist nichts, was den Schuldner zu kümmern braucht.

Erstmal hat der Mann von Otto recht.

Nein hat er nicht.

Durch den "Verkauf" der Forderung an ein Inkassobüro ist Otto nicht mehr zuständig und kann dazu nichts mehr sagen.

Ein Verkauf hat nicht statt gefunden

Anscheinsbeweis hierfür:

  • Inkassobüro verlangt Gebühren.
  • EOS ist eine 100% Tochter von Otto
  • Es wurde keine Abtretungserklärung nach § 410 BGB im Original vorgelegt
Jetzt kommt es drauf an was Du willst.

Eine formal korrekte Rechnung, die die Fragestellerin bezahlen will und sicher auch wird.

Oder Du zahlst "nur" die offene Forderung und schaltest einen Anwalt ein.

Warum der Anwalt? Ist eine Klageschrift zugegangen? Davon lese ich nichts im Text.

Dieser müsste dann nachweisen, dass die Schuld bei Otto liegt.

Jetzt verfällst du völlig dem Schwachsinn. Die Beweislast liegt beim Steller einer Forderung. Damit die Inkassogebühren erstattungsfähig sind müssten folgende Szenarien eintreten

  1. Otto weist nach, dass sehr wohl eine Rechnung zugestellt wurde
  2. Otto weist nach, dass Zahlungsverzug eingetreten ist
  3. Otto weist nach, dass die Einschaltung eines Inkassobüros zweckdienlich und unvermeidbar war
  4. Das Inkassobüro weist nach, dass es eben keine Forderung gekauft hat, sondern nur beauftragt wurde und darum Gebühren erheben darf
  5. Das Inkassobüro weist nach, dass die Gebühren sich ausschließlich an dem Rahmen des RVG orientieren.
Ich kenne Deine finanzielle Situation nicht, aber ohne Rechtsschutzversicherung würde ich schnell zahlen.

Und das ist der Grund, warum man mit dem Betreiben eines Inkassobüros so gut Geld verdienen kann in Deutschland. Die "Zahlen damit Ruhe ist"-Mentalität hat schon so viele Taschen (unberechtigterweise) gefüllt.

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