Inkasso obwohl Raten immer bezahlt wurden?!

15 Antworten

Ich glaube, wenn die Ratenzahlung nicht mit ihnen vereinbart war - das heißt, wenn du kein Schriftstück hast, in dem der Stromanbieter der Ratenzahlung zustimmt - können sie das, ja. Du allein kannst nicht einfach verfügen, dass sie ihre Forderung nur in Raten bekommen. Sie MÜSSEN zustimmen.

Lange Rede, kurzer Sinn.

Ratenzahlung mit dem Stromanbieter abgeschlossen wenn ja und das schriftlich, dann ist keine Zahlung an Inkasso zu leisten. Wenn Nein, dann hat das Stromunternehmen jederzeit das Recht eine Inkasso mit der Eintreibung zu beauftragen. Hier muss sich allerdings das Inkasso an geltendes RVG halten.

Inkasso und RVG ??? Ein IB ist doch nicht mit einem Rechtsanwalt zu vergleichen !

Wäre dem so dann wäre die rechtsprechung etwas inkassofreundlicher :

AG Kehl Urteil vom 26.4.2011, 4 C 19/11 Das Gericht schließt sich den vom OLG Dresden, a.a.O., angeführten Argumenten an, nach denen Inkassokosten im Regelfall nicht auf den Schuldner umgelegt werden können........Diesen grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwand für die Einziehung einer eigenen Rechnung hat die Klägerin vorliegend ausgelagert, indem sie vorliegend wenige Tage nach Eintritt des Verzugs mit der letzten Rechnung vom 06.05.2010 und nach nur einer Mahnung ein Inkassobüro mit der Beitreibung beauftragt hat. Ihr stand selbstverständlich frei so zu verfahren. Jedoch kann sie die damit verbundenen Kosten nicht auf den Schuldner umlegen, weil es sich gerade um Kosten des grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwands handelt. AG Köln, Urteil vom 03.11.2010, 118 C 186/10 Inkassokosten sind nach der Rechtsprechung des Amtsgerichts Köln und zahlreicher seiner Berufungskammern des Landgerichts Köln indes grundsätzlich nicht erstattungsfähig .

AG Berlin Mitte vom 01.09.2009 8 C 118/09) "Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat, kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gemäß § 254 BGB ausgeschlossen…. Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind, wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten, die denen des Gläubigers überlegen wären. Mehr als die Forderung anmahnen kann auch das Inkassobüro nicht (LG Cottbus, Beschluss vom 25.01.2004, 10 T 36/04).

@rainerendres

Hallo reinerendres.

Das stimmt nicht ganz, eine Forderung nehmen wir mal an das 200,- Eur an den Gläubiger zu zahlen ist. So hat der Gläubiger das Recht seine Auslagen die er mit der Beauftragung zur Einforderung an den Schuldner, die Ihm entstehenden Kosten zu begleichen. Wenn der Gläubiger einen Anwalt dafür einschaltet, berechnet der Anwalt zB. 1,0 nach RVG das wäre die goldene Mitte (Streitwert bis 300,- und somit ist ein Gebühr von 25,00 zu zahlen ob der Schuldner will oder nicht, dies ist genauso von einem IB zu Handhaben. Das Inkassobüro hat sich aber an das RVG zu halten und kann nicht irgendwelche Kosten hinzuverlangen. Was ja noch hinzu kommt ist, und diesen Fehler habe ich auch schon gemacht, wenn in den AGB´s des Gläubiger steht, dass die Eintreibung offener Forderungen durch ein Inkassobüro durchgeführt wird, so hat der Gläubiger jederzeit das Recht ein IB zu bauftragen. Allerdings, und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, es gibt Inkasso Unternehmen die kräftig zulangen, und da gibt es Schuldner die Angst haben, und sind dann bereit den Betrag zu begleichen, das ist die Masche der Inkasso Unternehmen. Und viele Fallen immer wieder darauf rein.

@rainerendres

Dann hätte ich noch beinahe was vergessen. Die meisten die ein Inkssounternehmen oder Büro haben, sind Rechtsanwälte und habe die Juristische Schiene im Studium absollviert. Ich sage nur BFS risk&collection. Ich kann die gerne mal die Briefe zukommen lassen. RA. A. Schneider. in Verl, Gütersloher Str. und /oder BFS risk IB in Verl, Gütersloher Str. Selbe Hausnummer. Da Anwalt und dort Teilhaber.

@AndyRandy

Natürlich "darf " ein Gläubiger jederzeit ein IB einschalten auch ohne dies expl in den AGBs zu erwähnen

Die Frage ist : Sind die gebühren durchsetzungsfähig oder nicht

die rechtsprechung ist nicht unbedingt inkassofreundlich

Mir ist kein einziger fall bekannt in welchem ein Gläubiger die gebühren des extern von Ihm beauftragten Inkassodienstes erfolgrerich eingeklagt hat !

Mit der Beauftragung eines Rechtsanwaltes zum Forderungseinzug im Verzugsfall wäre der Gläubiger besser bedient denn diese Gebühren werden i.d.r einegklagt

@AndyRandy

Es schreibt aber z.b BFS - ein Inkassobüro - und nicht der RA von BFS den 1 Brief

Wenn natürlich der 1 brief im verzugsfall von z.b RA Andreas Schneider kommt sind dessen gebühren - sofern die nicht total aus dem Rahmen fallen - zu zahlen

@rainerendres

Was mir halt aufgefallen ist , dass es von Bundesland zu Bundesland auch Unterschiedliche Rechtsprechungen darüber gibt. Das kann es doch alles nicht gewesen sein.

das kenne ich nur ,wenn raten ausbleiben und nicht wenn man zahlt. eigentlich ist es doch so geregelt das -wenn man zahlungswillig ist und auch noch zahlt,das sie das nicht können,auch wenn es nicht die vereinbarte summe ist ,aber man zahlt ,sollten sie doch froh sein was zu bekommen,besser als nichts. es sind nicht überall die gleichen regelungen und von stadt zu stadt verschieden,aber ich würde mich noch mit denen in verbindung setzen und versuchen das zu regeln ,oder erkundigen ob es rechtens ist ,wie sie mit dir verfahren,aber ohne schriftliche bestätigung ist man immer schlecht drann. aber wenn sie etwas mit dir regeln ,würde ich mir das schriftlich bestätigen lassen. also viel glück.

Die weitergabe an ein externes IB ist zwar rechtens - die gebühren sind jedoch nicht durchsetzungsfähig

Ich habe 3 Jahre in einem grißen IB gearbeitet !

Wenn ich es richtig verstanden habe hast Du ohne schriftliche Vereinbarung den Rückstand ratenweise an den Versorger überwiesen !?

Mein Tipp :

Überweise den rest möglichst zeitnah unagekündigt an den Stromversorger aufs bekannte Konto ! (nicht aufs Inkassokonto )

Wenn Du magst kannst Du das Inkassoschreiben mal verlinken (Namen abdecken)

Meiner Ansicht nach ist die Beauftragung eines Inksasso-Unternehmens in deinem Fall sehr fragwürdig bis strittig, du hast in jedem Fall deinen Zahlungswillen unter Beweis gestellt. Der Stromanbieter darf den Schaden jedenfalls nicht unverhältnismäßig in die Höhe treiben.

Wie das in diesem Fall geregelt werden kann, solltest du am besten bei einer Verbraucherschutzvereinigung erfragen wenn die Kohle für den Anwalt nicht ausreicht. Um das besser einschätzen zu können, sind in jedem Fall mehr Informationen nötig. Wurde die Überweisung jeweils mit "Ratenzahlung deklariert"? In dem Fall sollte das Unternehmen das wissen und ggf. reagieren, entweder mit einem Vorschlag zur Ratenzahlung, oder mit der schriftlichen Verweigerung derselben. Wurde jeweils nur die Rechnungsnummer und ein zu geringer Betrag überwiesen? Auch dann sollte das Unternehmen selbst reagieren und anmahnen, dass der Rechnungsbetrag höher als überwiesen ist..

Nach den wenigen Angaben in deiner Frage, kann man davon ausgehen, dass du unter Umständen die Inkasso-Gebühren nicht zahlen musst, völlig sicher bin ich allerdings auch nicht. Ich kenne mehrere Fälle, in denen die Inkasso-Büros letztlich vom Auftraggeber allein bezahlt werden mussten, weil deren Einschaltung nicht gerechtfertigt werden konnte.

Telefonische oder mündliche Absprachen sind so gut wie immer für den Eimer. Ich frage mich oft, warum man in solchen Fällen überhaupt telefoniert. Bei einer persönlichen Vorsprache kann ich es auch nur nachvollziehen, wenn im Ergebnis ein Dokument vorliegt.

Zuletzt: Du bist Student, gibt es Rechtswissenschaftler an deiner Uni? Wenn ja, frag' doch da noch mal nach, oder beim Sozialdienst der Uni. Du kannst es auch im örtlichen Sozialamt versuchen, die wissen auch Bescheid und müssen auf Nachfrage Auskunft geben.

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