Inkasso + SCHUFA-Eintrag wegen 35.63 €

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  1. Bankrücklastschriftkosten : 16,20 €

Vollkommen überzogen. Hier maximal 5€ bezahlen und unbedingt einen Rechnungsnachweis der Bank verlangen, dass die wirklich 16,20€ in Rechnung gestellt hat.

  1. Adressermittlungskosten : 10,00 €

Das ist ausschließlich nur erlaubt, wenn du umgezogen bist und dem Händler deine Adresse unbekannt war. Bzw. bei einer EC-Kartenzahlung, wenn der Händler gar keine Adresse kannte.

  1. Verzugskosten ( §§ 280, 286 BGB ) : 5,96 €

Blödsinn, da unbegründet. Bestenfalls wäre eine Mahngebühr erlaubt, das sind aber maximal 2,50€. Sowie Zinsen 5% über Basiszins (ein paar Cents).

  1. Geschäftsgebühr ( §§ 280, 286, BGB, NR. 2300 VV RVG ) : 45,00 € 6. Auslagen ( §§ 280, 286 BGB, Nr. 7002 VV RVG ) : 9,00 €

Hier scheiden sich regelmäßig die Geister. Siehe auch Hintergrundinfos hier: http://www.gutefrage.net/tipp/mahnung-inkasso-und-inkassogebuehren-teil-1

Den Schufa-Eintrag gibt es schon? Oder wurde der bisher nur angedroht?

Ich würde hier an den Gläubiger das, was sinnvoll erscheint aber ohne Inkassokosten bezahlen. Im Verwendungszweck klarstellen, was man bezahlt. Dem Inkasso einen Dreizeiler: "Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien."

Danke Dir für eine sehr kompetente und super schnelle Antwort! :)

SCHUFA wurde nur angedroht.

LG

Die wundersame Vermehrung der Schuldsumme ist im Bereich der Phantasie von Inkassounternehmen anzusiedeln, die einfach versuchen, genügend Dumme zu finden und zu schröpfen. Sorry, ist aber so.

Ich an deiner Stelle würde folgendes tun, und zwar mich schleunigst mit dem Gläubiger, der das angestoßen hat, zusammen zu telefonieren.

Dann bezahlst du dem Gläubiger direkt auf sein Konto (nicht das des Inkassobüros!!!) die Hauptforderung plus ggf. Kosten für Rücklastschriften plus 2,50 Euro für jede Mahnung, die er dir geschickt hat. Fertig, aber das unbedingt so schnell als möglich. Frage dann bei deinem Gläubiger zur Sicherheit auch noch nach, ob er damit die Forderung aĺs abgegolten sieht und lasse dir das am Besten schriftlich geben!

Dem Inkassounternehmen bezahlst du gar nicht und reagierst auch auf deren ersten Brief nicht.

Übrigens - haben die dir eigentlich die Vollmacht vorgelegt, dass sie für den Gläubiger aktiv werden dürfen?

Jedenfalls wird nach einer Weile sicher der zweite Brief vom Inkassobüro bei dir eintrudeln, der ein wenig schärfer formuliert sein wird.

Bitte nicht den Fehler machen und am Telefon irgendwas mit denen zu regeln versuchen, das geht nämlich nicht, die haben keine solche Vollmachten, sondern sollen nur das Geld bei den Dummen eintreiben.

In dem Brief schreibst du dann folgendes:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

die Hauptforderung wurde von mir am dann und dann vollumfänglich an den Gläubiger bezahlt.

Ich bestreite hiermit vollumfänglich Ihre Forderung. Ich widerspreche gemäß BDSG einer Weitergabe meiner Daten an Dritte.

Ebenso werde ich einem eventuellen, gerichtlichen Mahnbescheid widersprechen. Weiterhin untersage ich die Kontaktaufnahme per Telefon.

Hochachtungsvoll, "

Fertig.

Das Inkassobüro wird nicht locker lassen und dir sicher noch ein oder zwei Briefe in der Hoffnung schicken, dass du einknickst und dir das Blaue vom Himmel lügen, was dir alles passieren wird, wenn du nicht bezahlst.

Durch das Telefonverbot werden sie dich hoffentlich nicht anrufen, wenn doch, kannst du sie dafür in Haftung nehmen.

In der Regel wird nach drei bis vier Briefen Ruhe herrschen und du von ihnen nichts mehr hören, aber mit jedem Brief, den die dir zusätzlich schicken, genehmigen sie sich oft und gerne nochmal 10-12€ zusätzliche Gebühren für irgendwas. Absolut unzulässig.

Es ist extrem unwahrscheinlich, dass sie bei der Vorgehensweise ein gerichtliches Mahnverfahren gegen dich einleiten werden, weil sie da ja erst einmal in Vorleistung treten müssen und die Gebühren bezahlen müssen.

Wenn du aber widersprichst, dann bleibt ihnen zur Durchsetzung ihrer Forderungen dann nur noch die Eröffnung eines Verfahrens vor dem Amtsgericht, also sie müssen dich anklagen. Das verursacht zusätzliche Kosten.

Und bei den meisten Gerichten ist es nun einmal so, dass diese was Inkassobüros und deren Phantasiegebühren anbelangt, ziemlich schuldnerfreundlich entscheiden. Das bedeutet, ein AG wird ziemlich wahrscheinlich diese Phantasiegebühren rigoros zusammen streichen, und dem Büro die Kosten des Verfahrens aufbrummen. Dazu kommen noch die Kosten für den Mahnbescheid.

Alles in allem würden sie bei dem Vorgehen an dir ziemlich sicher Verlust machen, und daher scheuen sie normal diesen Weg. Briefe schreiben ist eben für sie billig, wenn man aber darauf nicht reinfällt, bleibt denen nur noch der Rechtsweg, und da sieht es für solche unseriösen Inkassobüros sehr ungünstig aus.

Ein SCHUFA-Eintrag kann übrigens seitens des Inkassobüros nur dann erfolgen, wenn die Forderung unstrittig ist. Da du diese Forderung des Inkassobüros dann aber bestreitest, dürfen sie der SCHUFA auch nichts melden.

Ich selber habe so ein Inkassobüro, das eine ursprüngliche Forderung von 20 Euro auf 112 Euro aufblähte, erfolgreich abserviert.

Aber es gilt auch hier eben: Hirn einschalten, ob du so verfährst oder nicht, ist deine Sache. Ich bin mit dieser Taktik äußerst gut gefahren.

also sie müssen dich anklagen.

Das können sie nicht. Das darf ausschließlich der Gläubiger selbst und der wird es nicht tun. Wieso auch, wenn er längst sein Geld hat?

Ich krame diesen Beitrag noch einmal heraus. Ich habe einen ähnlichen Bescheid erhalten. Nur wie finde ich die Gläubiger IBAN raus? Oder überweise ich direkt an die Inkasso Firma aber eben nicht den Gesamtbetrag?

Im Grunde hast du mit deinen Argumenten Recht. Was ich jedoch nie machen würde, mich in so einem Falle telefonisch mit dem Gläubiger in Verbindung setzen. Grundsätzlich immer alles in Schriftform, damit man auch Beweise hat.

Was am Telefon besprochen wurde kann immer bestritten werden.

Ich hatte auch schon mal so ein Problem mit einem Inkassounternehmen. Angeblich hätte ich ein Abo abgeschlossen. Es kamen Mahnungen mit immer höheren Gebühren. Drohbriefe mit Inhalten, so ich nicht zahle, würden Lohnpfändungen vorgenommen und die Schufa benachrichtigt. Wenn ich all diese Massnahmen vermeiden möchte, wäre die sofortige Zahlung dringend geboten.

Da ich kein Abo abgeschlossen habe, schrieb ich dem Inkassobüro einen Brief. Sollte ich nochmals eine Mail mit drohenden Inhalten, oder Schreiben mit der Androhung von Massnahmen bekommen, würde ich sofort die Staatsanwaltschaft benachrichtigen und Anzeige erstatten. Sollte man seitens des INkassobüros auf die idee kommen, der SCHUFA etwas zu melden, würde ich sofort auf dem Wege einer Klage gegen das Inkassounternehmen vorgehen. Mit diesem Schreiben hatte ich dann endlich Ruhe und von denen nichts mehr gehört.

Ist das denn so rechtens???

Ja aber vermutlich nicht durchsetzbar.

  1. Hauptforderung : 35,63 €

Kannst nur du sagen ob die korrekt ist.

  1. Bankrücklastschriftkosten : 16,20 €

Ok eine Rücklastschrift kostet i.d.R. nicht mehr als 3-5,- €. Wie oft konnte denn eine Position nicht eingelöst werden. Bei der Höhe seh ich 3-5 Rücklastschriften, was ich mir einer HF von 35,63 € nur schwer in Einklang bringen kann. Also Nachweis anfordern, dass dies so viel kostet.

  1. Adressermittlungskosten : 10,00 €

Nur wenn du umgezogen bist und dem Gläubiger die neue Anschrift nicht bekannt war.

  1. Verzugskosten ( §§ 280, 286 BGB ) : 5,96 €

Sollen wohl Zinsen sein. Nach 2 Monaten nie im Leben! Viel zu hoch, bitte im Internet nachrechnen.

  1. Geschäftsgebühr ( §§ 280, 286, BGB, NR. 2300 VV RVG ) : 45,00 €

Ersatzlos streichen.

  1. Auslagen ( §§ 280, 286 BGB, Nr. 7002 VV RVG ) : 9,00 €

Ersatzlos streichen.


Korrigiere also die Beträge entsprechend und überweise die Forderung zweckgebunden an den Gläubiger. Widerspreche dem ganzen anderen Schwachsinn gegenüber dem Inkassobüro nachweislich und untersage die Datenweitergabe an die Schufa (§ 28a BDSG).

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