Informationen über Bevollmächtigte?

4 Antworten

Eine sogenannte "transmortale"  Vollmacht soll ja gerade dem Bevollmächtigten ermöglichen, auch über den Tod des Vollmachtgebers hinaus über sein Konto zu verfügen. Diesen Willen des Vollmachtgebers hat die Bank zu beachten, ungeachtet der Tatsache, dass der Erbe des Vollmachtgebers (der sich durch Erbschein oder Vorlage der eröffneten notariellen letztwilligen Verfügung des Kontoinhabers der Bank gegenüber ausweist) jederzeit, auch sofort, die Vollmacht widerrufen kann. Solange die Bank nicht über den Tod des Vollmachtgebers informiert ist, hat sie keine Veranlassung, die Wirksamkeit von Verfügungen durch den Bevollmächtigten zu hinterfragen. Nach dem Bekanntwerden des Todesfalles wird sie aufgrund der Fortwirkung der Vollmacht nur dann bei Verfügungen des Bevollmächtigten hinterfragen, wenn sie aus den Umständen für möglich hält, dass der Bevollmächtigte mit der Verfügung die ihm intern vom Kontoinhaber gesetzten Grenzen überschreitet. Eine sorgfältig arbeitende Bank wird dann bei dem Erben (sofern er sich schon bei ihr gemeldet hat !) nachfragen, ob die Verfügung i.O. geht. Auch wird sie ihn auf die Möglichkeit des Vollmacht-widerrufs hinweisen. Eine generelle, also etwa gesetzlich bestehende Pflicht dazu trifft die Bank aber nicht. Schließlich ist sie nicht zu mehr Sorgfalt verpflichtet als der Kontoinhaber selbst, der ja durch die transmortale Vollmacht bewusst die Situation geschaffen hat, dass der Bevollmächtigte auch Verfügungen treffen kann, die nicht im Interesse des Vollmachtgebers oder seiner Erben liegen.

Kann es denn sein, dass dann weiterhin eine Vollmacht läuft, die über den Tod hinaus gültig ist, und die Erben gar nichts davon erfahren, wenn sie nicht nachfragen?

Gegenfrage: Kann es sein, dass dein Vormieter, dessen Ex oder Hausmeister Schlüssel zu deiner Wohnung haben? Genau deshalb wechselt man den Zylinder und baut bei Rückgabe den vorhandenen wieder ein.

Um deine Frage analog zu beantworten: Als Erbe widerruft man vorsorglich alle Vollmachten des Kontoinhabers dem(n) kontoführenden Banken gegenüber und wäre damit immer allein verfügungsberechtigter Rechtsnachfolger.

G imager761

Bei Todesfall wird das Konto sofort gesperrt.

Das stimmt so nicht. Siehe oben.

Die Bank informiert nicht über Bevollmächtigte. Da musst du selber aktiv nachfragen. 

Danke! So weit so gut, aber liegt dahinter dann nicht ein Logikfehler? Also nehmen wir an, ich erbe. Jemand ist weiter bevollmächtigt - aber ich habe keine Ahnung, dass überhaupt jemand bevollmächtigt ist? Also müsste man dann ja von sich aus präventiv eine Anfrage stellen, ob es Vollmachten gibt? Würde ich das nicht tun und nach der Auskunft die Vollmacht widerrufen, könnte ja noch nach zwei Jahren sich jemand ans Geld machen...

genau so ist es ... aber das ist kein Logikfehler, genau dafür ist die Vollmacht gemacht. Und ein bisschen Selbstverantwortung für seine finanziellen Dinge hat man schon noch selbst ... gruss

@DonCredo

@ CarinaHAL Bei einem Nachlassfall sprichst du ja mit der Bank und da kannst du es schnell erfahren ob es Vollmachten gibt.

 Außerdem sollte das Konto nicht 2 Jahre als Nachlaßkonto geführt werden. In der Regel ist das Konto sehr viel schneller aufgelöst und die Vollmacht ist hinfällig. 

@webya

@ Webya ne, im mir bekannten Fall haben die Erben mit der Bank nach dem Todesfall sofort gesprochen, die Frage nach einer bestehende Vollmacht wurde verneint (als der Erbschein noch nicht vorlag) und nach Vorlage des Erbscheins erfolgte eben auch mündlich keine Information - erst Wochen später haben die Erben erfahren, dass eine Person eine Vollmacht hatte (per Zufall) und erst auf die ganz direkte Nachfrage bei der Bank, wurde geantwortet, dass es eine Vollmacht gibt/gab.

@CarinaHAL

Da wird die Bank dann gar keine weitere Auskunft zum Konto gegeben haben. Es fällt unter das Bankgeheimnis, wer Vollmacht auf dem Konto hat. 

Erst wenn der Erbschein vorliegt werden Fragen beantwortet, denn sonst kann die Bank ja nicht beurteilen, ob derjenige der vor einem steht wirklich auch die Auskunft bekommen darf (Bankgeheimnis)

@CarinaHAL

Noch einmal: Die kontoführende Bank schuldet euch als Rechtsnachfolger keine Auskunft über lebzeitige Geschäftsvorgänge des Kontoinhabers, zu denen auch Vollmachterteilung oder Kontoberechtigung Dritter gehört.

Es oblag euch, als Rechtsnachfolger durch Erbschein vorsorglich bestehende Vollmachten oder Kontoberechtigungen zu widerrufen.

Zumal die Verfügungsgewalt ebensogut durch persönliche Vorsorgevollmacht, nicht durch bankinterne Kontovollmacht geregelt sein konnte.

G imager761

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