Im Ausland klagen! Wer hat da schon Erfahrungen machen müssen?

5 Antworten

Entscheidend dürfte wohl auch der "Gerichtsstand" sein. Es ist der Gerichtsstand des Mietvertrages maßgebend dafür. Der ist ja wohl in den Niederlanden. Du kannst zwar eine anwaltliche Vertretung in Deutschland wählen, eventuell brauchst Du aber noch einen Dolmetscher-Anwalt, und die Anreisekostenübernahme für den deutschen Anwalt, sofern dieser vom Niederländischen Gericht zugelassen würde, erhöhten die Prozeßkosten.

Ob das erfolgsversprechend ist, hängt ganz vom Klagewert ab. Worum geht es denn genau?

Mein ehemaliger Vermieter weigert sich grundlos die Kaution zurückzuzahlen!

@rainerzufall2

Bin zwar kein Jurist und was das Holländische Recht angeht, bin ich erst recht nicht fit. Aber du solltest formell schon einmal alles einleiten, daß du etwas in der Hand hast für einen Prozeß. Also Frist zur Zahlung setzen usw. Wenn er die Kaution wirklich grundlos einbehält, dürftest du auch als verhaßter Deutscher in Holland erfolg mit einer Klage haben.

Das ist in Holland genauso wie in Deutschland. Die Mühlen des Gesetzes mahlen langsam aber sie mahlen gründlich. Und ob Erfolg oder nicht ist von Fall zu Fall unterschiedlich. (Einzelfallentscheidung halt)

In den Niederlanden zu klagen, lohnt sich in gleichem Maße, wie in Deutschland.

Unter welche Umständen ein Vermieter dort die Kaution zurückbehalten darf, weiß ich nicht. Wesentliche Unterschiede zum deutschen System dürften aber nicht bestehen, wenn ich an Gespräche mit dortigen Kollegen denke.

Setzte ihm eine Frist und beauftrage nach deren Ablauf einen dortigen Anwalt.

Sicherlich wird es auch in den Niederlanden etwas zum hiesigen Mieterverein vergleichbares geben.

Darüber solltest du kostengünstig abklären, welche Rechte ein Vermieter ggü. dem Mieter bzgl. der Kaution zustehen und wie er diese rechte formell und materiell rechtswirksam geltend machen muss(te).

Über diese Interessenvertretung werden dir auch spezialisierte anwaltliche Vertreter/innen dieses Landes nachgewiesen.

Eine deutsche anwaltliche Vertretung vorzuschalten verursacht lediglich zusätzliche Kosten und ist vor dem Hintergrund moderner Kommunikationsmittel und -techniken zwischen Anwalt/in und Mandant/in nicht mehr zwingend erforderlich.

Das Risiko, auf diesen Zusatzkosten prozessual sitzen zu bleiben, kann nie ganz ausgeschlossen werden, speziell im Rahmen der in Mietsachen üblichen Vergleichspraxis, die nicht nur national ausgeprägt ist.

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