Ignorieren eines formal unrichtigen Mieterhöhungsverlangens: Wer hat damit Erfahrung?

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Zunächst ist das neuerliche Mieterhöhungsverlangen auf formale Korrektheit zu prüfen. Liegt diese nicht vor, ist das MEV unwirksam und es bedarf keines Widerspruches. Jeder Fall ist ein Einzelfall. Hier kennt niemand den Konkreten Wortlaut.

Ein zu frühes Datum ist m. E. lediglich ein inhaltlicher Fehler. Anstelle des falschen Datums tritt das zulässige. Ab diesem, wenn kein Widerspruch eingelegt wurde, ist die höhere Miete zu zahlen.

Es ist doch die Frage ob eine Erhöhung gerechtfertigt ist vom Mietspiegel her gesehen. Wenn die Miete zu niedrich ist ,vom Mietspiegel her gesehen ,sollte man kein Theater machen.. Leben und Leben lassen.

Nun war ich wieder beim Mieterverein, und dort wurde mir wieder gesagt, ich solle ignorieren. Das hatte ich sowieso vor, wollte mir nur eine Bestätigung holen. (...) klagte auf Durchsetzung der falschen Erhöhung (zu frühes Datum), kam seltsamerweise auch damit durch.

Mieter müssen bei fehlerhafter Rechtsberatung selbst für die Folgen aufkommen. Dies entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 102/06).

In einem Fall hatte ein Mietverein einem Mieter fälschlicherweise geraten, die Vorauszahlungen für Nebenkosten zurückzuhalten. Nachdem er diesen Rat befolgte, wurde ihm das Mietverhältnis gekündigt. Pech für den Mieter, denn dieser müsse nach dem BGB für das schuldhafte Verhalten des von ihm eingeschalteten Mieterschutzvereins einstehen.

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