Ich möchte kündigen - verfällt mein Urlaub / Überstunden?

4 Antworten

Regulär kannst Du (je nach Arbeitsvertrag) zum letzten eines Monats oder auch zum 15. kündigen, und zwar unter Einhaltung einer normalerweise 14-tägigen Kündigungsfrist. Während der Kündigungsfrist kannst Du deinen Urlaub (alten + neuen) konsumieren und auch für die Überstunden Zeitausgleich nehmen. Eine andere Variante wäre, dass Du Dir nicht den ganzen Urlaub/ Zeitausgleich nimmst und statt dessen Deine Ansprüche auszahlen lässt. Das wäre Vereinbarungssache. Besser als eine Selbstkündigung wäre für Dich eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses, aber damit müsste Dein Arbeitgeber einverstanden sein. Was dann einvernehmlich vereinbart würde, wäre Verhandlungssache zwischen Dir und Deinem Arbeitgeber.

Hallo und erst mal vielen Danki! Das mit der 14-tägigen Kündigungsfrist ist mir neu - ich bin immer von der gesetzlichen Regelung 4 Wochen auf Monatsende bzw. zum 15. des Monats ausgegangen. Außerdem weiß ich immer noch nicht, ob mein alter Minijob-Arbeitsvertrag noch gilt, nachdem ich inzwischen teilzeit und versteuert arbeite. Im alten Vertrag müsste ich noch mehrere Monate Kundigungsfrist einhalten, - was echt doof wäre. Einen neuen Arbeitsvertrag für meine Teilzeitbeschäftigung gibt es nicht, d. h. die gesetzliche Regelung würde hier fassen..

@ Herb3472:

Wenn deutsches Recht anzuwenden ist, dann ist Deine Antwort weitgehend falsch oder ungenau!

Mir ist das übrigens auch nicht bekannt das die Kündigungsfrist normalerweise bei 14 Tagen liegt.

Und Urlaub muß schon in irgendeiner Form genehmigt werden bevor man ihn konsumiert

Zum Urlaubsausgleich:

Nur für den Fall, dass aus Anlass eines Beschäftigungsendes (wer kündigt, spielt dabei keine Rolle) noch ausstehender Urlaub oder Resturlaub nicht genommen werden kann - aus dringenden betrieblichen oder persönlichen (z.B. Krankheit) Gründen -, muss nicht genommener Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 Abs. 4 abgegolten werden:

Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

Was den Resturlaub aus 2013 angeht, so kann er nach BUrlG § 7 Abs. 3 bei Vorliegen dringender betrieblicher oder persönlicher Gründe grundsätzlich nur in die ersten 3 Monate des Folgejahres übertragen werden; Dein Arbeitgeber könnte sich also bezüglich der Abgeltung von Resturlaub aus 2013 mit Berufung auf das Gesetz weigern.

Außerdem ist dann, wenn Dein Urlaubsanspruch über den gesetzlichen Mindesturlaub hinausgeht, zu prüfen, ob im Arbeitsvertrag (oder einem eventuell anzuwendenden Tarifvertrag) eine Unterscheidung getroffen wird zwischen dem gesetzlichen Mindesturlaub und dem zusätzlich gewährten Urlaub: in diesem Fall besteht nach allgemeiner Rechtsprechung Anspruch auf Entgeltung nur für noch nicht genommenen restlichen Mindesturlaub.

Zum Überstundenausgleich:

Hierzu gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen, aber ohne eine vertragliche Regelung (Arbeits- oder Tarifvertrag) hat der Arbeitnehmer gründsätzlich Anspruch auf Bezahlung von geleisteten (und von ihm nachweisbaren) Überstunden; nach allgemeiner Rechtsprechung kann oder darf der Arbeitgeber nicht einseitig einen Ausgleich in Freizeit bestimmen. Selbstverständlich steht einer einvernehmlichen Regelung nichts im Wege.

Zur Kündigungsfrist:

Wenn es keine arbeits- oder tarifvertragliche Regelung zur Kündigungsfrist gibt, dann beträgt sie - wie Du in Deinem Kommentar zur Antwort von Herb3472 selbst schon angemerkt hast - für die Kündigung durch den Arbeitnehmer nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 622 Abs. 1 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.

Da verfällt gar nix. Was nicht als Freizeit abgefeiert werden kann, wird ausgezahlt.

Das mit der 14-tägigen Kündigungsfrist ist mir neu - ich bin immer von der gesetzlichen Regelung 4 Wochen auf Monatsende bzw. zum 15. des Monats ausgegangen.

Wäre mir auch neu. Diese Frist würde nur in der Probezeit gelten. Mit den von Dir angenommenen 4 Wochen liegst Du schon richtiger.

Wenn allerdings im aktuellen Arbeitsvertrag eine längere Frist vereinbart ist dann wirst du diese einhalten müssen oder mit dem Betrieb reden.

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