Ich moechte ausziehen nach der trennung, aber der Ex unterschreibt die Kündigung nicht?!

5 Antworten

Nochmal für alle Halbgebildeten zum Mitschreiben:

Wenn 2 oder mehr Leute einen Mietvertrag als Mieter unterschreiben haften sie gesamtschuldnerisch für die Miete. Man kann nicht seinen Teil des Vertrages kündigen ohne das alle am Vertrag beteiligten Parteien zustimmen. Zieht man aus, so kann der Vermieter einen auch in Verzug setzen wenn man die Miete nicht mehr zahlt, obwohl man schon ausgezogen ist.

Eine einseitige Vertragsänderung seitens eines der Mieter oder des Vermieters ist nicht möglich. Verweigert der Ex also die Unterschift so muss man ihn schriftlich unter Fristsetzung auffordern die Kündigung zu unterschreiben. Tut er dies nicht, so kann man ihn auf Zustimmung verklagen. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Schicke die Kündigung für deinen Anteil am Vertrag - natürlich per Einschreiben. Ohne Kündigung, kannst Du weiter für die Mietsache belangt werden. Egal was der Vermieter oder dein Ex- dann schreiben oder sagen werden: jeder Richter wird dir Recht zusprechen, denn Du hast die neue Lebenssituation - durch deine Kündigung - dem Vermieter mitgeteilt und es liegt dann am Vermieter, ob er die Wohnung dem Ex. alleine weiter vermieten möchte oder nicht.

p.s.: Voraussetzung für den Mietvertrag war natürlich, dass der Vermieter an ein Paar vermietet und nicht an eine WG. Das sollte man bei Gericht sagen - wenn es überhaupt dazu kommt -, denn bei Gericht kann der Richter eigentlich nur das berücksichtigen, was die Parteien vortragen.

@JoJoPiMa

p.s.: Voraussetzung für den Mietvertrag war natürlich, dass der Vermieter an ein Paar vermietet und nicht an eine WG.

Ob Paar oder WG spielt keine Geige. Alle Personen die die als Hauptmieter im Vertrag stehen können nur gemeinsam kündigen.

@anitari

@anitari, dass beide Mietparteien durch den Vertrag von der Gnade des Vermieters abhängig sind, ist ein Grundsatz der Ausnahmen enthält. Sollten beide Parteien bereits wie eine Ehegemeinschaft steuerlich behandelt werden, kann - und sollte - ein Verfahren nach § 5 HausrVO angestrebt werden, wenn der Vermieter sich weigern sollte, versteht sich. So, und was passiert dann? Wo bleibt dann die angebliche Säule, dass zwei Mietparteien nur gemeinsam kündigen können? Aber es kommt noch besser.

Wie aus der Frage zu entnehmen, scheint die Kindesmutter - durch die neue Situation - auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein. Es überwiegt also der Grundsatz der Lebenssicherung (wichtigem Grund pp). Gesetzlich, kann sie nur Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die durch die Trennung entstandene neue Bedarfsgemeinschaft eine 'passende' Wohnung bezieht. Da der Richter sowieso nach "billigen Ermessen" entscheidet, kann man sich die Entscheidung ausdenken. Auch wenn die Kindesmutter nicht auf staatliche Hilfe angewiesen ist, aber darlegt, dass ihr Einkommen und die Erfüllung des alten Mietvertrages sie von staatliche Hilfe abhängig machen würde - der Richter würde besondere Umstände anerkennen. Wie das Kind rechtlich heisst, ist egal. Das Ergebnis zählt.

Natürlich ist eine Rücksprache mit dem Vermieter das Beste. Wenn er aber auf sein vermeintliches Recht besteht - was ja idiotisch ist, bei zerrüttete Beziehungen - dann wird jeder Richter in der Tat Verständnis dafür haben und der Mietpartei nicht zumuten, weiter mit einem Partner zu leben, nur weil sie an dem Mietvertrag gebunden ist und sich deshalb keine andere Wohnung nehmen kann.

Der Vermieter wird ja auch angehört. Dem Vermieter war klar, dass beide ein Paar waren und die Miete nur durch beide zusammen gesichert war - auch hierbei hat der Richter das letzte Wort.

Du kannst glauben - oder auch nicht, ist mir persönlich egal -, dass die Antwort hier nicht von ungefähr kommt.

Das ist falsch - ein gemeinsamer MV kann nur gemeinsam gekünfigt werden. Die Kündigung eines Vertragsparters wäre unwirksam.

@imager761

@imager761: Nicht immer.

Schicke die Kündigung für deinen Anteil am Vertrag - natürlich per Einschreiben.

toll - das wäre eine unwirksame Teilkündigung.

@Nemisis2010

@Nemisis2010: Hängt vom Sachverhalt ab.

Schicke die Kündigung für deinen Anteil am Vertrag

Fragestellerin könnte 10 Kündigungen für ihren Anteil am Vertrag schicken, alle wären ungültig.

jeder Richter wird dir Recht zusprechen,

Jeder Richter der sein Fach gelernt hat würde sagen das die Teilkündigung unwirksam ist.

@anitari

@anitari, siehe oben...

Ja, Du darfst ausziehen. Deine Verpflichtungen aus dem Vertrag enden damit hedoch nicht automatisch. Du könntest den Versuche unternehmen und mit dem Vermieter darüber verhandeln, ob er Dich aus Deinen Vertragspflichten entlässt.

Ja,zieh erst mal aus,dann schreibst Du dem Vermieter Deine Kündigung,Du brauchst die Unterschrift von dem Ex nicht.Soll er zusehen,wie er mit der Wohnung zurecht kommt.

Und wenn er Mietrückstände hat, zahlt die Freundin für eine Wohnung, die sie nicht nutzt, aber formal immer noch mietet? Toller Rat :-(

@imager761

Der Vermieter kann mit dem Ex einen neuen Mietvertrag aufsetzen, das muss er dann sogar. Die Frau muss sich nur darum kümmern, dass sie aus dem Mietvertrag verschwindet, dann ist sie auch nicht für Mietschulden haftbar zu machen.

@konstanze85

die antwort ist komplett falsch

Kann ich einfach ausziehen ohne zu kuendigen?

Besser nicht - der VM kann sich an dir schadlos halten, um die Miete zu kassieren. Auch wenn du nicht mehr dort wohnst, einen Vertrag und Zahlungsverpflichtung daraus hättest du immer noch :-)

Der Vertrag kann wirksam nur durch gemeinsame Kündigung in Dreimonatsfrist beendet werden. Durch Auszug erlischt er (für dich) nicht :-O

Zunächst wäre dein Freund als Mitmieter unter Fristsetzung von 14 Tagen per Einwurfeinschreiben aufzufordern, eine beigefügte, von dir bereits unterschriebene Kündigung des MV gegenzuzeichnen und zurückzuschicken.

Hierin weist du ihn vorsorglich darauf hin, dass du bei seiner Weigerung deine Ansprüche, durch einen Anwalt vertreten, durch Klage bei Gericht durchsetzen wirst und er diese Prozesskosten als Verzugsschaden ebenso aufgebrummt bekommt wie denkbare Schadensersatzansprüche (weitere Monatsmieten durch spätere Kündigung).

Das sollte genügen. Ansonsten nimm dir dann erst einen Anwalt und erhebe Klage wie angekündigt - seine Kosten stellt der Anwalt dann gleich an ihn.

Dein Freund kann sich ja mit dem VM über eine Fortsetzung des Mietverhältnisses mit ihm als Alleinmieter verständigen.

Viel Erfolg

G imager761

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