Ich bin Schweizerin und von meinem Ex Freund schwanger. Er kommt allerdings aus einem Drittland. Bekommt er als Vater automatisch eine Aufenthaltserlaubnis?

5 Antworten

Automatisch geht gar nichts und ne Aufenthaltserlaubnis in dem Fall nur, falls er Dich heiraten will. Aber nachdem er ja Dein Ex ist, kommt es darauf an, was Ihr Beide wollt.

Mehr hilfreiches findest Du bei den anderen Antworten.

Ich möchte nicht heiraten. War auch ein Trennungsgrund. Von der Schwangerschaft habe ich nach der Trennung erst erfahren. Ich denke es wäre aber hilfreicher wenn er hier arbeiten und mir helfen würde als wenn ich alles alleine tragen muss.

Ehegatten aus einem Drittstaat
Ehegatten aus einem Drittstaat erhalten eine  Aufenthaltsbewilligung B mit dem Aufenthaltszweck „Ehegatte/Ehegattin eines Schweizer Bürgers/einer Schweizer Bürgern“. Die Bewilligung wird jährlich erneuert, solange der Aufenthaltszweck „Ehe“ besteht. 
  Achtung
Der gemeinsame Wohnsitz ist während der ersten  5 Ehejahre zwingend.
Nach  fünf Ehejahren erhalten die ausländischen EhepartnerInnen mit Ausweis B den  Niederlassungsausweis C. Dieser Ausweis berechtigt zum zeitlich unbeschränkten Aufenthalt in der Schweiz. Er wird für Kontrollzwecke in der Regel für fünf Jahre ausgestellt

http://www.migraweb.ch/de/themen/ehe/aufenthalt/

Demnach gehe ich davon aus, dass dein Ex-Freund bestimmt nichts automatisch bekommt.

Woher ich das weiß:Recherche

Wenn Dein Ex-Freund EU-Bürger ist hat er Personenfreizügigkeit und kann sich im Falle einer Vaterschaft problemlos in der Schweiz niederlassen.

Kommt er aber aus einem Drittstaat wird es schwieriger. Es gibt diesbezüglich verschiedene Bundesgerichtsurteile, im einen Fall musste die ausländische Mutter mit ihrem Schweizer Kind ausreisen, im anderen Fall kriegte die illegal eingereiste Mutter ohne Visum eine Aufenthaltsbewilligung aufgrund des Schweizer Kindes.

Es kann zudem sein, dass ein gebildeter US-Amerikaner, Kanadier, Australier oder Neuseeländer (=zweiter Kreis) wohlgesinnter beurteilt wird als jemand anders aus einem effektiven Drittstaat (=dritter Kreis).

Ich habe mal die Praxis aus dem Kanton Zürich herausgesucht und verlinke sie unten. Es besteht gemäss diesen Richtlinien eine Möglichkeit zur Aufenthaltserteilung (Ausweis B - Jahresaufenthalter, wird jedes Jahr neu erteilt während mindestens 8 Jahren).

Das Migrationsamt beurteilt in diesem Fall die Beziehung zwischen dem Kind und dem Vater, die wirtschaftliche Fähigkeit des Vaters und sein Wille zur Integration. Grundsätzlich scheint es so, dass wenig Toleranz seitens der Behörden vorhanden ist und sich vorallem der Vater beweisen muss, dass er in der Schweiz bei seinem Kind am richtigen Ort ist.

Kurzantwort auf Deine Frage: NEIN, er bekommt nicht automatisch eine Aufenthaltsbewilligung, kann sich aber um eine bemühen.

Wenn ich den betroffenen Kanton weiss und evt. die Nationalität Deines Ex-Freundes kann ich vertieft nachschauen. Siehe beim nachfolgenden Link auf Seite 12 unter dem Punkt 3.4.6 ff

https://ma.zh.ch/internet/sicherheitsdirektion/migrationsamt/de/rechtliche_grundlagen/bewilligungen_einreiseundaufenthalt/_jcr_content/contentPar/downloadlist_6/downloaditems/ausl_ndische_ehegatt.spooler.download.1494342540061.pdf/Behandlung+ausländischer+Ehegatten+nach+Auflösung+der+ehelichen+Gemeinschaft_IW.pdf

Woher ich das weiß:Recherche

Definitiv Drittstaat. Aargau

@Smaragti

Tut mir sehr leid, der Aargau schreibt nichts online darüber. Tendenziell ist AG etwas restriktiver in Ausländerfragen als ZH. Falls es Dich brennend interessiert würde ich mal dem Migrationsamt in Aarau eine Email schreiben und um Informationen bitten. Das administrative Thema "Vaterschaftsanerkennung" steht in Eurem Fall ja auch noch an.

https://www.ag.ch/de/dvi/ueber_uns_dvi/organisation_dvi/amt_fuer_migration_und_integration/amt_fuer_migration_und_integration_1.jsp

Das wäre super lieb, sehr gerne!

@Smaragti

Das war ein Missverständnis :( Habe eigentlich gedacht, dass DU schreiben könntest, aber einfach in der "ich" Form geschrieben.. Macht aber nichts, denn ich habe eine bessere Lösung für Dich.

Du bist zwar nicht in Not, kannst Dich aber trotzdem bei der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind informieren. Es gibt eine Email-Adresse und eine Gratis-Telefonnummer. Falls Du Dich anonym informieren willst, kannst Du einfach unter anderem Namen anrufen und stellst Deine Fragen. Ein Handy ist normalerweise auch nicht auf einen Namen / Adresse rückverfolgbar.

https://shmk.ch

Automatisch geschieht sicherlich gar nichts. Beabsichtigt er denn die Vaterschaft anzuerkennen? etc. - weitere Fragen kann Dir die zuständige Ausländerbehörde beantworten.

Er würde es schon alleine wegen dem Aufenhaltsrecht wahrscheinlich tun...

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