Ich bekomme kein Urlaubsentgelt. Ich arbeite als Autoverkäufer auf Provisionsbasis.

2 Antworten

Aufgrund welcher Vereinbarung erwartest du denn überhaupt zusätzliches Urlaubsgeld ? Er muss dir während deines Urlaubes nur das Fixum weiter zahlen. Außerdem natürlich die Provision der Fahrzeuge die im Urlaub, während deiner Abwesenheit, ausgeliefert werden.

Hier geht es nicht um Urlaubsgeld, sondern um Urlaubsvergütung, also die Lohnfortzahlung im Urlaub. Und dazu gehören auch die Provisionen (Durchschnitt der letzten Monate).

Ist das so rechtlich?

Nein, s. §13 Bundesurlaubsgesetz

Ich habe mir den Artikel durchgelesen, werde aber trotzdem nicht richtig schlau. Könntest Du mir das bitte genau erklären. Vielen Dank.

@Nekminnit

§ 11 Urlaubsentgelt

(1) Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes

Dir steht also für die Urlaubszeit der durchschnittliche Verdienst (nicht nur das Fixum) aus den letzten 13 Wochen vor dem Urlaub zu. Nur Überstunden werden nicht berechnet.

§ 13 Unabdingbarkeit

(1) Von den vorstehenden Vorschriften mit Ausnahme der §§ 1, 2 und 3 Abs. 1 kann in Tarifverträgen abgewichen werden. Die abweichenden Bestimmungen haben zwischen nichttarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Geltung, wenn zwischen diesen die Anwendung der einschlägigen tariflichen Urlaubsregelung vereinbart ist. Im übrigen kann, abgesehen von § 7 Abs. 2 Satz 2, von den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht zuungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden.

Das bedeutet, dass der Arbeitgeber den § 11 nicht durch Formulierungen im Arbeitsvertrag umgehen darf, wenn du dadurch benachteiligt wirst. Falls für dich ein Tarifvertrag gilt (was ich natürlich nicht weiß), könnte eine Regelung gelten, die von § 11 abweicht. Ich kann mir allerdings nicht denken, dass dies zum Nachteil der Beschäftigten wäre, weil ein Tarifvertrag eigentlich die Dinge immer günstiger regelt, als die Mindestforderungen des Gesetzes.

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