Höhe der Anwaltskosten bei der Vertretung ohne Gericht in einem Diebstahlsfall

7 Antworten

Im genannten Fall würde ich raten, einfach mit einem Satz auf die Sache einzugehen: "Die Beschuldigung ist falsch."

Das kannst du - wie jede außergerichtliche Aussage - ebenso gut schriftlich machen. Dass du als Beschuldigter zu keiner Zeit Angaben zur Sache machen musst, ist klar. Kosten, die nicht als "notwendige Auslagen zu deiner Verteidigung" anerkannt werden, bekommst du nicht erstattet.

Durch die Belehrung über deine Rechte (wie das, die Aussage zu verweigern), entfällt die Notwendigkeit anwaltlichen Beistands im genannten Fall.

Wenn du dir allerdings bei derartigen Vorwürfen die Arbeit machen und den Ärger auf dich nehmen möchtest, kannst du selbstverständlich auch einen Anwalt zuziehen und die Kosten auf dem Zivil-Klageweg gegen den Anzeigeerstatter einzuklagen versuchen. Damit ist aber die Umkehr der Beweislast verbunden, du müsstest nachweisen, dass die Vorwürfe (es müssten zudem Tatsachenbehauptungen, nicht nur Verdächtigungen sein), unzutreffend sind.

Das ist immer so ein Problem, wenn die Leute zu viele schlechte TV- Filme sehen... Grundsatz 1: Polizei und Staatsanwalt müssen Dir nachweisen dass Du schuldig bist, nicht Du musst beweisen dass Du unschuldig bist. Grundsatz 2: Wenn sich ein Beschuldigter nicht zur Sache äußert ist das kein Schuldeingeständnis, sondern einfach keine Aussage zur Sache. Das ist im Regelfall viel schlauer als sich von einem geschickten Polizisten in eine Rechtfertigungssituation drängen zu lassen. Grundsatz 3: Ein Rechtsanwalt ist kein Allheilmittel, der RA kann nichts anderes machen als geltendes Recht, das natürlich auch die Polizisten kennen, anzuwenden.

Soweit richtig, nur das hier hört sich missverständlich an:

…der RA kann nichts anderes machen als geltendes Recht, das natürlich auch die Polizisten kennen…

Polizisten sind keine Volljuristen. Sie ermitteln bei Straftaten für die Staatsanwaltschaften und haben damit vom härtesten möglichen Vorwurf auszugehen ("In dubio pro duriore", "Im Zweifel das Härtere"). Das sind vollkommen andere Voraussetzungen, als sie ein RA mitbringt.

Ein Rechtsanwalt wird dir nicht empfehlen zu einer Vernehmung zu gehen (auch nicht in seinem Beisein). Ein Rechtsanwalt wird Akteneinsicht beantragen und dann überlegen, ob du Angaben machen sollst oder nicht bzw. eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Wie das Verfahren dann ausgeht, hängt vom Einzelfall ab. Die Kosten werden in der Regel mehrere hundert Euro betragen; allerdings kannst du auch eine Vergütungsvereinbarung treffen. Mit den vorliegenden Informationen wirst du keine konkrete Antwort bekommen. Gruß....

also wenn du unschuldig bist, muß das die Gegenpartei bezahlen. Das heißt du muß erst mal den Fall gewinnen. ansonsten kann es sehr teuer werden. LG

also wenn du unschuldig bist, muß das die Gegenpartei bezahlen.

Unsinn, wenn er sich bei einer polizeilichen Vernehemung anwaltlich begleiten lässt, zahlt er sein Mandat selbst. Ob schuldig wie Hölle oder behauptet unschuldig wie ein Lamm macht da nun garnichts - weder an den Kosten noch der Befragung.

Er muß ja weder mit Anwalt noch selbst zur Sache irgendetwas sagen, solange die Staatsanwaltschaft keine Anklage erhebt.

G imager761

Also grundsätzlich hat jeder seinen Anwalt selbst zu bezahlen. Sollte Fall der Pflichtverteidigung vorliegen so geht der Staat zunächst nur in Vorkasse. Bei einem Freispruch in der Hauptverhandlung fallen keine Anwaltskosten an. Bei Verurteilung müssen dann später auch noch die Anwaltskosten, zu den eigentlichen Gerichtskosten, getragen werden. Die Sache hat eigentlich nur für den Anwalt den Vorteil dass er sein Geld sicher bekommen wird.

Die Verteidigung ist übrigens in der Strafprozessordnung (StPO) ab § 137 geregelt.

Wer sich zu früh einen Anwalt nimmt hat immer Pech gehabt. Stellt der Staatsanwalt das Verfahren ein bleibt er auf seinen Kosten sitzen.

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