Hilfe mit Schlüsseldienst

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Hallo "Maexchen2222",

wenn Ihnen der hiesige Schlüsseldienst für seine Arbeit 330,00 € in Rechnung stellt, so könnte man annehmen, dass dieses Geschäft, wie Sie ja auch schon zutreffend recherchiert haben, gem. § 138 BGB wucherähnlich, demnach sittenwidig und mithin nichtig wäre.

Ein wucherähnliches Geschäft liegt vor, wenn zwischen Leistung und Gegenleistung ein besonders großes Missverhältnis besteht. Es hat sich in der Rechtsprechung der Grundsatz durchgesetzt, dass das Doppelte bzw. die Hälfte des Wertes der Gegenleistung als Indiz für eine zur Sittenwidrigkeit führende Störung anzusehen ist. (vgl. z.B. BGHZ 104, 102, 105; BGH NJW-RR 1989, 1068). Auch wenn der Wert der Leistung nur knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung, kann in der Regel vom Vorliegen eines besonders groben Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung ausgegangen werden (St. Rspr., BGH LM (Aa) Nr. 40). Es wäre also nun der nächste Schritt, wie Sie ja auch bereits selber ausgeführt haben, den ortsüblichen Preis für die erbrachte Leistung zu ermitteln. In einem möglichen späteren Prozess genügt es, wenn Sie einen bestimmten Betrag als Verkehrswert behaupten und durch Sachverständigengutachten unter Beweis stellt.

Auch dass die Rechnung hier durch Ihre Freundin unterschrieben wurde, stellt noch kein Anerkenntnis dar, sodass Sie die Zahlung zurückverlangen kann, wenn sich die Vereinbarung als sittenwidrig erweist. Ihre Freundin hat demnach bei Vorliegen der Sittenwidrigkeit einen Anspruch auf Rückerstattung des geltend gemachten Betrages gem. § 812 Abs. 1 S. 1 BGB. Der beauftragte Schlüsseldienst ist dann lediglich zum Einbehalt desjenigen Betrages berechtigt, der dem tatsächlichen Wert der von ihm geleisteten Arbeit entspricht.

Folglich sollten Sie versuchen, den ortsüblichen Wert der Leistung in Erfahrung zu bringen und den Vertragspartner sodann schriftlich dazu auffordern, den überzahlten Betrag herauszugeben.

reicht hierbei das erfragen bei örtlichen Schlüsseldiensten oder muss es etwas "offizielles" wie von einem Sachverständiger oder sowas sein?

@Maexchen2222

Den Betrag durch ein Sachverständigengutachten unter Beweis zu stellen ist derzeit noch nicht nötig und würde nur unnötige Kosten verursachen. Dies wird erst dann relevant, falls es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen sollte. Sie fordern den Vertragspartner vorerst ja nur außergerichtlich dazu auf, die zuviel geleisteten Zahlungen zurückzuerstatten. Diese Aufforderung sollten Sie vorzugsweise auf den ortsüblichen Wert einer vergleichbaren Leistung in Ihrem Ort stützen.

@WillLoman

Danke für den Stern.

Ich denke, die Chancen, da noch was zu erreichen, stehen sehr schlecht, selbst mit Anwalt. Insbesondere da ja unterschrieben und auch bezahlt wurde. Klar ist das Wucher und das sind schwarze Schafe des Gewerbes, aber wenn man mit denen halt einen Vertrag schliesst und die duerfen die Anreise berechnen und auch einen Aufschlag fuer Abends und Wochenende. Gerne kommen die auch von sonstwoher gefahren, obwohl man eine ortsuebliche Nummer angerufen hat und berechnen dann eine lange Anreise.

Von daher hilft da nur der Blick in die Zukunft und das ganze als Lehrgeld zu sehen. Wenn man google hat, dann hat man auch Zugriff auf ein normales Telefonbuch im Internet und die gelben Seiten. Und da sucht man sich einen ortsansaessigen Betrieb (Schluesseldienst) raus, den man anruft, der wird einem, falls er nicht selbst kommen kann, sicher einen vertrauenswuerdigen Anbieter nennen koennen. Auf keinen Fall ruft man jemanden an, der schon durch den Firmennamen, der mit AAA oder so anfaengt, ganz vorne im Buch steht und speziell solche Dienste zu jeder Tageszeit anbietet und auch eine sehr einpraegsame Nummer hat. Und wer am Telefon nicht ungefaehr die Kosten nennen kann und will (klar haengt das von einzelnen Umstaenden ab, aber es gibt Durchschnittswerte von..bis, die man nennen kann), der weiss genau, warum.

Das ist ein altbekannter Trick dieser Branche. Evtl. habt ihr Chancen über die Verbraucherzentrale etwas zu regeln. Ansonsten gilt: Nächstes Mal VORHER recherchieren.

Das Problem ergibt sich, wenn man ein mal die Rechnung unterschreibt. Wie habt ihr den Sachverhalt denn jetzt letztendlich gelöst? Eine Bekannte von  mir ist auch ähnliches passiert. Dann sind eben die Vor- und Nachteile des Internets, insbesondere Google. Schnell ist was gefunden, allerdings kann sich so gut wie jeder eintragen. Und mit beworbenen Preisen kann man da auch schnell mal abgezockt werden. Hab mich mal ein wenig für diese Schlüsseldienst Maschen Interessiert und bin darauf gestoßen. Ist ein sehr informativer Text darüber, was die Abzocker Dienste so treiben und welche Maschen die  haben. Um mal zu sehen wir der Preis "wirklich" zustande kommt ;-) . Denn einer der größten Gründe ist die Werbung, die sie finanzieren. Cleverer Trick, dann einfach die Kunden dafür bezahlen zu lassen die hilflos vor der Tür stehen. Den Preis den du genannt hast ist jedenfalls mehr als Wucher! Zu dem Paragrafen sind hier auch ein paar Infos drin. Lest einfach mal selber, erstaunlich was so dahinter steckt! http://zuauf.de/schl%C3%BCsseldienst-preise 

Das wird schwer da der Handwerkervertrag ja unterschrieben wurde. Sie hat ja auch bezahlt. Den Vertrag zurücksetzten geht ja nicht, da er die Arbeit nicht mehr zurück nehmen kann :) Ich glaube, dass dir nur ein Anwalt weiterhelfen kann, da es keine Straftat ist und die Polizei somit nicht hilft. Du kannst nur Zivilrechtlich klagen. Aber ich sehe leider keine großen Chancen. :(

Reparatur Balkontür Mietwohnung - Wer zahlt?

Hallo,

Ich wohn zur Miete und hatte inzwischen schon zum zweiten Mal das Problem, dass der Stift vom obersten Scharnier der Balkontür rausgerutscht und verbogen ist. Dadurch ließ sich die Tür nicht mehr vollständig schließen, es hat permanent gezogen, Wärmeverlust und dauernder Lärm von draußen waren dadurch vorprogrammiert und außerdem hätte ein Einbrecher die Tür leicht aufbrechen können. Zum Lüften konnte ich die Tür auch nicht mehr öffnen, weil ich Angst hatte, dass sie mir irgendwann ganz entgegen kommt.

Das erste Mal hat mir ein bekannter Handwerker, der zu Besuch war, das Scharnier wieder richtig eingesetzt. Jetzt beim zweiten Mal habe ich das meinem Vermieter gemeldet. Der hat mir direkt gesagt er gibt das dem Handwerker weiter. Die haben sich am selben Tag gemeldet und waren am nächsten Morgen da. Der Handwerker hat die Tür in Ordnung gebracht. Und 1,5 Wochen später habe ich plötzlich die Rechnung von meinem Vermieter im Briefkasten, sie hätten die Rechnung bezahlt. Das würde jedoch unter Bagatellschaden fallen, die von den Mietern selbst zu beheben sind, und ich sollte ihnen die Kosten bezahlen.

Ich finde das ehrlich gesagt unverschämt und möchte nicht zahlen. Erstens halte ich es nicht für einen Bagatellschaden, sondern für einen Schaden an der Bausubstanz, deren Funktionalität durch den Vermieter zu gewährleisten ist.

Zweitens wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass ich für diese Kosten aufkommen müsste. Und hatte keine Gelegenheit das privat reparieren zu lassen oder mir zumindest einen Handwerker selbst auszusuchen. Der bestellte Handwerker kam auch noch aus einer anderen Stadt und hat die Anfahrtszeiten natürlich mit berechnet.

Meine Frage ist jetzt, was kann ich tun? Ist das Recht nicht in diesem Fall auf meiner Seite? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Danke und viele Grüße

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