Heizungen riechen stark nach lack- Vermieter stellt sich quer- Baby in der Wohnung- was tun?

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Könnten Sie vielleicht die Inhaltsstoffe vom Lack bzw. Den Namen des Produkts nennen ? Im Internet kann man nach sogenannten Datenblätter suchen. Diese enthalten in der Regel alle gefährlichen Inhaltsstoffe. Wenn Sie mir den Namen des Produkts nennen, könnte ich mir mal die Inhaltsstoffe ansehen, und eine persönliche Urteilung dazu abgeben.


Problematisch beim Lack-Geruch wäre schonmal, dass eventuell schwer flüchtige Stoffe losgelöst werden. Wie wenn Sie Wasser erhitzen verdampft mehr als wie wenn es kalt ist. Und in diesem Fall verdampfen eventuell Inhaltsstoffe mit hohem Siedepunkt. Ob diese gesundheitsschädlich sind, kann ich ohne nähere Informationen nicht beurteilen.

Hallo Heinz, danke für Ihre Nachricht. 

Ich habe folgende Info erhalten:

„Der verwendete Heizkörperlack ist ein zugelassenes Produkt der Firma Dörken.

Bezeichnung Delta Therm AF. Siehe Anlagen.

Link: http://www.delta-lackcolor.de/delta-de/produkte/produkt/delta-heizkoerperlack-hg-therm-af.php

Da das Gebäude zum Glück isoliert ist, verwende ich die Heizung nur wenn wir nicht im Raum sind und lüfte wie verrückt. Bei dem Wohnzimmer ist es allerdings so, dass der Heizkörper so schnell knallheiß wird, dass der Geruch einem sofort in die Nase steigt. 

Es handelt sich wohl um einen Alkydharzlack der nicht gerade unbedenklich ist. Aber da endet auch mein Latein. 

Ich freue mich auf jeden Fall auf Ihre Rückmeldung. 

Viele Grüße

@LolloBlond

Alsooo

Zu bis zu 50% besteht der Stoff aus Kohlenwasserstoffen. Die meisten sind alkane, welche recht ungefährlich sind, und die Aromaten sind oft leichtflüchtig und wohl schon verdampft (wenn die Heizung im kalten Zustand nicht riecht)

Nun gibt es noch diesen Harz. Auf der Gestis-Stoffdatenbank habe ich folgendes gefunden:

Der Stoff kann über die Lunge aufgenommen werden.

Phthalsäureanhydrid sorgt in gasförmiger Form für Reizungen an Augen, Schleimhäuten und an der Haut (jedoch nur schwach).

Durch Dämpfe können vermehrte Schleimbildung, Niesen une Husten im Atemtrakt auftreten sowie ein Brennen auftreten.

Diese hier oben genannten Symptome treten akut auf. Sie sollten als Warnzeichen für hohe Konzentration des Stoffes angesehen werden.

Kommen wir zu Symptomen/Erkrankungen, die bei anhaltender Exposition (wie es der Fall wäre, wenn der Stoff permanent in der Raumluft wäre).

Es kann zu Bindehautentzündungen kommen, wie sie bei Arbeitern beobachtet wurden, und auch zu folgen der ständigen Reizung (wie Bronchitis, Nasenbluten oder sogar blutigen Husten) kommen. Das jedoch wohl nur bei hohen Konzentrationen. Problematisch wird bei ihrem Kind wohl, dass es allergisierend sein kann, bzw. Krankheiten wie Asthma fördern kann.

Bei den H-Sätzen steht folgendes:

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H315: Verursacht Hautreizungen.
H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
H318: Verursacht schwere Augenschäden.
H334: Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwerden verursachen.
H335: Kann die Atemwege reizen.

H318 gilt vermutlich nur, wenn der Stoff flüssig ist.

Nun, das klingt alles sehr bedrohlich, und das wäre es eigentlich nicht, jedoch wäre ich wegen dem Kind besorgt.

Meine Tipps sind:

-Lüften Sie einmal voll durch, während die Heizung voll Wärme abgibt. Dadurch löst sich möglichst viel von dem Stoff.

-Sorgen Sie dafür, dass ihr Kind möglichst weit vom Heizkörper weg ist, oder es sich nicht in einem Raum aufhält, welcher gerade nach Lack riecht. Sollte der Lackgeruch von einem anderen Raum in den Raum mit ihren Kind kommen, könnten sie versuchen die Türen zu schließen und abzudichten.

-Versuchen sie mal, die Heizung nur auf eine angenehme Wärme zu stellen (so,dass es nicht an den Fingern brennt, sondern als angenehm empfunden wird.) Dies empfehle ich, da laut Hersteller der Stoff einen Flammpunkt von 46°C hat. Heißt, ab 46° bilden sich entzündliche Dämpfe, und dies kann vielleicht darauf hinweisen, dass sich der Stoff unter 46° kaum löst. (Keine Sorge wegen entzündlichen Dämpfen, dafür ist die Konzentration wohl zu niedrig.)

Rechtlich kann ich ihnen leider nicht helfen, ich hoffe jedoch, dass ihnen dieser Kommentar hilft.

Dies ist kein Expertenwissen. Ich habe dies lediglich aus eigenen Erfahrungen und Informationen zusammengesammelt.

@HeizoelHeinz

Zum lüften muss ich hinzufügen, dass sie das über längere Zeit machen, dass kostet zwar, könnte jedoch helfen.

@HeizoelHeinz

Was auch gehen könnte, wegen rechtlichem, eine offizielle Schadstoffmessung durchzuführen. Dadurch könnten sie gegen ihren Vermieter vorgehen. Jedoch kann der halt nicht viel machen, ausser Heizungen austauschen und einen besseren Lack zu verwenden.

Vielen lieben Dank für Ihre Mühe. Als eins Freundin zu Besuch war und wir im Esszimmer, wo die Heizung selten läuft saßen, machte ich die Heizung kurz an und sie fing an zu husten. So viel dazu.

Die Heizung im Wohnzimmer funktioniert nur „knallheiß“. Also fahre ich das Baby raus, drehe auf, mache aus und Lüfte dann bis es nicht mehr stinkt. Das aufdrehen der Heizungen und lüften spielen wir nun den 3. Winter und es riecht ja immernoch, was echt komisch ist, wo ich mich auch frage, was für ein Lack überhaupt verwendet wurde. Erzählen kann man viel. 

Das Gesundheitsamt meinte, sie machen keine offiziellen Begehungen in Privatwohnungen, jedoch fügte die Dame auch hinzu, dass sie es für nicht unebdenklcih hält. 

Diese offizielle Messung würde ich machen lassen. Wissen Sie wer so etwas macht?

@LolloBlond

Leider nicht wirklich. Recherchieren Sie dazu mal im Internet. Es gibt sicher Firmen, die so etwas durchführen, welches dann auch eine rechtliche Aussagekraft hat.

Sofern der Lack nachweislich nicht gesunheitsgefährdend ist, wäre der hinweis "reizend", auch bei nachlassender Geruchsbildung, fehl  am Platz.

Frisch gestrichen riecht halt in aller Regel.

Es gibt schließlich nach und nach verduftende Gerüche, die durchaus nicht reizend und gesundheitlich unbedenklich sind; denken Sie mal an Ihr Eau de Toilette o.ä., da fällt in aller Regel ja auch niemand gleich tot um (markenbedingt)!?!

Bedenklich wären giftige  Ausdünstungen, die geruchlos sind und deren Gefahr daher verborgen bleibt.

Die Temperaturregelung könnt man vielleicht durch den Selbsteinbau von automatisch digital regelnden Heizkörperventilreglern in den Griff bekommen.

wenn die Heizungen kaum genutzt worden sind, so kann es immer noch ausdünsten

volle Pulle aufdrehen und Lüften

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