Hausbau Poroton, Porenbeton oder Kalksandstein?

4 Antworten

Hallo Smart71,

kurz und knackig:

Poroton: Mauerziegel aus Ton, meist als Hochlochziegel, zum Teil mit interner Dämmung, bietet guten Wärmeschutz, ermöglicht einschalige Wandaufbauten (49 cm), hohe Systemvielfalt (Sonderformate für Fensterstürze, Kamine, etc.), auch als "schwerer" Stein für besseren Schallschutz verfügbar

Porenbeton: durch Aluminiumpulver aufgeschäumter Weißbeton, gute Wärmedämmeigenschaften, selbst zu verarbeiten, ermöglicht einschalige Wandaufbauten (49 cm), Spezialdübel erforderlich zum Aufhängen schwerer Lasten

Kalksandstein: schwerster, aber tragfähigster Stein, beste Schallschutzeigenschaften, aber praktisch kaum wärmedämmend, nur als zweischalige Außenwandkonstruktion möglich

Viel Spaß und Erfolg beim Heimwerken wünscht das Team von selbst.de

Ich würde Poroton empfehlen, weil Ziegel natürlicher sind als Betonsteine, die aus Sand und Zement sind. Sie sind feuchtigkeitsausgleichender (nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder an die Raumluft ab.

Wer Platz zu verschenken hat, sollte mit einem der drei genannten Materialien bauen. dazu folgender Vergleich: Mit einer 30 cm starken T-9-Porotonwand, innen und außen verputzt, erreicht man einen U-Wert (Wärmedurchgangswert) von max. 0,28. Gleiches gilt in etwa für eine Wand aus Porenbeton in dieser Stärke. Beim Kalksandstein ereeicht man nur ca. 0,30 W/m²K. Umgekehrt ist zur Erreichung eines U-Wertes von von 0,28 eine Wandstärke von ca. 20 cm KS +12 cm WDVS + 2 cm Putz erforderlich, also zusammen ca. 34 cm.

Was das jetzt mit Platzverschwendung zu tun hat? Bei einer Holzrahmen-Außenwand mit einer Stärke von 30 cm erreicht man problemlos einen U-Wert von um die 0,19 W/m²K. Um einen solchen Wert auch nur annähernd mit den drei anderen materilaien zu erreichen, wären Wandstärken von 40 cm und mehr erforderlich. Bei einem Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Wohnfläche macht das je nach Zuschnitt gleich mal 10% der Fläche aus, die entweder zu Lasten des Wohnraumes oder des Grundstückes für die Konstruktionsfläche der Außenwand "verlorengehen".

Es lohnt sich also über die Holzrahmen-Konstruktion mal nachzudenken. In Geld ausgedrückt bedeuten 15 m² mehr Wohnfläche bei Herstellungskosten von angenommenen 1.100 €/m² 16.500 €, bei 15 m² weniger Grundstücksfläche bei angenommenen 300 €/m² Anschaffungskosten immer noch 4.500 € "Verlust". Oder noch einfacher ausgedrückt: 15 m² sind ein ganzes Zimmer mehr!

...logisch, wenn die Phasenverschiebung außer Acht gelassen wird!

Wer den Schallschutz ebenso unberücksichtigt lässt, der soll diese Billigbauweise für sein Haus wählen.

Anm.: Billig hat nicht immer etwas mit dem Preis zu tun...

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