Hausbau auf "fremdem" Grundstück (=spätere Erbschaft)

5 Antworten

Ein Gebäude ist ein wesentlicher Bestandteil eines Grundstücks. Das heißt, dass das Eigentum am Haus zum Eigentum des Grundstücks gehört. Einzige Ausnahme ist das Erbbaurecht. Das bedeutet, ein Haus auf dem Grundstück eines anderen zu haben. Kann es sein, dass du dich verhört hast und der Notar nicht von einer Erbschaft, sondern einem Erbbaurecht gesprochen hat ?

In solch einem Fall werden Grundstück und Erbbaurecht in getrennten Grundbuchblättern eingetragen und können getrennt belastet werden.

Die Beratung der Notare wird auch immer schlechter. Die vorgeschlagene Lösung dürfte vor allem hohe Notarkosten verursachen.

Zunächstmal ist zu sagen, das es eine Trennung von Gebäuden und Grundstücken nur in den neunen Bundesländern gibt. In den alten Bundesländern gilt grundsätzlich die rechtliche Einheit von Grundstück und Gebäude, sprich Gebäude sind Teil des Grundstücks. Das heißt, das die Rechte einzelne im Grundbuch eingetragen werden müssen. Während sich die Notarkosten bei der reinen Grundstücksübertragung nach dem Wert des Grundstücks bemessen würden, wäre der Gegenstandswert bei der Grundbuchlichen Absicherung auch der Gebäudewert entscheidend.

Begründung war, dass so im Falle eines Bauflops (z.B. durch Bankrott v. Bauanbieter oder mir) nicht auch das Grundstück hopps gehen würde, sondern nur der Hausbau.

Das ist wirtschaftlich unsinnig. Entweder haben sie das Geld bereits bar zur Verfügung, dann ist es im Falle eines Flops schlicht und ergreifend weg. Wenn, ginge es hier dann nur um Haftungsrisiken, also inbesondere die Bauherrenhaftung. Hierfür ist aber der Abschluss einer entsprechenden Haftpflichtversicherung der bessere Weg.

Müssen sie sich das Geld hingegen leihen, dann hängen die Zinsen signifikat von Risiko ab, sprich sie müssen mit Zinsaufschlägen rechnen. Dazu kommt, das einige Banken eine Finanzierung schlicht ablehnen werden, wenn sie nicht der Grundeigentümer sind.

Eine Schenkung könnte teuer werden. Der Freibetrag ist gering. Ein Testament kann jederzeit geändert werden. Vorsicht.

Das Haus ist, wie Geochelone schon schrieb, mit dem Grundstück fest verbunden, es ist daher Teil des Grundstückes. Damit gehört es dem Grundstückseigentümer.

Wenn dein Onkel dann also das Grundstück jemand anderem vererbt, ist es weg.

Haftungsrechtlich sehe ich da auch keinen Vorteil. Es gibt durchaus Möglichkeiten, auch an den Grundstückseigentümer heranzukommen.

Außerdem wird niemand die Hütte finanzieren, eine Bank z.B. würde zur Sicherheit eine Grundschuld verlangen. Die kannst du nicht einräumen, weil das Grundstück dir nicht gehört. Räumt dein Onkel sie ein, haftet er auch, zumindest mit dem Grundstück.

Mieteinnahmen wären Einnahmen deines Onkels, dieser müßte sie dann auch versteuern.

Wenn er dir das Haus später überträgt, fällt neben der Schenkungssteuer auch Grunderwerbssteuer an, berechnet nach dem Grundstück mit Haus.

Fazit: Stell eine gesunde Finanzierung auf die Beine. Wenn das nicht klappt, lass es einfach.

Die Genehmigungsbehörden kümmern sich nicht darum, ob ein Bauherr auch Eigentümer des Grundstücks ist.

Privatrechtlich hat der Grundstückseigentümer aber immer die besseren Karten.

Das stimmt!

Hausbau auf geschenkten Grundstück, Schwiegervater möchte mich nicht im Grundbuch

Hallo

Ich weiß, dass hier nicht exakt auf alles geantwortet werden kann, aber ein paar Tipps, Meinungen, Erfahrungen würde sehr bereichernd sein, damit man beim nächsten Termin bei einem Notar besser gewappnet ist. Danke

Sachverhalt: Verheiratet 1 Kind Frau und Mann (ich) möchten Haus bauen. Mein Schwiegervater hat ein großes Grundstück. Meine Frau hat mich überredet dort zu bauen. Plan: Hausbau von uns beiden finanziert. Schwiegervater würde den Teil des Grundstücks übertragen. Ich Notarbesuch angeregt. Sein Vorschlag: Grundstück erst an meine Frau überschreiben. Etwas später dann auch an mich (um die Kettenschenkung zu umgehen). Es müsste dann noch entsprechend ein Schriftstück vereinbart werden (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) Beispielrechnung: EA Mann für Haus 100.000 EA Frau für Haus 100.000 A Grundstück von Schwiegervater an Frau 100.000 100.000 Kredit (50% von Mann + Frau) Bei Trennung, ich Anspruch auf 1/3, meine Frau 2/3 auf den Wert Haus/Grundstück etc.

Haken: Schwiegervater möchte mich nicht im Grundbuch. Im Falle einer Trennung soll dass das Grundstück in dem Besitz meiner Frau bleibt oder wieder in seinen Besitz gehen. Frau / Schwiegervater wollen auch nicht, dass ich im Rahmen der Zugewinngemeinschaft von der Wertsteigerung des Grundstücks profitieren (Herausnahme des Grundstücks vom Zugewinn)

Fragen: Welche Nachteile darüber hinaus für mich entstehen, wenn ich nicht im Grundbuch stehe? Ich habe dann keine Rechte am Haus, was bedeutet das? Ist das relevant, wenn es für mich klar wäre, dass ich das Haus verlasse und das Haus im Besitz meiner Frau/Kind bleibt oder an irgendwen anderen?

Wenn ich nur an der Wertentwicklung vom Haus ohne Grundstück beteiligt bin, bin ich doch gekniffen, da der Wert des Hauses ja stetig abnimmt, da es älter wird? Meistens steigt doch nur der Grundstückswert oder Haus und Grund zusammen? (Ort Hamburg)

Bei den Schwiegereltern spare ich zwar am Grundstück, sprich nehme weniger Schulden auf, aber mein Vermögen wächst evt. nicht und am Ende gehört mir ja nichts?

Wie sieht es mit der Anrechnung des Kredits aus und mit den offenen Kreditverpflichtungen?

Wie ist die Zugewinngemeinschaft geregelt?

Ich möchte lediglich nicht der Dumme am Ende sein, wenn es mal soweit kommt.

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