Haus bauen lassen - Wie richtig vorgehen?

5 Antworten

soso, alle Wünsche und Ideen "konkret" geplant und noch kein Grundstück? Hoffentlich mit einem kleinen Tool (Hausplaner-Software 3D), möbliert und von außen gedreht und innen virtuell durchgelaufen? => Dann nehmt diese Planung und archiviert sie. Merkt Euch aber die Grundfläche des Hauses.

Jetzt geht auf Grundstückssuche. Das bekommt ihr von Privat (Suchportal), Gemeinden oder einem Bauträger. Prüft anhand des Bebauungsplans (Bauamt), ob Euer konkret geplantes Haus da überhaupt drauf passt und auch gebaut werden darf (Fläche, Höhe, Dachneigung, usw.)

Jetzt nehmt ihr Eure Planung und versucht einmal, diese auf einen Grundstücksplan zu platzieren. Ist die Terrasse noch in Richtung Süden? Steckt das Fenster der Küche plötzlich im Hang? Steht die Garage auf dem Nachbargrundstück? …….

Spätestens jetzt braucht ihr einen Profi in der Planung. Das kann ein freier Architekt sein (ein örtlicher ist meist nicht schlecht, da er die Behörden kennt; Referenzen abfragen und mit den bisherigen Bauherrn reden) oder auch ein Bauträger, der Euch neben der Planung auch gleich das Haus mit erstellt.

Variante 1 (freier Architekt): Ihr braucht noch mehr Planer wie Statiker, Haustechnik und Elektro, Bauphysik/Energetik und ggfs. noch ein paar Gutachter. Der Architekt koordiniert und integriert diese an der Planung fachlich Beteiligten, gibt Eure Wünsche weiter und führt alles zusammen. Es folgt der Bauantrag. Dann erstellt er Ausschreibungen, fragt mehrere Firmen aller Gewerke an - je nachdem, ob ihr auch was selber machen wollt - und verhandelt diese mit Euch zusammen. Nach Baugenehmigung werden diese Fachleute Dich als Bauleiter unterstützen und die Ausführung kontrollieren - bis hin zur Mängelbeseitigung. Das gilt auch für Kosten und Termine.

Variante 2 (Bauträger): Planung ist KOMPLETT beim Bauträger und er wird Euch dann ein Angebot - i.d.R. pauschal - für die Erstellung geben. Prüft die Referenzen und sprecht mit den alten Bauherren. Jetzt und auch für später einen eigenen Berater (Baufachmann/Gutachter) auf Stunden- oder Tagesbasis hinzuziehen, der den Bauträger kontrolliert. Das gilt besonders für den Vertag mit dem Bauträger.

Bei eigener Planung und Bauleitung hast Du mehr Risiko, bei einem Bauträger mit Pauschalierung hat er das - das lässt sich der Bauträger aber auch bezahlen => es könnte teurer werden. Das aber auch nur dann, wenn der Architekt die Firmen gut verhandelt.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

In der Regel hat man ja einen Architekten der einem beraten kann.

So war das als ich mein Dach saniert habe. Der Architekt ist nicht ganz billig, aber der macht eine Ausschreibung und sucht sich die Unternehmen aus mit denen er schon gute Erfahrungen gemacht hat. Somit brauchst Du Dir deswegen keine Sorgen zu machen. Auch kontrolliert er die Bauarbeiten und Leitet das ganze bis es fertig ist.

So wie Du einen Finanzberater für Deine Finanzen hast hast du einen guten Architekten für Dein Bauvorhaben. Somit kommt es ganz darauf an wie gut der Architekt plant und arbeitet.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke dir! Das war genau das, wonach ich gesucht habe. Ich dachte, es gibt vielleicht irgendwie "Immobilienberater". Aber eigentlich suche ich einen kompetenten Architekten, genau. :) Danke!

@BeautifulThing

Einen Architekten kannst Du Dir dann suchen , wenn Du das Grundstück unabhängig von einem Bauträger erwirbst.

„Pfusch am Bau“ kann man nur durch eigene Sorgfaltspflicht bei der Auswahl der Architekten, Bauunternehmer und Bauhandwerker minimieren, wenn auch nicht ganz ausschließen. Schlüsselfertig bauen ist da auf jeden Fall schon mal einfacher- aber auch hier bleiben genügend Risiken übrig. Ich kenne viele Leute die gebaut haben aber keinen einzigen Fall wo es überhaupt keine Probleme gab. Ich persönlich würde deshalb niemals selber bauen bzw. habe ich eine Bestandsimmobilie gekauft.

An deiner Stelle würde ich zusätzlich einen unabhängigen und erfahrenen Bauingenieur sowie Sachverständigen für Schäden an Gebäuden für die Baubegleitung beauftragen.

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