Hat man steuerliche Vorteile, wenn man aus der Kirche austritt?

5 Antworten

Wie viel Kirchensteuer spare ich, wenn ich aus der Kirche austrete?

Wenn Sie aus der Kirche austreten würden, würden Sie nicht wirklich die komplette Kirchensteuer sparen, die Ihnen über das Jahr von Ihrem Gehalt abgezogen wird. Sie müssen auch auf den Vorteil verzichten, die Kirchensteuer als übrige Sonderausgaben von Ihrem zu versteuernden Einkommen abzuziehen.

Für das ganze Jahr steht Ihnen ein Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro (Ehepaare 72 Euro) zu. Die Kirchensteuer können Sie jedoch in voller Höhe als Sonderausgaben geltend machen. So verringert sich Ihr zu versteuerndes Einkommen und auch die Einkommensteuer.

Beispiel: Wenn Sie und Ihr Ehepartner im Jahr 600 Euro Kirchensteuer zahlen, können Sie den Betrag, der über dem Sonderausgabenpauschbetrag liegt, zusätzlich als Sonderausgaben ansetzen (600 Euro Kirchensteuer minus 72 Euro Sonderausgabenpauschbetrag).

528 Euro beim Grenzsteuersatz von 28 Prozent bringen Ihnen dann 147 Euro Einkommensteuer zurück. So verringert sich nochmals Ihre Kirchensteuer, die auf Grundlage der Einkommensteuer berechnet wird, ebenso wie der Solidaritätszuschlag. (neun Prozent bzw. 5,5 Prozent von 147 Euro) Das macht nochmals rund 20 Euro weniger. So bringt Ihnen die Kirchensteuer einen steuerlichen Vorteil von insgesamt 167 Euro.

Diesen Sonderausgaben-Vorteil müssten Sie also von Ihrer Kirchensteuer abziehen, um zu berechnen, was Ihnen ein Kirchenaustritt bringt. In diesem Beispiel würden Sie als Ehepaar 433 Euro gegenüber dem Vorjahr sparen, wenn Sie keine Kirchensteuer zahlen, aber gleichzeitig auch auf die Möglichkeit des Sonderausgabenabzugs verzichten müssten. Quelle: http://www.lohnsteuer-kompakt.de/fag/2014/196/wie_viel_kirchensteuer_spare_ich_wenn_ich_aus_der_kirche_austrete Fazit: Google hilft!

So direkt nicht. Es ist nur so, daß alle vom vollen Bruttogehalt rechnen: Lohnsteuer, Krankenkasse, Rentenkassen, und auch sonst alle. Aber das tun sie auch, wenn Du weiter Kirchenbeiträge bezahlst. Du sparst also Geld wenn Du austrittst.
Übrigens: Daß über den Staat und die Lohnabrechnung Kirchen-"Steuer" abgeführt wird, ist verfassungswidrig. Da in unserem Grundgesetz festgelegt wurde, daß eine Trennung von Staat und Kirche stattfinden muß, ist der zwangvolle Einzug über die Lohnabrechnung reichlich illegal. Niemand wagt sich da aber heran, weil die beiden Hauptkirchen hierzulande, wegen dem bombastischen, erzwungenen garantierten Einkommen viel zu mächtig sind, um sich dagegen auflehnen zu können. Die deutschen Hauptkirchen sind die reichsten der Welt, und machen aus den aus Mündern geblasenen warmen Luft Geld wie dreck. Mit Gott hat das nichts zu tun.

Der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat ist nicht verfassungswidrig, weil er die Trennung von Kirche und Staat nicht antastet. Der Staat zieht nur die Kirchensteuer als Inkassostelle für die Kirche ein und bekommt dadurch eine Vergütung von der Kirche. Der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat ist also keine hoheitliche Maßnahme, sondern eine Dienstleistung, die der Staat als Körperschaft für die Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts erhebt und sich diese aber bezahlen lässt.

Du solltest dich also besser informieren. Denn: wäre es verfassungswidrig, wäre es schon längst durch eine Urteil des Bundesverfassungsgericht gestoppt. Es gibt ausreichend Gegner dieser momentanen Regelung, die schon längst Verfassungsklage erhoben hätten, hätte diese Aussicht auf Erfolg!

@gerwitt

Richtig. Der Staat macht sich zum Büttel der Kirche. Das darf er eben nicht. Da muß eine absolute Trennung eingehalten werden. Arschkriecher.

@gerwitt

Völlig korrekt deine Ausführung.

Viele wissen das leider nicht, dass der Staat in diesem Falle als Dienstleister für die Kirche eintritt. Hierbei gibt es eine Vereinbarung zwischen Kirche und Staat und diese ist nicht verfassungswidrig.

Nicht unbedingt, denn die Kirchensteuer ist voll steuerlich abzugsfähig von der Einkommensteuer. Wenn man aus der Kirche austritt und dadurch vermeintlich die Kirchensteuer 'spart' kann es sein, ist das zu versteuernde Einkommen höher. Dadurch kann man unter Umständen sogar in eine höhere Steuerprogression kommen und dadurch sogar noch mehr Steuern zahlen als vorher, die sogar über den Betrag liegen können, den man vorher zusammen mit Einkommensteuer und Kirchensteuer bezahlt hat.

Es ist also auch ein Rechen-Exempel.

Ich denke diese Auskunft ist falsch...warum solltest du dann woanders mehr bezahlen und vor allem wo?Aber du mußt mit rechnen...dass du für den Austritt auch nochmal Geld zahlen mußt.Ich hatte vor ein paar Jahren 20 oder 30 Euro zahlen müssen.

Man bezahlt mehr Einkommensteuer an den Staat, weil beim Lohnsteuerjahrsausgleich am Jahresende die Kirchensteuer nun nicht mehr voll in Abzug gebracht werden kann.

@gerwitt

Na ob die paar unnütz gezahlten Euro die dann weg fallen ins Gewicht fallen?

Die Kirchensteuer wird Dir als Sonderausgaben angerechnet. Insofern zahlst Du nach dem Kirchenaustritt tatsächlich mehr "normale" Steuern. Es rechnet sich nicht komplett gegen, aber je nach Höhe Deines Steuersatzes macht es schon was aus.

Bedenke auch, was mit den Kirchensteuern alles finanziert wird. Es sind jedenfalls nicht die kostbaren Sakralgegenstände in den Kirchenräumen, sondern eher so Institutionen wie Kindergärten, Altenheime usw., die unter kirchlicher Trägerschaft stehen. Wenn die Kirchen das alles nicht mehr finanzieren kann, weil die Kirchensteuern ausbleiben, werden es alle durch ihre Steuern zahlen müssen.

Ergo: Zahlen müssen wir eh.

DH!

Da bist Du aber schlecht informiert: das Argument, die Kirchensteuer nütze sozialen Einrichtungen ist schlichtweg falsch!

Beispiel: Von allen Aufwendungen für Caritas und Diakonischem Werk (2005 rund 45 Mrd. Euro) werden nur rund 800 Mio. Euro von der Kirche beigesteuert, das sind exakt 1,8 Prozent der Kosten von Caritas und Diakonie, aus der Kirchensteuer davon die Hälfte, also WENIGER ALS EIN PROZENT.

Ähnlich sieht es mit den Verhältnissen bei Kindergärten oder Krankenhäusern aus: auch wenn da eine Konfession über der Tür steht, bezahlt die Kirche da nur ein paar Cent für.

Ein Kirchenaustritt schadet also beileibe NICHT der Finanzierung irgendwelcher sozialer Dienste.

@Charlyweisswas

Es ist fraglich ob sozialen Einrichtungen nicht geschadet wird, wenn ihnen plötzlich 800 Millionen € fehlen...

@Jouten

Es ist moralisch fragwürdiger der kirche geld z ugeben als dies nicht z utun.

Bedenke auch, was mit der Kirchensteuer alles finanziert wird ?

Meinen Hinweis hierzu: Einen Amtssitz für einen Bischof in Limburg, der 30 Millionen Euro gekostet hat. Es wird permanent zu Spenden aufgerufen. Z. B. für notleidende Kinder in der Welt. Hätte ein Amtssitz für 5 Millionen für den Bischof nicht auch gereicht ? Dann wären 25 Millionen übriggeblieben mit denen man tausenden von Kindern hätte über lange Zeit helfen können.

Auf welche Seite stellst du dich jetzt ? Für den Bischof, oder für die Kinder ?

Als ich damals von dieser Sache hörte, war tags darauf mein Austritt aus der Kirche vollzogen. Ich zahlte Jahr für Jahr über 3500.--€ an Kirchensteuer . Doch dafür ist mir mein Geld zu schade.

Wenn mehrere so auf diesen Vorgang reagieren, die soviel Kirchensteuer zahlen wie ich zahlte, dann merkt das die Kirche.

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