Hat man jetzt automatisch ein unbefristeten Vertrag?

5 Antworten

Weil sie -dadurch das sie gestern gearbeitet hat- ihr Vertrag unbefristet verlängert hat (ohne etwas zu unterschrieben).

Das ist vollkommen richtig. Arbeitsverträge müssen nicht zwingend schriftlich abgeschlossen werden. Sie können auch - so wie hier - durch konkludentes (= schlüssiges) Verhalten begründet werden: Deine Frau geht arbeiten und niemand hindert sie daran. Da eine Befristung schriftlich fixiert werden müsste (§ 14 Abs. 4 TzBfG), hat deine Frau nun automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Jetzt sagt die Chefin sie muss kündigen weil die Chefin es nicht selber machen kann.

Ich vermute mal, dass das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet. Dann kann/darf der AG nicht so ohne weiteres kündigen.

Aber wenn sie kündigt dann kriegt sie kein ALG.

Entschuldige, aber warum sollte deine Frau so blöd sein und das tun? Sie hat immerhin einen unbefristeten Vertrag!

Und die Kündigung Frist läuft dann noch 6 Wochen.

Wenn nichts anderes nachweisbar vereinbart ist, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. Die beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Monatsletzten.

Was kann man machen?

Entweder weiter arbeiten gehen oder kündigen.

Jetzt mische ich mich auch noch ein.

Wenn ich das richtig verstehe lief die Befristung Deiner Frau am 30. Juni ab.

Gestern ist Deine Frau wieder zur Arbeit gegangen und dort wurde ihr mitgeteilt, sie bekomme nur eine weitere Befristung für drei Monate statt für ein Jahr.

Deine Frau lehnt den Drei-Monats-Vertrag ab und die Chefin hat sie aufgefordert weiter zu arbeiten, hat ihr aber noch keinen neuen Arbeitsvertrag gegeben, so dass sie jetzt ohne schriftlichen Vertrag dort arbeitet.

Ich gehe mal von dieser Ausgangslage aus, wenn ich falsch liege, bitte ich um Korrektur.

Sollte oben geschriebenes zutreffen, hat Deine Frau jetzt einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Da sie keine schriftliche Verlängerung hat, die sowieso im Voraus hätte gemacht werden müssen, braucht sie jetzt keinen befristeten Vertrag (egal wie lange) unterschreiben.

Kündigen braucht Deine Frau auch nicht, zumal es dann eine Sperre des ALG gäbe, da sie ja dann ihren Job selbstverschuldet verloren hätte.

Die Chefin hat ja wohl klar erkannt, dass sie selbst jetzt nicht kündigen kann, wenn sie keinen Kündigungsgrund hat. Wo nimmt die Frau eigentlich die sechs Wochen Kündigungsfrist her? Steht die in der vorigen Befristung?

Zusammengefasst: Deine Frau braucht nicht kündigen und soll weiter zur Arbeit gehen. Wenn die Arbeitgeberin sie nicht weiter betriebsbedingt beschäftigen kann, soll sie die Kündigung aussprechen. Das ist nicht das Problem Deiner Frau.

Ich bin nicht ganz deiner Meinung. Was ist mit der Lücke von 14 Tagen?

Zwischendurch hat sie dann ja wohl den Status beschäftigungslos. Denn angestellt ist sie nach dem Ende der Befristung eben nicht mehr. Auch wenn der FS diesen Zeitraum Urlaub nennt - was sie ja wahrscheinlich auch so gemacht haben - die Frau hat zu diesem Zeitpunkt kein Beschäftigungsverhältnis mehr.

Eine Fortführung - und vor allem die für den § 625 BGB nahtlose - greift also schon mal nicht mehr.

Stell dir doch mal folgendes Szenario vor: ich beende mein befristetes Arbeitsverhältnis, finde aber in den nächsten Wochen keinen Job und tauche einfach wieder bei meinem alten AG auf.

Es gibt genügend Arbeitsstellen /Arbeitsorte, die sind 1. offen zugänglich und 2. ist nicht immer ein Chef vor Ort.

Ich denke da bloß mal an Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft, Gärtnerei, einer kleinen Kantine, usw.

Da musst du nicht mit Schlüssel oder Pförtner zu deinem (alten) Arbeitsplatz.

Wenn das so ginge - du stellst dich einfach zu den alten Kollegen, arbeitest ein paar Stunden mit und - schwupp! - hast du einen unbefristeten Vertrag - dann hätten das schon eine Menge mehr Leute gemacht.

Außerdem ... warum fragt die Frau nicht in der Arbeitsagentur nach der Rechtslage? Immerhin hätte sie sich mindestens 3 Monate vor Ablauf der Befristung arbeitssuchend melden müssen bzw. sich am ersten Werktag nach dem Ende der Befristung eben arbeitslos melden müssen.

Ich würde es genau anders herum sehen:
die Frau hat gearbeitet, die Chefin hat sie nicht weggeschickt, sondern "ihre Arbeitsleistung angenommen" und ihr einen Vertrag angeboten.
Die Frau hat durch ihr Weiterarbeiten dem Vertragsangebot - dem befristeten Vertag über drei Monate - zugestimmt.

@EstherNele

 

 

Die Frau hat durch ihr Weiterarbeiten dem Vertragsangebot - dem befristeten Vertag über drei Monate - zugestimmt.

Da bin ich absolut nicht Deiner Meinung.

Im § 14 Abs. 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz steht:

"Die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform".

Die Verlängerung der Befristung hätte vorher gemacht werden müssen. Dadurch dass die Arbeitgeberin die Arbeitnehmerin weiter arbeiten ließ, obwohl sie keine schriftliche Vereinbarung über eine Befristung hatte, ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag entstanden.

Wenn das so ginge - du stellst dich einfach zu den alten Kollegen, arbeitest ein paar Stunden mit und - schwupp! - hast du einen unbefristeten Vertrag - dann hätten das schon eine Menge mehr Leute gemacht.

Der Fall liegt hier anders. Die Chefin hat die Arbeitnehmerin zur Arbeit aufgefordert

 Die Chefin verlangt von ihr das sie weiterhin da arbeitet.

Da ist nicht mit "der Arbeitgeber wusste nicht dass die Arbeitnehmerin gearbeitet hat und wollte das auch nicht"

Lies Dir das hier mal durch:

https://www.impulse.de/recht-steuern/rechtsratgeber/befristeter-arbeitsvertrag/2188756.html

Hier kommt noch dazu, dass der Arbeitsvertrag am 30. Juni abgelaufen ist. Da hätte die Arbeitgeberin der Arbeitnehmerin am ersten Arbeitstag im Juli die Befristung geben müssen.

So hat sie sie wissentlich ohne Arbeitsvertrag arbeiten lassen und sogar zur Weiterarbeit aufgefordert obwohl ihr bewusst war, dass die AN keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hat.

Warum hat die AG die AN wohl zur Kündigung aufgefordert?

 

 

@EstherNele

Hat der Chef sie denn  abgemeldet DRV und KK.?. bzw. Chefin?

@EstherNele

Ein befristeter Arbeitsvertrag (auch eine Fortsetzung) bedarf der SCHRIFTFORM.

Ein mündlicher Arbeitsvertrag kann folglich nur ein unbefristeter Vertrag sein, der hier durch konkludentes Handeln entstanden ist.

Wieso hat sie denn jetzt einen unbefristeten Arbeitsvertrag?

"gestern war sie arbeiten und die haben ihr morgens gesagt die bekommt nur ein 3 Monat Vertrag."

Durch das Weiterarbeiten hat sie das doch akzeptiert, wenn sie damit nicht einverstanden ist, hätte sie gehen sollen bzw die Sache erstmal klären

@dandy100

Wieso hat sie denn jetzt einen unbefristeten Arbeitsvertrag?

 

Weil ein befristeter Vertrag zwingend schriftlich abgeschlossen werden muss (§ 14 (4) TzBfG).

Selbst wenn die Chefin mündlich ankündigt, dass es sich um einen befristeten Vertrag handeln wird, ist das nicht ausreichend.

Jeder mündliche Vertrag ist unbefristet.

rechtl. gesehen hat sie jetzt einen unbefristeten Vertrag.

dass die chefin geschlafen hat ist das  IHR Problem. Sie soll aber auch garnix unterschreiben.....auch nich tkündigen!

Vor Gericht bekommt deine Frau in jedem Fall RECHT.

wenn das notwendig ist  einen Anwalt einschalten

Bitte nocheinmal - nix - unterschreiben, auch keine andere Befristung.

Sie hat  jetzt einen unbefristeten Vertrag

mit allen rechten



die anstellung ging bis 30.06.17 , das wars !

das sie nach ihrer freizeit dort einfach ins haus gegangen ist , warum ?

sie hat - nach ihrer aussage - doch gar keine vereinbarung über einen neuen vertrag .

die option des befristeten jahresvertrages , da wurde wohl nur unverbindlich mal drüber geredet ... im ernsthaften fall , verhandelt man ja darüber .

der fachmann - arbeitsrecht - wird sich noch melden .


die anstellung ging bis 30.06.17 , das wars !

 

Und ab 17.07. ging es weiter. Laut § 625 BGB nun sogar unbefristet.

Der Vertrag ist Ende Juni abgelaufen. Da deine Frau nun gestern trotzdem arbeiten war und die Chefin die nicht heimgeschickt hat, ist hier automatisch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entstanden.

Wenn sie dort nicht arbeiten will, warum ist sie gestern dann arbeiten gegangen? Das war etwas vorschnell.

Jetzt muss sie kündigen.

Weil sie erst ein Jahres Vertrag angeboten bekommen hat und mach den Urlaub nur drei Monate, die wollen sie jetzt in der Urlaubslücke noch ausnutzen.

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