Hat jemand positve oder negative Erfahrung mit der Riester-Rente gemacht?

5 Antworten

Um es kurz zu  machen: Riester-Rente lohnt sich.....für die Versicherung und wenn man älter als mind. 82 Jahre wird, denn nur dann hat man nicht nur sein eigenes Geld und die Überschußbeteiligung (eine Art Verzinsung) zurück erhalten, sondern bekommt mehr als man eingezahlt hat (also immer schön gesund bleiben und alt werden :-)  ).

Was die Zulage und die Steuerrückerstattung betrifft:

als Single und unter Ausschöpfung der ganzen Zulage von 154€ darfst Du das Geld über eine kleinen Umweg der Versicherung schenken, denn Verwaltungsgebühren etc. fressen die Zulage wieder auf.

Klar, Du kannst die Beiträge über die Einkommensteuer als Sonderausgaben gem. §10a EkStG geltend machen, heißt, dein montl. Beitrag reduziert sich entsprechend (erst zahl ich ein, dann bekomm ich ein Teil wieder zurück :-/ ).

Ich kann jetzt, nachdem ich 8 Jahre eingezahlt habe und letztes Jahr 60 Jahre alt wurde, von Fakten und Erfahrung sprechen (ich konnte vertragsgemäß die Auszahlung mit 60 Jahren beantragen, was ich auch schleunigst gemacht habe).

Fakt ist, dass ich jetzt eine "Rente" von etwas mehr als 50€ bekomme, ich mir allerdings 30% vom "Kuchen" sofort auszahlen lies (kann ich nur empfehlen).

Jetzt bekomme ich bis zu meinem 72 Lebensjahr mein "Netto"- eingezahltes Geld (also die Steuerrückerstattung ist bereits abgezogen) wieder zurück (!) und wenn ich es schaffe 82 Jahre zu werden, dann bekomme ich noch die Überschußbeteiligung (ich nenn es die Zinsen) zurück. Danach mache ich Gewinn !!! Fragt sich nur, was die 50€ dann noch Wert sind.

Meine Empfehlung: Finger weg von Riester-Verträge, egal welcher Art.

Besser: als mündiger und charakterstarker Bürger würde ich jetzt montl. einen fiktiven Versicherungsbeitrag in einen oder mehrere risikoarme Fonds einzahlen (z.B. Dividendenfonds etc.) den ich nach Belieben verkaufen oder umschichten kann. Hat nur ein Nachteil: er kann - wenn genügend angespart wurde- dazu verführen die "Rentenkasse" zu plündern für Neuwagen, Luxusreise, neues Smartphon etc.

Fazit: wer nicht charakterfest ist => Riestern, der Rest => selbst und eigenverantwortlich vorsorgen.

Lies die Anlage AV, dem Jahreslohn(-einkommen-)steuerausgleichsformular beiliegend.

Der Zuschuß des Staates wird hinterher als Einkommen anteilig wieder versteuert.

Auch kommt man unter Umständen in eine andere Steuerklasse, weil damit - laut Merkblatt - eine "Doppelbegünstigung" ausgeschlossen werden soll.

Für Leute mit geringem Einkommen und damit gering ausfallenden Rentenansprüchen wird der Sparanteil, der dann hauptsächlich wieder aus den Zuschüssen besteht, die man vorher bekommen hat, auf die "Grundversorgung" mit angerechnet.

Also "geschenkt" bekommt man nichts.

Ist eigentlich nur interessant für Leute, die früh genug damit angefangen haben und sowieso später keine "Sozialrente" beantragen müssen.

Achte vor allem auf die unterschiedlichen Produkte, die als Riester-Rente angeboten werden. Hier gibt es die herkömmlichen Rentenversicherungen, die sich meist nur sehr bescheiden verzinsen, dafür aber sehr sicher sind. Dann gibt es fondsgebundene Versicherungen, die meist höhere Renditen erzielen, dies aber nicht zu 100% sicher, so dass nur der gestetzlich vorgegebene Beitragsschutz zu Beginn der Rente greift. Hier gibt es auch noch Unterschiede, wie die einzelnen Produktanbieter die Fonds auswählen. Ein interessanter Test hierzu stand vor einiger Zeit in FocusMoney. Je nach Lebensalter bzw. Zeit bis zum Rentenbeginn sollte aus Performancegründen der Aktienanteil möglichst lange möglichst hoch sein - das macht aber fast keiner, bis auf ein oder zwei Ausnahmen. Es gilt, wie bei allen Altersvorsorgeprodukten, dass eine Menge an Einflussfaktoren zu berücksichtigen sind. Insofern kann ich Dir nur empfehlen, Dir einen kompetenten Berater zu suchen (keinen Produktverkäufer!), der Dir wirklich alle Ecken und Kanten erklärt und Dir aus dem Markt das passende raussucht. Wenn er Dir hierzu nicht eine Menge Fragen stellt, ist er der Falsche. Und nein, Dein Bankberater ist nicht der richtige hierzu, denn der bekommt von seinem Vorgesetzten gesagt, welche Produkte er wie viel verkaufen muss...

Sehr wichtig ist auch noch die "Kapitalbindung" zu berücksichtigen. Das heißt, man soll die Option wählen, bei der man sich die "Rente" direkt bei Fälligkeit in einem einmaligen Betrag auszahlen lassen kann. Bei vielen Verträgen ist nur eine "Rentenzahlung" vorgesehen. Auch besteht ein weit verbreiteter Irrtum, daß diese Zusatz"renten" genau zum Zeitpunkt des Renteneintrittsalters fällig werden. Dem ist nicht immer so. Oft läuft dieser Vertrag noch Jahre weiter, bevor die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden. OK. Man kann bei tatsächlichem Renteneintritt die Versicherungen beitragsfrei stellen lassen. Hinterher kommen aber auch noch Verwaltungsgebühren hinzu. Ich habe meine "Riesterrente" wieder gekündigt, nachdem ich den "Schwindel" bemerkt hatte. Mußte noch Kapitalertragssteuer berappen.

Ja es gibt eine Handvoll Leute die mit der Riester Rente gute Erfahrungen gemacht haben : Die grossen deutschen VERSICHERUNGSKONZERNE, denn denen hat diese Pseudo-rente einen Millarden Gewinn gebracht. Ob die Rente aber in 30 Jahren noch was Wert ist, ob sie wie geplant mit der Grundrente verrechnet wird ... dass weiss keiner, also einfach zahlen und beten.

Vor ein paar Jahren machte ein junger wilder von der CDU von sich reden, in dem er forderte - keine Hüftgelenke für alte Leute, wenn die Altersarmut und Privatisierung des Gesundheitsbereiches weiter fortschreitet - dann lösst sich das Problem von selbst, denn wo keine Geld.... da kein Hüftgelenk! (Sarkasmus)

Welche Erfahrungen meinst du denn?

Es gibt die Riester-Rente noch nicht so lange und deshalb kann man noch keine oder nur sehr geringe Auszahlungen bekommen haben, wenn man eine Riester-Rente im höheren Alter abgeschlossen hat.

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